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[Story] Die Legende der Corax I


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#1 TameyLein

TameyLein

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Geschrieben 12 Juni 2018 - 23:27

Die Legende der Corax
Schrift I

Kapitel I
Das erste Treffen

Jahr 415

Die Dämmerung über den Dächern Elandriels war angebrochen, sodass die Sonne den Himmel über dem schmalen Ausgang zum Meer in einen wunderbaren orangenen Ton färbte. Ein sanfter Wind verführte die Blätter der großen Bäume zu einem ruhigen Tanz, welcher in die südliche Richtung zum Hafen führte. Ein einziges Schiff mit dunklen Segeln lag vor Anker und war bereit abzulegen. Ein eher junger Mann stand neben dem Steuerrand, seine Augen auf den Horizont gerichtet und wirkten beinahe schon als würden sie viel weiter blicken, bis hin zu seinem Ziel. Die dunkelbraunen Haare des Kapitäns wehten in der leichten Briese und bekräftigten nur sein leichtes Grinsen, denn der Wind versprach eine gute Reisegeschwindigkeit im Laufe des Tages. Seine Kutte, welche ihm fast bis hin zu seinen Knöcheln reichte, war in eine dunkelblaue Farbe gehüllt und mit leichten Verzierungen versehen. Er brüllte kräftige Befehle seiner Mannschaft zu, welche mit eingeschüchterten, gesenkten Blicken besagte Forderungen ausführte.

Kurz bevor das Schiff ablegen konnte, donnerten ein Paar Füße über den gepflasterten Boden des elandrischen Hafens. Seine verzweifelten Bittrufe gen den Göttern wurden erhört, denn der junge Elf schaffte es gerade noch rechtzeitig an Bord zu kommen. Seine blonden Haare standen wirr in alle Richtungen ab, was jedoch nur dazu führte, dass seine violetten Augen noch deutlicher zum Vorschein kamen. Die Kleidung, die der junge Elf trug war schlicht und schon sichtlich abgetragen, ganz besonders seine schwarze Hose, welche durchaus markante Stellen aufwies, die des Öfteren schon geflickt wurden und dennoch Risse besaß. Sein weißes Hemd war ihm sichtlich zu groß und war lose in seine Hose gesteckt.

Er war auf seine Oberschenkel gestützt, als der Kapitän des Schiffes das Kinn des jungen Elfen anhob, damit er ihm in die Augen sah. „Wie ist Euer Name und warum seid Ihr so spät?“, die Stimme des Kapitäns war tief und spiegelte ein wenig seine Grausamkeit, welche er an den Tag legte, wieder. Keuchend erhob sich der Neuankömmling zu seiner vollen Größe und blinzelte kurz, bevor er mit einer leisen, etwas unterwürfigen Stimme antwortete: „Elias Mar’Leas, Herr.“
Die Augen des Kapitäns verengten sich misstrauisch, jedoch beließ er es dabei und befahl ihm seinen Posten zu betreten. Zielstrebig machte sich Elias auf den Weg den Mast zu erklimmen, damit er mehr Sicht über das Meer hatte, um unter anderem Feindschiffe ausmachen zu können. Langsam richtete er seinen Blick gen den Horizont und genoss den leichten Meereswind, als das Schiff ablegte und in die Richtung seines Zieles steuerte.

„Wach auf du Idiot!“

Etwas stieß ihm mehrfach in die Seite, was dazu führte, dass er unsanft aus seinem wohlverdienten Mittagsschlaf erwachte. Als sich seine Augen ein wenig öffneten war das Erste, was er erkennen konnte, lange, wehende, mahagonifarbene Haare. Das Nächste waren die funkelnden smaragdgrünen Augen, die eindeutig Zorn in ihnen trugen. „Du bist nicht hier um zu schlafen! Der Kapitän wird dich köpfen, wenn er sieht, dass du hier oben schläfst!“, fauchte die junge Elfe, welche in seinem Alter sein musste. Ein etwas dümmliches Grinsen stahl sich auf sein Gesicht, als er sich ein wenig aufrappelte und ihre ganze Gestalt wahrnehmen konnte. Wohlige Kurven und eine Kleidung, die sich besagten Rundungen anpasste, waren das was ihn begrüßte. Kurz abgelenkt schüttelte er seinen Kopf und reichte ihr langsam seine Hand. „Mein Name ist Elias und der Eure?“ Sie gab einen missbilligenden Laut von sich und blickt zur Seite, bevor sie ihm eine leise Antwort gab, welche er überhört hätte, hätte sie nicht seine volle Aufmerksam gehabt.

Elira.

Er ließ seine Hand sinken, nachdem sie sie nicht genommen hatte und setzt sich an den Rand der Aussichtsplattform. Nachdem sie noch immer hinter ihm stand ohne etwas zu sagen, klopfte er leicht neben sich auf den Boden, blickt leicht zu ihr nach hinten und forderte sie mit seinem Blick heraus. Würde sie sich zu ihm setzen oder nicht? Elira schien Herausforderungen gerne zu gewinnen, denn sie wandte sich von ihm ab, stolzierte zu der Leiter und schenkte ihm einen letzten warnenden Ausdruck, bevor sie sich umdrehte um zu verschwinden. „Elira, hm?“ Das Lächeln war noch immer auf Elias‘ Gesicht, selbst als die Sonne sich erneut dem Horizont näherte und das geschäftige Treiben auf dem Schiff langsam zur Ruhe kam. Mittlerweile lehnte er an dem Mast und schob den Rest seiner Tagesration an Essen zur Seite, damit er für die Nacht auch noch etwas hatte.
Seine Augen waren schon zur Hälfte geschlossen als die Dämmerung zur Nacht überging und sich der Mond und die Sterne zeigten. Elias hatte schon in seiner Kindheit die Sterne über alles geliebt, so dass es keine Überraschung war, dass er einige sogar bei ihrem Namen nennen konnte. Ein leichtes Lächeln stahl sich auf seine Lippen bei der Erinnerung an seine Kindheit. Oft hatte er mit seinem Vater gerangelt und versucht ihn zu überwältigen, was ihm leider nur selten geschah, bis er schließlich älter und stärker wurde. Selbst als der junge Elias sich verletzte, war es nie ein Problem, da sein Vater jemand war, der sich in der Heilkunde gelehrt war. Der junge Elf war so in Gedanken versunken, dass er die leisen Schritte nicht hörte, die sich von hinten an ihn näherten.

„Solltest du nicht in der Nacht schlafen und am Tag Ausschau halten?“, es war eine sehr sanfte Stimme, welche er bereits zuvor gehört hatte. Ohne sich umzudrehen murmelte er leise: „Aber am Tag gibt es keine Sterne zu bewundern, keine Zeit um in Erinnerungen zu schwelgen.“ Das leise Tapsen ihrer nackten Füße näherte sich ihm noch weiter, bis sie schließlich neben ihm saß. Die roten Haare waren gewellt und ihre Augen hatten den Glanz des Zornes verloren. Sie senkte den Kopf leicht und murmelte: „Der Kapitän dieses Schiffes ist nicht jemand von der Sorte, welche man gerne zum Freund hat. Man murmelt, dass er sogar Sklaven im untersten Bereich des Schiffes lagert. Verzeih meine Wut.“ Völlig überrascht von der Elfe zog Elias die Augenbrauen zusammen, unsicher was er darauf erwidern sollte. Einen Dank? Ein Ausdruck der Vergebung? Sie lachte leise bevor sie ihm in die Augen blickt und lächelte. „Du musst nichts darauf erwidern. Du bist neu auf diesem Schiff, deshalb solltest du es wissen, solltest du bestraft werden.“ Sie zwinkerte kurz und lehnte sich zurück, bis sie auf ihrem Rücken lag und ihre helle Bluse lose über ihrem Torso lag. Ihr Blick war in den Sternenhimmel gerichtet und ihre Aufmerksamkeit fernab von Elias. Sie wirkte fast so als wäre sie in ihrer eigenen Welt. „Mein Vater war einst in der elandrischen Armee, bevor man ihn getötet hat. Ich habe ihn nie kennengelernt, aber meine Mutter hat mir erzählt, dass er vor seinem Tod nicht gewarnt wurde, dass die Gruppe mit Absicht in einen Hinterhalt gegangen war. Dies resultierte darin, dass er als Einziger erwählt wurde um Informationen preiszugeben, die dem obersten General schaden hätten können. Dies geschah natürlich unter Folter, so dass er mit Qualen, die mit nichts auf dieser Welt vergleichbar wären, starb.“ Sie seufzte leicht und schüttelte den Kopf bevor sich ihr Blick wieder mit seinem traf. „Dies ist der Grund wieso ich auf diesem Schiff bin. Man munkelt, dass der Kapitän einer seiner Folterer war und ich habe auch etwaige Beweise dafür. Ich werde meinen Vater rächen, koste es was es wolle.“ In ihren Worten schwang geballte Wut mit einer Spur von Trauer mit. Ohne Fragen zu stellen griff sie nach hinten und zog eine dünne Decke ihnen nach vorne. „Ich.. dachte es würde kalt werden.“ Nun war ihre Augen auf alles bis auf ihn gerichtet und ein Hauch von Rot traf ihre Wangen. Er lächelte sanft und blickt kurz erneut in den Himmel. „Trotz all dieser geballten Wut und dem Wunsch nach Rache seid ihr eine hübsche und durchaus aufmerksame junge Dame, Elira.“ Sein Lächeln war sanft und in seinen Worten schwang die pure Wahrheit mit.
Als der Mond seinen Weg über das Sternenzelt zog, wirkte Elira immer müder und schlief schließlich, an Elias gelehnt, ein. Die Nacht sollte erst der Beginn einer langen Reise werden.

 

Kapitel II 
Ankunft auf der Isla Esclavo

7. Monat des Jahres 415

Drei Monate waren vergangen, seitdem das Schiff den Hafen Elandriels verlassen hatte. Die Vorräte gingen zur Neige, jedoch sollten sie an jenem Tag den Hafen der Insel Esclavo erreichen. Niemand der Mannschaft wusste, was die Absicht des Kapitäns war oder welches Ziel er auf dieser Insel suchte, außer seinem ersten Offizier, welchen man nur selten zu Gesicht bekommen hatte.

Die Sonne hatte vor einigen Stunden ihren Höchstand erreicht und senkte sich allmählich erneut dem Horizont, als der Kapitän die Mannschaft aufforderte ihm ohne große Fragen zu folgen. Elias war am vorderen Teil der Gruppe und versuchte das Gespräch welches der Kapitän mit seinem Komplizen führte, zu belauschen, jedoch wurde er jedes Mal, als er sich näherte, angewiesen Abstand zu halten. Schließlich gab er sich mit einem leisen Seufzen geschlagen und ließ sich in einen Trott mit Elira fallen. Ihre Augen waren von Hass durchzogen und ein etwas wütender Ausdruck hatte sich auf ihr Gesicht gelegt.
Der breite Weg, auf welchem sie bislang gewandelt sind, verwandelte sich schnell in einen sehr Schmalen, welcher durch das viele Unterholz und das viele Gestrüpp kaum begehbar war. Die kalte Umarmung des Misstrauens machte sich immer bemerkbarer, bis die Mannschaft schließlich auf einer breiten Lichtung stand, welche durch unzählige Absperrungen von der Außenwelt abgetrennt war. Panik ergriff Elias, als er hörte wie hinter ihm etwas ins Schloss fiel, was in diesem Fall ein Tor gewesen war. Genau in jenem Moment drehte sich der junge Kapitän mit seinem ersten Offizier elegant um und ein schäbiges Grinsen zeichnete sich in seinem Gesicht ab. Seine Stimme war tief und rau, als er die Worte aussprach, welche tief in den Herzen der Matrosen geschlummert hatten. „Willkommen auf der Isla Esclavo. Dem neuen Zuhause von euch Narren, die dumm genug waren den Gerüchten keinen Glauben zu schenken!“ Elias holte tief Luft und schloss die Augen für einen Moment. Der junge Elf war fest darauf entschlossen seinen inneren Ruhepol wiederzufinden, selbst wenn er noch nie in solch einer Lage gewesen war. Gewiss war er oft in schwierigen Situationen gewesen, jedoch hatte er dieses Mal eine lieb gewonnene Kameradin an seiner Seite, welche er zu beschützen hatte. Als er seine Augen wieder öffnete, versuchte er langsam und unauffällig das Areal nach Fluchtmöglichkeiten abzusuchen, jedoch ohne Erfolg.
Nur wenige Herzschläge später, traten Männer, welche ihre breite Statur unter einer Rüstung versteckten aus dem großen Haus, welches in der Mitte der Lichtung vorzufinden war. Hohe Lehmmauern, welche mit unzähligen Holzsorten verziert war, bildeten das Prachtstück und verliehen ihm sogar noch einen gewissen Funken an Macht. Die Augen zusammengekniffen blickte Elias in die Höhe um überhaupt den Dachansatz erkennen zu können.

„Ich bring‘ diesen Mistkerl um!“ Bevor Elias überhaupt reagieren konnte oder erst die Situation erahnen konnte, war Elira von seiner Seite verschwunden, einen Dolch fest umklammert und schnellen Schrittes auf dem Weg zum Kapitän. Ihre smaragdgrünen Augen waren mit Wut und Hass gepaart mit einem ungesunden Maß an Mordlust durchbohrt, als sie sich immer weiter näherte. Nur noch wenige Schritte, bevor sie ihre Waffe und ihre ewige Wut an dem Sklavenkapitän auslassen konnte. Gerade als sie ausholte, war ein lautes Klirren von Waffen zu vernehmen. Eliras Augen weiteten sich entsetzt, als sie ihr Gleichgewicht verlor und zu Boden stürzte, direkt vor die Lederstiefel des Elfen. Die nächsten Momente schienen wie in Zeitlupe zu passieren, beginnend mit der langen, schmalen Klinge, welche der Kapitän gezogen hatte und auf Elira richtete. Danach war Elias Herz das Einzige was er vernahm, als seine Beine sich von selbst in Bewegung setzten.

Jemand, der mir wichtig war, wurde durch ihn getötet!

Die Worte, die in Elias Kopf hallten, waren zwar jene, die Elira ausgesprochen hatte, jedoch jene, die auch auf ihn zutrafen. Laskius, der Kapitän, hatte Schuld an seinem Tod! Elias Augen waren nur einen Moment geschlossen und im nächsten traf seine Faust die Wange des Kapitäns, der einige Meter nach hinten taumelte und verdutzt auf den vor Wut tief Luft holenden Elfen starrte. In den Augen des Kapitäns flammte ein Ausdruck des Vertrauens auf. „Ich kenne Euch!“ Seine Haltung hatte sich verändert, so dass er sicher stand und die Klinge nun auf Elias gerichtet war. „Ihr gehört zu den königlichen Kreisen!“  Ein düsteres Grinsen, welches Böses versprach, zeichnete sich auf den Gesichtszügen von Laskius ab. Elias Kopf schoss in die Höhe und seine funkelnden Augen fixierten die totwirkenden seines Gegenübers. Bevor der junge Elf überhaupt die Chance hatte etwas zu kontern, baute sich der Kapitän einige Meter vor ihm auf und knurrte wütend: „Du hast meinen Bruder ermordet!“ Erneut schallte das Klirren von zwei Klingen durch die Luft, jedoch hatte Elias diesmal den Kürzeren gezogen und wurde zu Boden geschleudert, woraufhin sein Kopf einen Stein traf. Das Letzte woran er sich erinnern konnte waren die kalten Augen von Laskius, welche ihn ohne jegliche Emotionen anstarrten.

Kapitel III 
Verderben

Warnhinweis: Folgendes Kapitel beinhaltet Szenen, die eventuell nicht für alle Leser geeignet sind.

 

Eine alte Seite aus dem Notitzbuch von Elias

Ich bin mir ganz sicher, dass er weiß, wer ich bin und was ich getan habe..

 

Es tat weh. Sehr wehr. Jeder verfluchte Atemzug verursachte einen Stich von Schmerz durch den Körper von Elias zu zucken. Seine Augen waren trotz der vergangenen Zeit noch immer geschlossen. Selbst die Sonne hatte es geschafft, dass sie einmal ihren Lauf über den Himmel gezogen hatte und sich gerade den Baumgipfeln auf der Isla Esclavo näherte.

Die letzten wärmenden Strahlen waren noch in der Lage den jungen Elf aus seinem Schlafartigen Zustand zu wecken. Blinzelnd öffneten sich seine violetten Augen, welche viel dunklerer waren, als sie zuvor je gesehen worden waren. Durch seine blonden Haare wirkte die Blässe, die sich auf der Haut in seinem Gesicht ausgebreitet hatte, noch viel bleicher, so dass Elias beinahe schon als toter Seemann gewirkt hätte, wäre sein Kiefer nicht vor Schmerz zusammengebissen. Ein Ächzen entstand in seiner Kehle, als er es wagte eine kleine Bewegung zu machen, die jedoch auch von den Fesseln behindert wurde, die ihn an der Steinwand festhielten.

Die Wärme war aus der kleinen Zelle entwichen, so dass die Luft um einiges kälter wirkte und der modrige Geruch nach Kupfer und altem Holz noch viel deutlicher hervorgehoben wurde. Der düster Blick des Elfen wanderte an seiner halb liegenden Gestalt hinunter, zu den Stellen, an denen sich deutlich eingetrocknetes Blut befand. Sein Hemd war ihm entfernt worden, so dass sein Oberkörper frei von jeglichen schützenden Barrieren gewesen war, was auch von dem Ausmaß von seinen Wunden zeugte, die auch ein persönlicher Schutz gegenüber dem Kapitän waren, denn so war gewährleistet, dass Elias nie in der Lage wäre zu fliehen oder gar zu kämpfen.

Sein Kopf war zur Seite geneigt und es entstanden nach jedem Atemzug kleine Wolken, die sich jedoch im nächsten Moment schon wieder aufgelöst hatten. Elias war gerade noch in der Lage sich Gedanken darüber zu machen was wohl mit ihm passieren würde oder ob man ihn finden würde, wenn er selbst nicht einmal wusste wo er war. Er zwang sich wach zu bleiben, denn er wusste, dass wenn er es wagen würde zu schlafen, dass er eventuell nicht erneut seine Augen öffnen würde und dies wäre eine Schande. Deshalb versuchte er die Schmerzen zu ignorieren und mit letzter Kraft sich so zu positionieren, dass die Sterne, welche durch die Löcher in der Wand in den Raum drangen, in seinem Sichtfeld waren und er sie erneut studieren konnte. Dabei kamen ihm Erinnerungen über seinen Vater ins Gedächtnis. Für einen kurzen Moment schloss er seine Augen, ein leichtes Lächeln auf den Lippen, als er die Vertrautheit in sich aufnahm.

Seine Gedanken reisten weiter und landeten schließlich bei Elira, von welcher er nur ihren ersten Namen wusste, und von jener er nicht einmal wusste ob sie noch am Leben war oder nicht.. Ein seltsamer Schmerz zog sich durch sein Herz und seine Augen schlossen sich, als er sich weigerte sich einzugestehen, dass die freche, kampffreudige Elfe tot war.

 

Gerade als er seine Augen nicht mehr offen halten konnte, schellte die eiserne Tür, die den Raum verschlossen hielt auf. Zuerst blendete das Licht den Elfen, so dass er zurückschrak und den Schmerz in seinem gefühllosen Körper erneut entfachte. Ein stummer Schrei entkam seiner Kehle und seine Augen weiteten sich merklich. Elias konnte jedes einzelne Mal spüren als sich sein Herz zusammenzog und wieder entspannte. Er spürte die Kälte, die sich durch seinen kompletten Körper zog und die Luft, die ihm aus seinen Lugen entkam.

Als er sich wieder gefangen hatte, richtete sich sein Blick auf die Eindringlinge. Es waren zwei Gestalten eine groß und breitschultrig und eine eher kleiner und elegant. Der, der als erstes eingetreten war, war unverkennbar ein Mann, der sich seines Auftretens sicher war und die Frau, die hinter ihm stand noch winziger wirken lies.

Spott war in der tiefen Stimme zu hören, als der Breitschultrige zu sprechen begann: „Seht an, Seht an wer aufgewacht ist. Es ist eine Weile her, Schönling.“ Elias‘ Augen funkelten einen Moment auf, als er die Vertrautheit in seinem Gegenüber erkannte. Bloß, dass es dem Elfen nicht möglich war zu sprechen, da seine Kehle trocken war und seine Stimmbänder schmerzhaft aneinander rieben.

 

Die Ähnlichkeit mit seinem früheren Selbst war an seinem Gegner kaum erkennbar. Er war um einiges größer, so dass er um einiges bedrohlicher wirkte. Seine eisblauen, fast schon weißen Augen trugen eine dauerhaften Funken von Hass in ihnen. Hass, der sich anscheinend gegen Elias richtete und ihm einen kleinen Stich im Herzen versetzte, auch wenn es mindestens sechs Jahre waren, die seit dem letzten Treffen der beiden vergangen waren.
Der durchtrainierte Torso des Elfen war durch ein hellgraues Hemd bedeckt, dessen oberste Knöpfe jedoch bis zum Ende seines Sternums nicht geschlossen waren und die von der Sonne gebräunte Haut freigab. Über seinem Hemd trug er einen schwarzen Mantel, der ihm bis zu seinen Kniekehlen reicht und mit verschiedensten goldenen Verzierungen versehen war. Unter anderem eine Runenzeichen, welches das Zeichen für die Mitgliedschaft einer Gilde war. Die Gilde der ewigen Dämmerung, welche dafür bekannt war Personen mit Kopfgeld den Garaus zu machen. Selbst Elias lief ein kalter Schauer über den Rücken, wenn er auch nur an die Anführer oder die Elite dachte, die sich im Herzen des Zusammenschlusses befanden. Gestalten, von denen man behauptet, dass sie sogar im Lichte des Tages furchteinflösend waren.

Auch wenn Elias sein Gegenüber seit seiner Jugend kannte, wusste er, dass es nicht schwer für sein Gegenüber gewesen wäre den jungen Elfen zu töten, denn ihm fehlte schon früher der Sinn Mitgefühl zu zeigen. Aldant Raramant hatte schon immer gerne sein Können mit der Klinge bewiesen, meist indem er es an Unschuldigen ausließ.

Ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus, als Elias sich ein wenig aufraffte, die Augen funkelnd auf Aldant gerichtet. „Es ist schon eine Weile her.“, seine Stimme war rau und kratzig, jedoch leuchtete die Zielstrebigkeit in seinen Augen, welche sich auf die eisblauen seines Gegners fixiert hatten.

„Weißt du Sebastian, es ist schon etwas amüsierend, dass du dich auf der Isla Esclavo befindest, ganz besonders alleine.“ Elias zuckte bei seinen ersten Worten zusammen, hielt dem stählernen Blick jedoch stand. „Eine Reise. Schließlich brauche selbst ich einmal eine kleine Auszeit, findet Ihr nicht? Oder habt Ihr sie schon gefunden, indem ihr der Gilde beigetreten seid, die Ihr schon seit wir Kinder waren so bewundert habt, alter Freund?“

Ein raues Lachen entkam dem Elf als er nach seiner Waffe griff, die er sich auf den Rücken geschnallt hatte. „Wir sind schon lange keine Freund mehr, Sebastian. Schon gar nicht seitdem du der Elite beigetreten seid. Du hast mich verraten und in meiner schlimmsten Zeit alleine gelassen. Erwarte nicht, dass ich irgendwelche Zurückhaltung ausüben werde.“ Im nächsten Moment erklang das Geräusch von einer Klinge, die auf Metall trifft und ein ersticktes Geräusch von Elias war eindeutig zu vernehmen, welches sogar die junge rothaarige Elfe zusammenzucken lies, die sich hinter Aldant befunden hatte.

To be continued...


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#2 Konsti33

Konsti33

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Geschrieben 12 Juni 2018 - 23:44

Spannend bis zu letzt. Sehr schöne Geschichte ich freue mich schon auf den zweiten Teil.
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#3 Vloid

Vloid

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Geschrieben 13 Juni 2018 - 13:52

Toll ^^ 

Warte schon gespannt auf den zweiten Teil!


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#4 TameyLein

TameyLein

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Geschrieben 17 Juni 2018 - 19:44

- Update



#5 TameyLein

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Geschrieben 30 September 2018 - 13:47

*updatet*

Puh, is schon eine Weile her, seit ich den letzten Teil veröffentlicht habe. Jedenfalls: Viel Spaß mit Kapitel 3 der ersten Schrift!
Wie immer könnt ihr gerne Kritik ausüben, sofern sie sachlich ist.

Greets,

Tamey


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