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Aela von Varul

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About Aela von Varul

  • Rank
    Knochensammlerin
  • Birthday 04/10/1993

Profil Infos

  • Geschlecht
    weiblich
  • Wohnort
    Jarikswall
  • Ingame
    Aela_von_Varul
  • RP Rasse
    Rytarer
  • RP Name
    Aela von Varul
  1. (Vorheriger Beitrag: " Lange Nacht" + "Das Ende der Geduld") OoC: Dieser Beitrag spielt zeitlich unmittelbar vor und nach dem Gespräch aus den Beiträgen aus den Verlinkten Geschehnissen Wütende und ungeduldige Rufe drangen seit Stunden von dem einzigen funktionierenden Stadttor in das Innere. “Was dauert da so lang, verdammt?”, Blaffte ein gut situiert wirkender Händler, dessen Pferdegespann die Pause wohl nicht so ungelegen kam, wie dem dickwanstigen Mann. “Wir ham alle Geschäfte zu tun und Vorräte zu bringen, komm ja nich auf die Idee zu drängeln, ja?”, gab ein dürrer Greis zurück, der kaum noch Zähne zu blecken hatte und dessen vollbeladener Esel fast noch klappriger wirkte als er. Indes breitete sich die Hitze der Scheiterhaufen über den ganzen Hauptplatz aus, die letzten Nächte schon züngelten sie unermüdlich, das Feuerholz der Stadt neigte sich dem Ende zu. Gute Zeiten für Holzfäller, weniger gute für den dichten altehrwürdigen Schwarzeichenwald. Die ausgehungerten Massen stürzten sich auf die Laibe Brot, Körbe voll Früchte und Töpfe gefüllt mit dampfenden Eintöpfen. Zum ersten Mal seit vielen Monaten wirkten die Gesichter der Bewohner sorgenfrei und entspannt, fast wäre man versucht, glücklich zu sagen. Dutzende Tische waren aufgestellt, von überallher zerrten Leute Stühle herbei und aßen zusammen. Eine lange Tafel stand etwas abseits, umringt von konzentriert drein blickenden Palastgardisten, die ihre Augen unermüdlich hin und her huschen ließen. Zwei der drei Mirilan Geschwister saßen in der Mitte und unterhielten sich mit Abgesandten von Thronheim und Elandriel. Die übrig gebliebenen Ratsmitglieder fanden ebenso Platz am der Tafel wie ein alter Zwerg, hinter dem ein Hüne mit verschränkten Armen stand und stoisch den gedeckten Tisch anstarrte. Amarah Mirilan setzte fort: “so verhinderten diese tapferen Zwerge also eine Überquerung der Infizierten über die Zugbrücke und retteten so womöglich die Kristallstadt davor, das Ultimatum nicht einhalten zu können.” Maester Sunkelch lächelte sein aufrichtigstes Lächeln und wurde bei dieser Lüge nicht einmal Rot. “Deshalb haben wir uns entschlossen, Maester Sunkelch aus dem Steingeistclan einen Ratsposten besetzen zu lassen.” Zurückhaltendes Klatschen und Tuscheln folgten ehe die blinde Elfin wieder ansetzte. “Jarikswall steht in Eurer Schuld, Maester”, sie nickte anerkennend in seine Richtung, er bedankte sich höflich. “Ebenso sei Gautekr dem Jomswikinger ein Ratsplatz sicher. Die beeindruckende wilde Kampfeskraft seiner Männer schlug die Rebellion nieder.” Lothringen konnte sich einen zynischen Kommentar nicht verkneifen: “Nachdem sie unzählige der Unseren getötet haben, meint Ihr?”. “Letztendlich standen er und seine Männer zu uns”, entgegnete Allanor Mirilan ernst. Dem Elfen fror das Lächeln ein und er schwieg. “Das Ergebnis zählt, und er”. Nerron unterbrach Amarah mit einem Zwischenruf: “Das Ergebnis kostete uns aber einen nicht unerheblichen Patzen Klunker und Gold”. Allanor zischte: “Noch ein ungefragtes Wort und Ihr werdet sein Leibeigener”. Lothringen senkte den Blick und gab eine demütige Entschuldigung von sich. Die Mirilan ließ diese unbeantwortet und wandt sich stattdessen an die Abgesandten Elandriels, Serondir Celebras und Ciiriel Corax. “Wir sind natürlich auch Euch zu großem Dank verpflichtet, Eure Hilfsgüter machen heute viele hungrige Mäuler satt. Auch, dass Ihr den Konflikt mit Thronheim nicht gescheut habt, um unsere alte elfische Stadt zu retten, werden wir nie vergessen. Als Zeichen unserer Wertschätzung wäre es uns eine Ehre, einem Vertreter Eurer Wahl, ebenfalls einen Ratsposten anzubieten.” Ein Gardist mit langem weißen Umhang trat an die Gäste aus Elandriel heran, kniete sich hin und bot ein Geschenk in gefaltetem Stoff dar. In dem sich seiden anfühlenden Banner, welches zur Hälfte Jarikswalls Farben, zur Hälfte die der elfischen Hauptstadt schmückte, war eine edle Flasche. Ein weißer Hirsch war darauf eingearbeitet, sein Geweih zog sich filigran den Flaschenhals hoch. “Dieser Rotwein aus den Trauben der Palastgärten stammt noch aus den Zeiten, als Jarikswall eine stolze elfische Metropole war und unsere Familie über die Kristallstadt herrschte. Ich hoffe darauf, dass wir diese glorreichen alten Zeiten wiederaufleben lassen können als Teil der elfischen Geschichte.” sprach Amarah mit gesenktem Haupt. Einige Höflichkeiten wurden ausgetauscht und die Elfin richtete ihre Worte gegen die Vertreter der menschlichen Hauptstadt. “Selbstredend danken wir auch Thronheim für das Auflösen des Handelsembargos und als Zeichen unseres guten Willens auf eine fruchtbare Zusammenarbeit würde ich gerne nicht nur den letzten Ratsposten einem Abgesandten Eurer Wahl anbieten, sondern auch ein Gastgeschenk überreichen.” Wie auf Kommando erhob sich der oberste Wächter und verschwand für einige Minuten im Zugang des Schlundes, ehe er in Begleitung eines erbärmlich zugerichteten blonden Mannes, dessen Hände mit Metallketten gefesselt waren, zurück kehrte. Hem räusperte sich und präsentierte mit einer einladenden Handbewegung den Kopf der Rebellion. “Darf ich vorstellen, Osbarn Kronsberg.” Der zitternde Mann war in ehemals weißen Lumpen gewickelt, von altem Blut und Schmutz rostfarben, grau und braun gefärbt. “Euch steht es zu, ihn zu verhören und über ihn zu urteilen.”, ergänzte Amarah an die Abgesandten Thronheims gewandt, während seine Komplizen der Rebellion als Rauch in den Himmel stiegen. Es wurde ausgelassen gegessen und getrunken, bis das Licht der Sonne nur noch mit Mühe den dichter werdenden Regen aus Asche durchbrach, der sich langsam wie ein grauer Mantel über die Dächer und Straßen der Stadt legte.
  2. Denk auch die Bakterien/Viren/Parasiten wären mitverbrannt (Einmischung Ende)
  3. Wunderschöner Antrag für eine wunderschöne Stadt, aber das hast du von mir ja schon oft genug gehört Freu mich sehr für dich, hast echt was atemberaubendes geschafft!
  4. Der Morgen bricht an Die schweren Fallgatter wurden mit malmendem Geräusch nach oben gezogen, ein paar Soldaten schritten heraus, hingen unter die Banner Jarikswalls neue hinzu. Zwei Gestalten, eine hochgewachsen und schlank, eine klein und bullig, passierten ebenfalls und steuerten durch die vorderste Reihe der unruhig wirkenden Truppen der Verbündeten, welche verwundert das Wappen Elandriels beäugten. Der blonde Elf, der einen vor Energie strotzenden Gang mit erhobenen Schultern inne hatte, trat nicht alleine an den Rand des provisorisch durch die Erde gezogenen Grabens, wie Adalon Glinrith es getan hatte. Ein rothaariger Zwerg in prunkvoller Rüstung und einem ehrlichen aber sturen Blick gesellte sich neben ihn, ein großes Einmachglas unter den Arm geklemmt, welches bei jeder Bewegung blubberte. Nerron Lothringen fragte höflich lächelnd bei den belagernden Truppen auf der anderen Seite nach dem Diplomaten Breitenbach und wartete geduldig auf dessen Ankunft. Der oberste Wächter wechselte unruhig von einem Fuß auf den anderen, Warterei konnte er nicht ausstehen, denn Hem Graugrund war ein Mann der Taten. Er hielt sich das Gefäß vor das Gesicht und klopfte wiederholt dagegen. Als eine gewünschte Reaktion ausblieb, schüttelte er es. „Sachte, alter Freund, sachte!“, der Elf beschloss, dass es in seinen Händen wohl sicherer war und nahm Hem behutsam das Glas aus der Hand. Dieser schnaufte und ließ seine Schultern knackend kreisen, genoss mit geschlossenen Augen die ersten warmen Sonnenstrahlen des angebrochenen Tages. In der Stadt schien es noch dunkle Nacht zu sein, so dichter Rauch hing unheilvoll darüber wie ein schwarzer Mantel, verschluckte das Licht des Morgends und das Flackern der Scheiterhaufen. Ein Schatten schob sich über sein Gesicht, ihr Gesprächsparter tauchte auf der anderen Seite des Grabens auf, der Elf rutschte den kleinen Graben hinunter und begrüßte Dorian Breitenbach mit einem aufrichtigen Lächeln. Der Zwerg tat es ihm gleich und stellte sich als oberster Wächter und bis Dato Vorsitzender des Jarikswaller Rates vor. Ohne viel Worte zu verschwenden, kam er zum Punkt. „Die Rebellion ist geschlagen, wir haben die letzten Aufständischen nieder gestreckt oder in den Schlund geworfen. Jeder mit Krankheitssymptomen wurde .. entfernt.“, dabei warf er einen Blick zu den Rauchschwaden. „Die Übergangsregierung wurde von einer Dauerhaften abgelöst. Die Tore werden mit dem heutigen Tage wieder geöffnet. Wir bieten volle Kooperation und Transparenz an, hierfür haben wir einige Vorschläge zu machen. Wir bitten Abgesandte von Thronheim und Elandriel an unseren Tisch. Jeder unserer Nachbarn, von Fahnenträger bis Kommandant, ist herzlichst eingeladen, dem Aschefest beizuwohnen. Nur mit einem großen Mahl können wir leider nicht aufwarten.“ Den letzten Satz betonte er dabei vorwurfsvoll und hielt kurz inne. Die entstandene Anspannung unterbrechend, reichte Nerron dem Menschen das Glasgefäß und klärte sogleich die Verwirrung. „Eine in Formaldehyd eingelegte Ratte. Eine Thronheimer Pestratte um genau zu sein. Naja, eigentlich ist das nicht ganz richtig. Sie stammt aus Mortheim. Wie dem auch sei. Die Privatgemächer der verschwundenen Kurfürstin und ihrer Leibeigenen gaben eine Menge an dampfenden Haufen Dung Preis, wenn ich mal so direkt sein darf. Wir, das heißt die neue Regierung. Das heißt, die rechtmäßige Regierung, möchten diesen stinkenden Mist aufarbeiten und an Lösungen arbeiten. Für eine transparente und gelingende Zusammenarbeit. Mit Thronheim. Und Elandriel. Und uns. Heheh.“, der Elf kicherte kurz, er wirkte gelassen, als wär all die Anspannung der letzten Monate von ihm abgefallen wie eine Decke gewoben aus Metall und Steinen. Ein weiteres mit Flüssigkeit gefülltes Gefäß, nicht größer als ein Gläschen Konfitüre, wurde Dorian Breitenbach vor die Nase gehalten. Kleine weiße Würmer zappelten in dem Wasser vor sich hin. Der Elf wiederholte dabei in einem freundlichen Singsang „Transparenz und Zusammenarbeit!“. „Aber bitte vorsichtig, die Kleinen hier sollten nicht in die falschen Hände fallen.. Rytarischen zum Beispiel.. Hehe.. Nun.. Ähm.. Mit wie vielen Personen müssen wir denn rechnen? Und kommen all die werten Herrschaften auch mit?“, fragte der schrullige Elf, stellte sich auf die Zehenspitzen und stierte über Breitenbachs Schultern hinauf zu den ausharrenden Armeen. Hem seufzte und schaltete sich ein. „Oberster Diplomat Breitenbach, nehmt Ihr oder ein anderer ehrenwerter Vertreter des Königreichs Thronheim denn unsere bescheidene Einladung an und beehrt uns mit Eurer Anwesenheit? Es werden sich dann hoffentlich alle Fragen klären“. Lothringen rieb voller Vorfreude die Hände aneinander. "Und es gibt ein tolles Gastgeschenk!“
  5. (Vorheriger Beitrag: "Isolation" + "Ankunft aus dem Eis" + "Das Ende der Geduld") Das weiße Licht des Mondes brach durch die tief hängenden dunklen Wolken, gleißende Blitze erhellten für Sekundenbruchteile den Hauptplatz. Der schwülen dicken Luft hing der Geschmack nach Metall an und reizte rauchig den Hals. Verunsicherung und Angst war in den Augen der Bevölkerung zu sehen, die sich nun aneinander gedrängt vor dem Gerichtsgebäude versammelten. Allanor Mirilan blickte auf die zahllosen Häupter herab, die Hände auf das Geländer aus Marmor gelegt, seine Schwester Amarah hatte die Augen geschlossen und das Gesicht dem sich entladenden Himmel entgegen gewandt. Der Wächter Graugrund lehnte mit verschränkten Armen an der zwei Mann hohen weißen Waage hinter den Beiden. Bei dem Gedanken, diese sei Aela von Varul gewidmet worden, als sie noch als Waage Jarikswalls tituliert wurde, schnaufte Hem kurz auf. Die übrig gebliebenen restlichen Ratsmitglieder reihten sich neben dem Zwergen auf. Shiva Valiant, die Meisterin der Akademie und Nerron Lothring, der militärische Taktiker und langjähriger Befürworter der alten Elfengeschlechter. Wenige sind sie geworden. Zwei führten die Rebellion an, zwei sind unauffindbar, einer hat sich der Kurfürstin angeschlossen. Das tiefe Bellen der Knochenbeißer hallte zwischen den Gassen hindurch, Karrenweise Holz und anderes Gut, welches von Planen abgedeckt und von Fliegen begleitet wurde, staute sich an den Hauptstraßen vor dem Platz. Das Klirren von Schwertern verstummte immer mehr in den letzten Tagen. „Ich weiß..“, setzte Amarah mit erhobener Stimme an und wartete kurz ab, die volle Aufmerksamkeit des versammelten Volkes zu haben. „Die letzten Monate waren geprägt von Hunger, Angst und Tod. Die Seuche, der Bürgerkrieg, und nun die Bedrohung von außerhalb!“, dabei deutete sie mit dem ausgestreckten Finger in Richtung Thronheims. „Ihr verreckt hier, eure Heime werden geplündert, euresgleichen erhebt die Schwerter gegen euch in diesem sinnlosen Bürgerkrieg. Und in all dem Elend, wo bleibt eure Kurfürstin? Wo bleibt Gór?“. Aufgebrachtes Gemurmel und vereinzelte zustimmende Zurufe drangen an ihre Ohren. „Die Felder sind längst geplündert und die Bäuche eurer Kinder leer! Ich frage euch, wo bleibt die Hilfe eurer rytarischen Hauptstadt? Nicht einen Brotkrumen haben sie geschickt!“, die sonst so zarte Stimme Amarahs überschlug sich fast, die Gesichter der versammelten Männer und Frauen wurden von Stirnrunzeln und gerümpften Nasen durchzogen, wütendes Nicken und Gestikulieren stach Allanor ins Auge. Er lächelte innerlich, sein Blick blieb ernst, als er seiner Schwester weiter lauschte. „Was haben die Rytarer stattdessen getan, fragt ihr euch?“, sie schnaubte kurz. “Intrigen, nichts als Intrigen! Wir sind auf viele Dinge gestoßen, die wir richtig stellen müssen. Die Kurfürstin als Oberhaupt der Rytarer hat an Seuchen forschen lassen seit diese vor vielen Jahren in Mortheim ausgebrochen war. Die ehemalige Hohepriesterin aus Gòr hat die Finsterwalder Pest nach Jarikswall geholt und sie Aelas Kralle, dem Seuchendoktor Dunkelwolf in die Hände gegeben. Ein Angriff von Geisterschiffen? Schwachsinn, ein armseliger Versuch zur Vertuschung.”, Sie hielt inne, Allanor hakte ein. “Wir haben selbstredend auch Beweise für diese Unterstellungen”, dabei blickte er in Richtung Osttor. “Welche wir unseren Freunden da draußen als Geschenk überreichen werden”. Nachdem das Gemurmel der Leute nachgelassen hatte, setzte Amarah erneut an: „Jarikswall war immer schon eine elfische Stadt. Unser Geschlecht, das der Mirilan, herrschte schon über diese, als die ersten Marmorplatten des Palastes geschliffen wurden. Wir wurden verraten und vertrieben, und doch schlagen unsere Herzen unentwegt weiter für die Kristallstadt! Als wir davon gehört haben, dass diese geisteskranke Rytarerin Jarikswall an den Abgrund führte, mussten wir kommen. Wir bezahlten die Jomswikinger, sich auf unsere Seite zu schlagen! Und wir sprachen beim elfischen König vor, berichteten von der Not der guten Leut aus dieser wundervollen Stadt. Elandriel liegt mit einer Flotte vor der Schiffsblockade vor Anker, vollbeladen mit Hilfsgütern!“. Jauchzen und hoffnungsvolles Raunen ging durch die Masse. „Und trotz eures Hungers werden sie nicht hindurch gelassen. Eure Nachbarn, das Kloster, der Ankerplatz, Thronheim, Tabenheim, sie alle stehen nun vor unseren Mauern, haben unsere Burgen und Länderein eingenommen, bereit diese wunderschöne Stadt, unsere wunderschöne Stadt, bis auf den nackten Fels nieder zu brennen. Mit Erlaubnis Górs!“, das letzte Wort spieh sie angewidert aus. Unruhe breitete sich aus. „Jedoch.“ Das wütende Diskutieren und die harschen Ausrufe brachen nicht ab, also schlug Allanor laut mit dem Schwertknauf gegen das Geländer, bis wieder Stille einkehrte. „Jedoch sucht Thronheim den diplomatischen Weg. Wir haben die ganze Nacht Zeit, den Menschen zu beweisen, dass es keine Seuche und keinen Bürgerkrieg mehr gibt.“ Graugrund stieß sich von der Säule der Waage ab und trat nun ebenfalls an das Geländer des Gerichts heran. Mit einem lauten Pfiff gab er seinen Soldaten ein Zeichen, welche daraufhin emsig begannen, das Holz auszuladen und auf den Hauptplatz zu zerren. Imposante Scheiterhaufen wurden vor dem Gericht aufgestellt, die abgedeckten Pferdekarren bahnten sich vorsichtig ihren Weg durch die Massen, die zurück wichen. „Wir merzen all die Verderbnis in dieser Stadt aus, jegliche Krankheit und jeglichen Verrat! Entfesselt euren Zorn in dieser letzten Nacht, reinigen wir Jarikswall, und morgen.. Morgen speisen wir alle in einem riesigen Festmahl zusammen mit unseren Rettern!“ Flammenzungen schlangen sich in die pechschwarze Nacht, verzehrten gierig zischend und knackend die Leichen und Sterbenden, die von den Soldaten hinein geworfen wurden. „Die lange dunkle Nacht hat ein Ende!“, rief Amarah bestimmend. Die Soldaten schwärmten vom grölenden aufgestachelten Mopp begleitet aus und taten wie ihnen geheißen, bis die Morgensonne endlich aufging und den Himmel gleich der Stadt blutrot färbte. (Fortsetung des Beitrags: "Das Aschefest")
  6. Also wenn es nicht mit uns abgesprochen wäre, dann schon, da muss ich Konsti Recht geben, aber keine Sorge, wir haben zugestimmt, das Risiko einzugehen
  7. Totenruhe Das warme Blut sickerte zwischen die Spalten im Bruchstein, die vertrockneten Grashalme gierten mit ihren sterbenden Wurzeln danach. Der röchelnde Mund des Soldaten schnappte auf und zu wie der eines Fisches auf dem Trockenen. Entsetzt hielt er immer noch das Marmeladenbrot fest in den Händen, das seine fürsorgliche Frau für ihn gestrichen hatte. Der Angriff kam unerwartet und von hinten, eine Klinge durchtrennte seinen Hals, bevor er auch nur einen Bissen davon genießen konnte. Das letzte, was seine glasig werdenden Augen im flackernden Kerzenschein noch erblickten waren unzählige nackte Füße, die aneinander gedrungen an ihm und über ihn hinweg huschten. Die Haut des Soldaten und seinen Kumpanen war lange erkaltet als die Patrouille ihn und die leer gewordenen Zellen in den geheimen Katakomben unter dem Friedhof fand. Die letzten Sonnenstrahlen flimmerten durch die anbrechende Nacht. Aufgebrachte Soldaten hetzten klimpernd durch das Akademieareal und suchten nach den Entflohenen, inzwischen haben Sunkelch und sein Berg von einem zurückgebliebenen Haustier längst Einlass in der Festungsakademie erhalten, wohin Aela von Varul der verwirrten Alten nach unterwegs war. Verwundert über die schlechte Stimmung und das nervöse Gebrüll der Jarikswaller, fragten sich die beiden durch. Mehr als Schulterzucken und Irritation über die Neugierde die Kurfürstin betreffend erhielten sie jedoch nicht. Maester Sunkelch erkundigte sich nach Shiva Valiant, der Meisterin der Akademie. „Die habt Ihr grad verpasst, Maester. Gab ne dringende Sache im Palast, hab aber nich alles gehört, war ja beschäftigt. Bin stolz auf meine Arbeit und die will ich ja gut machen, ne?“, der Rytarer hob demonstrativ den Wischmop in die Höhe und reinigte weiter zufrieden summend den Boden.
  8. Ein Braebar! Willkommen zurück, schön dass du wieder da bist
  9. (Vorheriger Beitrag: "Flüstern im Nebel") Mit gerümpfter Nase starrte Amarah mit ihren ausdruckslosen milchigen Augen in die Richtung, aus welcher der metallene Gestank auf sie einwirkte. Hem Graugrund hatte seine Kriegsaxt vorab in dem Wissen der feinen Nase der Elfin mit einem Tuch fein säuberlich geputzt, kein Rot war mehr darauf zu sehen, was man von den blutdurchtränkten Verbänden und Kleidern des Gefangenen neben ihm nicht sagen hätte können. Der Blick der Juwelernen irritierte ihn, er räusperte sich und fuhr fort. „Zwei der Aufwiegler sind enthauptet, der dritte..“, ein lautes Plumpsen gefolgt von einem schmerzverzerrten Stöhnen unterbrach ihn. Der Schutzherr der Nebelinsel hatte den gefesselten Mann auf die Knie befördert, er beäugte den Wächter Graugrund kurz aus den Augenwinkeln heraus und hakte ein „Der dritte, Kommandant Osbarn Kronsberg, wurde gefasst.“. Wie zum Beweis trat er dem Gefangenen in die Seite, welcher schmerzerfüllt raunte. Die jüngste der Mirilan wandt ihr Gesicht auf die rechte Seite, Allanor, der älteste der drei Geschwister beugte sich augenblicklich zu ihr herunter. Nicht unterwürfig, sondern umsorgend. Nickend erhob er sich wieder und bedeutete den Wachen mit einer Handbewegung, Osbarn weg zu bringen. „Der Marmor hat genug durch die schandhafte lieblose Behandlung dieser Geisteskranken gelitten, wir brauchen nicht noch Blutflecken oder schlimmeres darauf.“, gab Allanor in einem Tonfall von sich, gleich einem Professor, der einem kleinen Kind etwas zu erklären versucht. „Natürlich, wie Ihr wünscht“, der dunkelhaarige Elf mit den zerfetzten Ohren deutete eine kleine Verbeugung an, wäre der so von sich selbst überzeugte Allanor nicht zugegen, hätte er wohl die Augen dabei verdreht. Die Fürstin hätte sein Geschenk zu schätzen gewusst. Der Kommandant wurde von Palastgardisten heraus geschliffen, die durchlöcherten Gliedmaßen hinterließen rote Schlieren. Der oberste Wächter Graugrund wartete noch einige Momente der Stille ab, ehe er wieder einhakte. „Die Rebellen sind weit versprenkelt, unsere Männer jagen sie, einige kämpfen offen, andere verkriechen sich wie die Kakerlaken in Häusern oder im Untergund. Viele von ihnen sind wütend oder verzweifelt und schlagen erbarmungslos zurück, aber mit den Jomswikingern werden wir ohne jede Frage die Oberhand behalten. Unsere Verbündeten Armeen vor dem Osttor fangen all diejenigen ab, die zu fliehen gedenken“. Amarah zupfte ihr makellos weißes Kleid zurecht. „Das klingt doch nach guten Entwicklungen, und doch hängt Eurer Stimme ein vorsichtiger angespannter Tonfall an“. Der rothaarige Zwerg nickte, erkannte im selben Moment die Unsinnigkeit darin und setzte gleich an: „Ja das ist wahr. Wir sind isoliert, der Handelsblockade Thronheims wegen schwinden unsere Reserven, letzte Nacht erst steckte eine Gruppe Rebellen eine Kornkammer in Brand. Ein Teil der Vorräte konnte gerettet werden, und doch ist jeder Verlust in unseren derzeitigen Lage eine Katastrophe.“ Nun äußerte auch Furion Alruine Brethil seine Bedenken: „Die Schiffe von den Nebelinseln als auch die von Elandriel liegen nördlich der Seeblockade vor Anker und harren mit Hilfsgütern beladen aus, keine Möglichkeit, unsere Vorräte aufzustocken.“ Die Juwelerne legte das Kinn auf ihren Handrücken und schaute sie mit resigniertem Gesichtsausdruck an. „Ich verstehe. Dann kommen wir wohl nicht drum herum, etwas von den eisernen Reserven der oberen Bezirke abzugeben“. „Das wäre ein wichtiger Schritt, um den Unmut gegenüber der Obrigkeiten einzuschränken. Die Propaganda der Rebellen hat Früchte getragen. Ich merke schmerzlich Parallelen zur Belagerung Balriks“, entgegnete Hem. Bedachte vorsichtige Schritte geleiteten die Meisterin der Akademie mit ernster Miene die Treppe hinab, gefolgt von den etwas zaghaften einer Frau mit gesenktem Haupt, deren Hand auf der Schulter der alten Rytarerin ruhte. „Ihr ließet nach mir Rufen?“, gab Shiva Valiant von sich, unsicher, ob sie die Frage an den obersten Wächter oder die Juwelernen zu richten hatte. Die Elfin erhob vorwurfsvoll ihre Stimme. „Wie steht es um eine Heilung der Seuche? Der Rat hat lange keinen Bericht mehr erhalten“. Shiva ließ sich eine Weile Zeit mit einer Antwort. „Nun. Es gab einige unvorhersehbare Zwischenfälle“. Der hoch gewachsene Elf verschränkte die Arme, Skepsis schwang in seinem Tonfall mit. „Behelligt Ihr uns auch mit genaueren Ausführungen oder sollten wir uns mit wagen Aussagen begnügen?“. Die Magisterin seufzte unüberhörbar, die unscheinbare Frau mit Schürze und weißem Tuch um den Kopf trat hervor. „Die Infizierten im letzten Stadium sind entkommen. Wir haben sie isoliert, in einzelne Zellen gesperrt, mit nichts als ihren Lumpen am Körper. Soldaten, deren Diskretion wir uns sicher waren, haben sie rund um die Uhr bewacht. Sie..“, mit gerunzelter Stirn senkte die Frau ihr Gesicht. „Sie sind tot, die Zellentüren standen alle offen“. “Zwischenfälle nennt Ihr das?”, fuhr sie Hem scharf an. “Wir pferchen alle Infizierten zusammen, um Jarikswall sauber zu bekommen, und Ihr wollt mir sagen, dass jetzt ausgerechnet die, die wir um jeden Preis unter den Teppich kehren wollen, irgendwo in der Stadt umher laufen?”, die Gesichtsfarbe Zwerges war inzwischen so rot wie sein Bart geworden. Zaghaft bejahte Oleander, die Akademiemeisterin fiel ihr aber bestimmend ins Wort. “Kein Grund, so ungehalten zu werden. Es ist unmöglich, dass die Seuchenträger in die Stadt vordringen konnten, das Übergangstor in der Außenmauer war selbstverständlich geschlossen und die Zugbrücke nicht herab gelassen”. “Und die Festungsakademie wurde von oben bis unten durchkämmt nehme ich an?”, fragte Amarah, drehte dabei nervös an einem der zahlreichen Ringe. Shiva zuckte mit dem Schweif. “Keine Spur von ihnen”. (Nächster Beitrag: "Lange Nacht")
  10. Ein Zanderchen, ich freu mich *bekommt Waldbach Flashbacks und hat das merkwürdige Verlangen nach Schweinereien*
  11. Die alte Elfenfamilie Goldstund hat ihren Sitz im Adelsviertel Jarikswalls und ist für ihre feine Schmiedekunst auch außerhalb der Mauern bekannt. Kasmir Goldstund, der mittlere Sohn, nicht minder begabt als seine Vorfahren es waren und seine Geschwister es sind, aber zu wenig verwurzelt, um sich eine Zukunft in der Kristallstadt vorzustellen, geht mit Zuversicht und einem aufrichtigen Lächeln auf das Gesuch nach einem Juwelier ein. "Geehrter Rat des Volkes, mit beklemmter Brust verfolgte ich die Schrecken, die die Hauptstadt der Rytarer so beutelte, dem Volk, dass schon so viel Leid ertragen musste. Es wäre eine unglaubliche Ehre, zumindest die Kronjuwelen des großen Herrschergeschlechts der Dämmerklaue zu restaurieren, ja sogar zu verfeinern. Aber wer bin ich, der es sich erdreistet, die königlichen Besitztümer mit meinen unbedeutenden Händen zu berühren? Kasmir Goldstund ist mein Name, meine Familie ist seit die ersten Händler ihre Pforten öffneten mit der Geschichte Jarikswalls verwebt. Die dekadenten Adelsgeschlechter schmückten ihre Häupter, Hälse, ja sogar ihre Hunde mit Juwelen aus unserer Schmiede. Gold, Silber, Achat, Jade, Opal, Smaragd oder Sonnenstein, die Liste an Schönheit ist unendlich. Ich greife auf einen großen Erfahrungsschatz zurück, mit allen erdenklichen Materialien erbrobt zu sein und bringe eine große Experimentierfreudigkeit mit, um einzigartige Juwelen zu kreieren und hoffe darauf, meine Dienste in die Euren zu stellen. Selbstredend werde ich meine besten Werke mitbringen, damit sich ein Bild von meinen Fähigkeiten gemacht werden kann. Mit größter Hochachtung, gez. Kasmir Goldstund"
  12. (Vorheriger Beitrag: "Eingeforderte Gefallen") Rosa Nebel. So fein waren die Blutstropfen, die um den Stumpf flimmerten, woran wenige Augenblicke vorher noch ein starker Waffenarm hing. Der Jomswikinger brüllte wutentbrannt, man merkte ihm den Schmerz nicht an, da war nur blinder Zorn in seinen aufgerissenen Augen. Seine linke Hand fasste den bemalten Rundschild fester und schnellte mit voller Wucht nach vorn. Der junge Soldat in der Jarikswall Rüstung taumelte zurück, das jugendhafte Gesicht wirkte angstverzerrt. Mit solch einer Rage war er noch nie konfrontiert gewesen, dies war sein erster Kampf auf einem Schlachtfeld und dann musste er ausgerechnet solch einer Bestie gegenübertreten. Die Schwertschneide unsicher vor sich haltend sah er sich um. Der Kristallplatz wurde vollständig von den Kämpfen eingenommen, der weiße Marmor Brunnen spieh rotes trübes Wasser aus, Tote trieben darin mit entsetzten Gesichtern. Der schwebende Kristall, der dem Platz den markanten Namen verlieh, vibrierte jedes Mal bedrohlich, wenn die stählerne Pfeilspitze eines Querschlägers dagegen donnerte. Zumindest konnte der Soldat keine Zivilisten ausmachen, es war genug, dass sich das Militär gegenseitig zerfleischte. Osbarns Rebellion, hauptsächlich Soldaten aus dem untersten Vierteln, die Männer aus der Dämmerschwinge und die Jomswikinger auf der einen Seite, die loyalen Truppen unter Hem Graugrund, die Palastgardisten, Unterstützung der Nebelinseln und die Elfen der Mirilan auf der anderen. Welche Armee auch diesen Bürgerkrieg gewinnen sollte, es wurde so oder so zu viel Jarikswaller Blut vergossen. Ein Beil spaltete die Stirn des jungen Soldaten, der augenblicklich vornüber fiel. “Augen immer beim Gegner lassen, Welpe”, spottete sein Gegner, der vom Schild auf die Axt mit der Linken gewechselt war. Sein höhnisches Grinsen wandelte sich innerhalb eines Sekundenbruchteils in einen erstickten Schrei, die Reißzähne eines Knochenbeißers versanken tief in seinem Schritt. Das massige Tier riss seinen breiten Schädel hin und her, zog das Fleisch bis zu den Eingeweiden aus dem Mann heraus. Ohne einen Mucks sackte er zusammen, der Kriegshund zerrte unbeeindruckt weiter an seiner mittlerweile toten Beute. Die leichten Schritte eines elfischen Kriegers huschten an ihm vorbei, dabei schnitt er mit geschmeidigen Bewegungen seiner scharfen Klinge des Langschwertes einigen Rebellen den Kopf vom Haupt, bevor sie ihn überhaupt hinter sich bemerkten. Sein langer Zopf wirbelte hinter ihm her, als er elegant auf dem Vorsprung über dem Schlund landete. Schnell ließ er das Schwert in der Scheide verschwinden und holte den Bogen vom Rücken. In wenigen Sekunden war der erste Pfeil bereits gespannt, und gerade als er das Projektil auf seinen tödlichen Flug schicken wollte, traf ihn der schwere Stiefel Osbarns. Er spürte das Knacken seines Sprunggelenks, als würden die Knochen in tausende kleine Splitter zerfallen, die sich augenblicklich durch das Fleisch bohrten. Ein Schwertknauf prallte in seinem Gesicht in einer Explosion aus stechenden Schmerz auf, ehe sich der Körper des Elfen auf den langen Weg nach unten machte. Es vergingen genug Sekunden, um seine Gedanken von einem zum nächsten Augenblick in seinem Leben springen zu lassen, ehe der Schlund ihn vollkommen verschluckt hatte und der unnachgiebige Steinboden ihm mit einem matschenden Geräusch ein Ende setze. Die Schlacht war noch im vollen Gange, und doch war ihr Ausgang bereits Gewiss. Amarah lehnte an einer Säule des Palastes und rümpfte die Nase. Der Gestank nach Blut und Tod wurde vom Wind heran getragen, und ohne sehen zu können hatte sie beste Vorstellungen davon, wie ihre schöne Stadt mit Blut besudelt wurde. Ein Elf in leichter Rüstung mit unzähligen Verzierungen trat an sie heran und machte sich mit einem leisen Räuspern bemerkbar. “Es sieht nicht gut für uns aus, liebste Schwester. Wenn wir jetzt nicht handeln, siegen die Aufständischen und brennen unseren Palast nieder.”, setzte Allanor der Stille ein Ende. Sie seufzte. “Ich teile unsere Reichtümer ungern mit solchen Barbaren”. “Ich weiß. Es widerstrebt mir ebenso”, Der hochgewachsene Elf betrachtete Amarah, suchte in ihrem Gesicht nach Regung. Sie starrte ausdruckslos der Sonne entgegen, die schwach und kraftlos versuchte, durch den Nebel zu dringen. “Wenn es notwendig ist, Allanor, dann gibt ihm halt, was er will”. So viel Abscheu in solch einer zarten Stimme. Der Elf öffnete den Käfig, der zu seinen Füßen stand und ein Rabe erhob sich augenblicklich in die Lüfte, ein langes rotes Band flatterte an seinen Beinen. Mit einem Sturzflug nahm er Fahrt auf, überflog die Stadtmauern, die alle Viertel voneinander trennten und war in wenigen Augenblicken über dem Schlachtfeld, wo er sich krächzend bemerkbar machte. Gautekr, der gerade Rücken an Rücken mit Reinhold mitten im Schlachtgetummel stand, und mit dem aufständischen Hauptmann Hems Männer nieder streckte, hielt inne, blinzelte durch den Nebel nach oben. Das rote Band durchzuckte die weiße Wand wie eine Schlange, die durch einen trüben Teich schwam. Der Anführer der Wikinger löste ein Horn von seinem Gürtel und bließ kraftvoll hinein, das donnernden Grölen hallte zwischen den Häuserschluchten hindurch und überschwemmte den ganzen Kristallplatz, lähmte ihn für wenige Augenblicke. Verwirrt drehte sich Reinhold um und sah ihn fragend an. Bevor er den Mund auch nur zu einer Frage öffnen konnte, schlug Gautekr ihm die Axt in den Hals. Die entsetzte Stimme des Hauptmanns wurde hoch und schrill: “Du Verräterschwein, warum?”. Der Jomswikinger bretterte dem Aufständischen sein Schild in das Gesicht und trat ihm seitlich in das Knie. Schwer atmend kniete Reinhold vor ihm, immer noch Unverständnis in seinen Augen. “Die Elfen haben gerade eure Bezahlung überboten”. Der bärtige Hühne kam näher. “Ich nehme euer Geld, und das der Mirilan auch”, dabei zog er seine Axt aus dem Fleisch und holte zum Schlag damit aus. Stechende Hitze breitete sich plötzlich von seiner Schulter aus, ein Pfeilschaft ragte aus seinem Rücken. Er fuhr ruckartig herum und schleuderte die Axt dem Bogenschützen entgegen. Reinhold nutze die Gelegenheit und sprang auf, schlug dem Jomswikinger das Schwert in die Seite. Vor Zorn brüllend packte dieser den blutigen Hals des Hauptmanns und hob ihn von den Füßen. Röchelnd und zappelnd hing er da, die aufgerissenen Augen wurden von geplatzten Äderchen durchzogen. Sein Todeskampf dauerte nicht lange an, denn Gautekr donnerte seinen Hinterkopf mit einer derartigen Wucht gegen den Marmor des Brunnens, dass dessen Schädelknochen wie eine morsche Walnuss aufknackte. Die Schlacht war geschlagen, mit dem Seitenwechsel der Jomswikinger waren die Aufständischen ihren Trumpf los und die ersten Kämpfer verließen panisch den Hauptplatz. “Jeder Jarikswaller, der sich gegen die Führung gewandt hat und sich der Rebellion angeschlossen hatte, wird erbarmungslos gejagd und seiner gerechten Strafe zugeführt!”, brüllte Hem Graugrund über das sich ausdünnende Getümmel, einen Fuß auf den sich windenden Kopf von Graumähr. Der oberste Wächter Jarikswalls enthauptete den Kommandanten der Dämmerschwinge mit der schweren Doppelaxt und hob diesen am Schopf in die Luft. “Euer Anführer Graumähr ist tot. Euer Anführer Reinhold ist tot. Und Osbarn wird es auch bald sein, also legt eure Waffen nieder und euer Leben wird vielleicht verschont!” (Fortsetung des Beitrags: "Flüstern im Nebel")
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