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Thalizia

Eine regnerische Nacht . . .

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~~oOo~~ Eine regnerische Nacht . . . ~~oOo~~

[~vorrangegangen~)

 

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Der Abend war noch recht jung als Tiriana Arandur und ihre beiden Begleiter Kirios Arandur und Denethor Tagal das Osttor Aramats stadteinwärts passierten. Denethor hob seinen Blick den tiefschwarzen Wolken entgegen, die den Himmel bedeckten….

„Regen...“ knurrte er… „Wieso, bei Durae, regnet es ständig in diesem Nest, das sich Hautstadt schimpft?!“

„Ich wusste gar nicht, das wir aus der Söldnerstadt Aspio Sonnenanbeter sind, die bei Regen den Schwanz einziehen?!“ Tiriana bedachte ihn mit einem höhnisch Blick.

„Seid nicht grimmig, ich gebe Euch, wenn wir die Bastionstaverne erreichen auch einen Krug Bier aus!“ Kirios klopfte dem Schwertkämpfer aufmunternd auf die Schultern.
„Es wird nicht gesoffen bei der Arbeit!“ raunzte Tiriana, die voran ging zu den beiden Männern.

Denethors Blick wurde noch grimmiger, dann wandte er sich an Kirios.

„Zu wem wollen wir überhaupt?!“ fragte er muffig, um keinen Hehl draus zu machen, das ihm dieser abendliche Ausflug im strömenden Regen gehörig stank.

„Zu einem Freund.“ entgegnete Tiriana knapp bevor Kirios hatte antworten können.

„Hat dieser Freund auch einen Namen?“ raunzte Denethor.

„Ja!“ antworte die Löwin.

Denethor wartet einen Moment ab, in dem glauben, sie würde den Namen nennen, doch sie ging einfach eilig weiter.

„Interssant...“ gab er ihr schließlich zurück.

„Und wo wohnt er?“

„Keine Ahnung?“

Denethor sah sie irritiert an.

„Und wo finden wir ihn dann?“

Tiriana blickte ihn über die Schulter hinweg an:

„Nun…. Ich hoffe in der Bastionstaverne...“ sagte sie.

„… oder in einer der anderen Tavernen Aramats...“ fügte sie so leise hinzu, das Denethor sie nicht mehr verstand.

 

Als die Gruppe die Bastionstaverne erreichte hob sich Denethors Laune für einen Moment. Wen auch immer die Löwin hier sprechen wollte… es würde sicher eine Weile dauern und er könnte sich aufwärmen. Doch als sie die Taverne beratet eile die Löwin nur kurz zum Wirt und sprach einige Worte mit ihm. Grade als Denethor seinen nassen Mantel ablegen wollte, sah er wie der Wirt den Kopf schüttelte.

„Wir müssen weiter… er ist nicht mehr hier...“ sagte Tiriana knapp und eilte wieder in den Regen hinaus.

 

So wanderten sie durch die Stadt… Stunde um Stunde verstrich und es regnete ohne Unterlass immer weiter…

Schließlich lehnte sich Denethor an eine Hauswand.

„Bei allem gebührenden Respekt Löwin…. Wir waren nun in der Bastionstaverne…. In der Taverne zur flutschigen Spitzhacke…. am Schluckspecht… in der Taverne zum heiteren Luftpiraten und in der Taverne zum brütenden Eber…. In der Turmtaverne….“ Er holte Luft und hob die Hand, um weiter aufzuzählen…

„Dann noch in der Taverne in der Dunkelgasse, im Lustigen Lurch, in der Taverne zum flammenden Schinken und am Gasthaus zu den Bibliotheken….“

„Im Bordell zum scharfen Drachen und im Freudenhaus der Schwarzen Rose waren wir auch!“ warf Kirios mit einem breiten grinsen ein.

Denethor errötet leicht und nickte…

„Ja, da auch….“ raunzte er.

„Aber in jeder Taverne hat man Euch gesagt, ihr hättet ihn leider schon verpasst?! Wo wollt Ihr denn noch suchen? Und in welcher Verfassung wollt Ihr ihn dann vorfinden?!“

Doch Tiriana antwortete nicht. Sie bog um eine Ecke und Denethor folgte ihr widerwillig.

„Hört Ihr mir überhaupt zu?“ brummte er als sie abrupt stehen blieb.

„Dort unten haben wir noch nicht gesucht….“ sagte sie und deutete auf das Tor zur Unterstadt das vor ihnen lag.

„Ich kenne nur zwei Tavernen dort. Den Wilden Eber und die Taverne am Flohloch… Teilen wir uns auf? Denethor und du ihr fragt beim Wilden Eber… keine Sorge Kirios ist dem den ich suche schon begegnet. Und ich gehe zum Flohloch.“ Mit diesen Worten stieg sie die Stufen hinab in die Unterstadt.

 

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Als Tiriana die Taverne am Flohloch erreichte war sie froh drinnen noch Licht zu sehen. Sie betrat den Gastraum. Drinnen war es warm. Kerzen tauchten den Raum in einen Schummerlicht und es roch nach Alkohol, Pfeifenqualm, Tabak und Wachs.

Sie blickte sich um. Schließlich blieb ihr Blick an einem Alben hängen, der seine Füße quer über den Tisch vor sich gestreckt hatte und den wenigen noch verbliebenen Gästen munter zuprostete.

Ein Lächeln stahl sich auf ihre Lippen. Gemächlich trat sie an den Stützbalken neben seinem Tisch heran und klopfte gegen das Holz.

„Guten Abend…. Oder soll ich lieber sagen: Guten Morgen?“

Der Alb hob den Kopf und schenkte Tiriana ein breites Grinsen.

„Dunkel oder Hell, was ist der Unterschied. Setzt Euch und lasst uns Eure trockene Kehle befeuchten!“ sagte er und rief dem Wirt zu, er möge noch ein Bier bringen.

Tiriana nahm auf der Bank dem Alb gegenüber platz.

„Ich hoffe Ihr hattet einen schönen Abend?“ fragte sie und klang dabei etwas ironisch.

„Nun, in der Dunkelheit gibt es stets Freunden zu entdecken!“ entgegnete der Alb und machte eine nichtssagende Handbewegung währenddessen.

„Ich habe heute Abend nicht wenig Leute kennen gelernt… Hauptsächlich waren es Wirte… manche die Euch mehr und manche die Euch weniger gut gesonnen sind.“ sagte sie und grinste.

Der Alb hob eine Augenbraue und sah sie fragend an.

„So so?“

Der Wirt tat zu ihnen an den Tisch und stellte wortlos einen Krug Bier vor Tiriana ab.

„Aber immerhin habe ich Euch endlich gefunden!“ fuhr Tiriana fort, nachdem sich der Wirt wieder hinter seine Theke verzogen hatte.

„Auf Euren Erfolg sollten unsere Gefäße gegeneinander schlagen!“ rief der Alb aus und prostete Tiriana so voller Elan zu, das er fast nach hinten über gefallen wäre.

Tiriana spürte, wie ihr die Nervosität es schwer machte die richtigen Worte zu finden.

„Es mag verwunderlich für Euch klingen, aber ich habe Euch gesucht, weil ich Euch um etwas bitten möchte.“ begann sie und schaute etwas verlegen zu dem Alb hinüber der sich grade noch einen Schluck aus seiner Flasche gönnte, nun aber inne hielt und sie fragend ansah.

„Ich bin mir nicht sicher, ob Ihr wisst, was dieser Tage auf den Straßen geschieht…?“ sprach sie weiter und blickte dem Alb hoffnungsvoll entgegen.

Der Alb senkte seinen Blick auf die Flasche in seiner Hand hinab, von der er noch eine tiefen Schluck nahm.

„Diese Dinge betreffen uns nicht….“ antworte er schließlich.

„Ich weiß…. aber…“ sie suchte nach Worten.

„Dennoch, bin ich hergekommen um Euch um Hilfe zu bitten.“ Tiriana griff in die Innentasche ihres Mantel und zog einen Brief heraus, der zwar versiegelt war, auf dem jedoch nirgends der Name des Empfängers geschrieben stand.

Sie blickte von dem Brief in ihrer Hand auf. Der Alb, der seine Füße vom Tisch genommen hatte blickte sie nun ernst an.

Tiriana senkte ihre Stimme deutlich.

„Diese Zeilen sind an den Herzog Rowen Rivaas de Mathis und seine Schwester Terra gerichtet… Was auch immer auf den Gassen geschieht… ich muss sicher gehen, das sie dieser Brief erreicht… Wenn… nun ja wenn….“

Doch bevor sie weiter reden konnte fiel ihr der Alb ins Wort:

„Wir empfehlen einen Boten!“

Ein aufgesetztes lachen, kam der jungen Frau über die Lippen. Ihr Blick senkte sich wieder auf den Brief… Nervös strich sie mit den Fingerspitze über dem Umschlag des Briefes und fuhr mit dem Finger über das Siegel.

„Dies ist keine Nachricht, die ich einem einfachen Boten anvertrauen kann… Ich hatte gehofft Ihr würdet mir helfen, diese Nachricht sicher zu überbringen, falls mir die Möglichkeit genommen wird....“ sie spürte wie ihre Stimme stockte… und sich ihr inneres dagegen sträubte, ihre Befürchtung laut auszusprechen.

„Es wäre nur, im äußersten Notfall und ich... ich würde Euch, nicht bitten, wenn es mir nicht so wichtig wäre...“ und sie bemerkte, wie sich etwas flehendes in ihre Stimme schlich.

„Unsere Worte sprachen bereits, diese Dinge betreffen uns nicht.“ entgegnete der Alb ernst und in Tiriana Ohren klangen seine Worte fast ein wenig schroff. Er lehnte sich wieder auf seiner Bank zurück und nahm noch einen Schluck von seiner Flasche.

Tiriana sah ihn verblüfft an… so abweisend hatte sie den Alb noch nie erlebt.

„Verzeiht… ich dachte zwischen Terra, Euch und mir wäre so etwas wie Freundschaft gewachsen an all den Abenden… hier in Aramat… Außerdem dachte ich Ihr als Geweihter... würdet meine Bitte nicht so abschmettern....“ stammelte sie hervor… Der Alb stellte die Flasche auf dem Tisch ab, lehnte sich von und sah die Mittelländerin finster an.

„Freundschaft? Die hellen Schatten?!“ seine Stimme wurde lauter als er weitersprach:

„Es ist einerlei! Eure Worte verlangen eine Tat, welche unsere Position in eine Lage bringt, welche uns zuwider ist! Wir werden uns nicht in das Schicksal der Welt ziehen lassen!“

Tiriana blickte entsetzt auf ihren Brief hinab….

„Einerlei? Ist das Euer Ernst?“ Sie konnte nicht glauben, was er da sprach… Sie spürte wie Wut in ihr hoch kochte… Sie ballte ihre Hände zu Fäusten und versuchte die Wut herunter zu schlucken, doch es gelang ihr nicht.

„Ihr seid der Geweihte Tiren Arthoras, ein Geweihter des Arthos, oder etwas nicht?!“ zischte sie wütend hervor.

„Wie könnte einen Geweihten das Schicksal dieser Welt nicht betreffen?“

Ein ironisches Lachen brach aus Tiren heraus.

„Unser Wunsch war es sicher nicht! Und darum fiel unsere Wahl auf den diesen Weg und nicht den Weg den man uns aufzwang!“ Er fuchtele mit der Flasche in der Hand herum und wies mit dem Finger nach oben.

„Vor allem nicht von ihm! Habt ihr einmal seinen Worten lauschen dürfen?“ fragte er sie unverändert gereizt und blickte sie sehr eindringlich an.

Tiriana erwiderte seinen Blick und atmete einmal tief durch bevor sie antworte:

„Nein, ich kann sie nicht hören.... Aber an diesem Brief hängt eine Hand voll Seelen, die dringend Hilfe brauchen werden.... Wenn Ihr mir schon nicht helfe wollt... gebietet es Euch dann Eure Aufgabe als Geweihter nicht ihnen zu helfen?

Tiren stand der Zorn ins Gesicht geschrieben.

„Seelen!?“ rief er aufgebracht aus.

„Seelen sind uns zuwider! Jedes Mal wieder! Und es ist seine Schuld!“ Er packte die Flasche erneut und warf sie vor Zorn an die Wand.

Ein ersten Moment wollte Tiriana den Arm heben, um sich vor den herabregnenden Scherben zu schützen, doch sie krallte sich mit den Fingern an der Tischkante fest und blickte starr vor sich. Sie versuchte sich zu beruhigen, doch es wollte ihr nicht recht gelingen.

„Glaubt Ihr etwa Ihr wärt der Einzige, der unzufrieden ist mit seinem Schicksal?“ zischte sie mit zusammengepressten Zähnen.

„Wir spucken auf Vorhersehung! Wir spucken auf Pflichten! Wir spucken auf das Schicksal! Der uns bestimmte Weg ist von einem grausamen Schatten bestimmt. Und diesen werden wir nicht gehen! Also versucht nicht uns dahin zu bewegen!“ der Alb ließ seinem Zorn freien lauf während er sprach.

Tiriana spürte wie Bitterkeit in ihr aufkam und sich mit ihrer Wut mischte.

„Immerhin gibt es eine Macht die Euch einen Weg aufzeigt....“ erwiderte sie.

„Ich würde zu keiner Sekunde zöger mit Euch zu tauschen, wenn ich dafür nicht länger im Dunkeln tappen würde... wenn ich wüsste was zu tun wäre, um an diesem Elend da draußen was zu verändern...“ sie spürte wie sie sich selbst in Rage redete, doch es war zu spät, um die Worte wieder herunter zu schlucken.

„Ich habe Euch kennengelernt als jemand der höflich, freundlich und auf seine spezielle Art auch mitfühlend und einfühlsam ist.... Niemandem sonst würde ich das anvertrauen!“ Sie nahm den Brief auf schob ihn Tiren entgegen.

Sein Blick senkte sich auf den Brief, doch er sagte nichts…

Tiriana biss wütend die Zähne aufeinander, gewann so grade noch den Kampf gegen die Wuttränen, die sich in ihr hoch kämpfen und knallte den Krug Bier, den der Wirt ihr gebracht hatte, vor Tirens Nase so hart auf den Tisch, das sich ein großzügiger Schwall davon über die Tischplatte verteilte.

Ihrer beider Augen waren genau aufeinander gerichtet und Tiriana wusste, das die anderen Gäste, die ihr im Rücken saßen wohl alle mitbekamen, über was sie grade stritten, doch es störte sie nicht.

„War das, das Einzige, was Euch an all den Abenden Interessierte? Was Euch überhaupt auf dieser Welt interessiert?“ Sie ließ ihrem Zorn Luft und konnte nicht vermeiden, ebenfalls laut zu werden.

Tiren sah sie noch einen Augenblick lang an und fuhr sich dann mit er Hand durch sein Gesicht.

„Ihr würdet also den unseren Platz tauschen wollen?“ fragte er und klang etwas ruhiger als zuvor.

Tiriana nahm die Hand vom Griff des Bierkrugs und zwang sich auch ruhiger zu sprechen und schloss für einen Moment die Augen.

„Ich vertraue auf die Götter.... Ich glaube und hoffe, das sie uns leiten das Richtige zu tun.“

Sie öffnete die Augen und sah Tiren voller Ehrlichkeit an.

„Ich weiß nicht, wie es ist, sie tatsächlich hören zu können... und ich verstehe auch nicht, warum es Euch so zuwider ist... aber ja... wenn das das Mittel wäre um das Leid zu lindern...“ Sie zögerte einen Augenblick.

„Ich kann mir nicht vorstellen, das die Götter gewollt haben, wie die Völker hier in der "neuen Welt" miteinander umgehen....Ich weiß nicht ob es mir helfen könnte mit Euch zu tauschen...“

Ihr Blick wanderte wieder auf den Bierkrug hinab.

„Aber... das... hilft sicher nicht irgendwas besser zu machen! Egal was!“

Eine kleine Pause entstand, doch dann verzog Tiren angewidert das Gesicht.

„Wenn es Euer Wunsch ist die Welt zu sehen wie wir...“ begann er, zog sein Messer und rammte es in den Tisch.

„Opfert Euch, Eure Seele, bietet sie ihm dar. Und wenn Ihr Euch "glücklich" schätzt, dann "erwählt" er Euch...“

Tiriana packte das Messer, zog es aus der Tisch und betrachtete die Klinge mit kaltem Blick. Es war nicht die edelste Waffen, doch zum morden reichte es vollkommen aus.

„Ist das alles?!“ erwiderte sie.

„Geht hinab! Tretet vor ihn! Seht ihm in sein Angesicht und erkennt was er ist!“ blaffte ihr Tiren entgegen.

Ihre Augen wander von dem Messer wieder zu dem Alb und sie spürte wie sich ein freudloses Lächeln um ihre Mundwinkel legte.

„Und Euch? Wäre es Euch egal... wenn er mich nicht.... "erwählt"?“ fragte sie und ließ das Messer geübt über ihre Handfläche gleiten.

„Sagt mir Tiren Arthoras… habe ich mich so schrecklich in Euch geirrt?“

Sie sah wie der Ärger sich wieder über sein Gesicht legte.

„Eine Seele wie die andere... Jede tritt vor... Jede wird verurteilt... Ob der Tag schon nah, oder doch noch fern... Sei es Euer Wunsch, so trage ich die Eure hinab und werfe sie ihm zu Füßen. Doch dort wird Euch nur Enttäuschung erwarten.“

„Ist das so?!“ fragte sie herausfordernd und hob ihre linke Hand an die Lippen, während sie mit der rechten das Messer vor seiner Nase spielerisch durch ihre Finger gleiten ließ. Dann packte sie ihren Handschuh, mit den Zähnen, zog ihn sich von der Hand und spuckte ihn dann achtlos beiseite.

„Dann gibt es wohl nur eine Möglichkeit das heraus zu finden!“ Sie legte ihren linken Arm mit er Innenseite ihres Handgelenks nach oben auf die Tischplatte vor Tiren und umfasste das Messer entschlossen. Er hob die Augenbrauch und blickte sie abwartend an.

Tiriana suchte seinen Blick und sah ihm offen in die Augen.

„Eure Entscheidung….“ sagte sie und hob den rechten Arm, um das Messer herunter rauschen zu lassen… Sie spürte wie der Mut sie einen Augenblick lang verließ, doch in dem Moment in dem sie zum Stich ansetzte griff Tiren nach dem Messer.

Tiriana atmet durch, zog ihre Hand jedoch blitzartig zurück, um sich das Messer nicht wegnehmen zu lassen. Sie hatte nicht vor ihm die Erleichterung zu zeigen.

„AH! AH! AH! So einfach nicht!“ stieß sie aus.

„Ihr habt es doch so gewollt? Das ich die Welt so sehe wie Ihr!.... Ihr habt gesagt, es ist Euch Einerlei...Oder nicht? - Eine Seele wie die andere..... Ein Schicksal, das Ihr hasst.... ein Schicksal dem Ihr nicht folgen wollt....“ Sie schrie ihm die Worte mehr und mehr entgegen und ihre Tränen konnte sie nicht länger zurück halten… seine Worte… sein von Zorn erfüllter Blick… all das hatte entsetzlich weh getan.

„Mich wollt Ihr nun abhalten…? Aber was….. was ist mit all den Anderen da draußen, verflucht?!“ sie hob die linke Hand an die Lippen und versuchte ein Schluchzen zu unterdrücken… doch Tiren begann im selben Augenblick manisch zu lachen.

„Ihr Verdammte! Versteht Ihr langsam das Chaos? Das Schicksal, welches ich verachte. Die Aufgabe welche ich nicht mehr verrichte. Jede Seele, wie die andere und doch individuell....Diese Erkenntnis will ich Eurem Geist ersparen! Euch ersparen Euch selbst in diesem Chaos zu verlieren!

Ein Chaos dem ich mich zu entziehen versuche und in das Ihr mich zurück drängen wollt!“

Wieder bedachte er sie mit einem finsteren Blick.

Achtlos warf die das Messer vor ihn auf den Tisch, wo es mit einem klirrenden Geräusch gegen den Krug stieß.

„Das ist wirklich alles? Aber Ihr habt Recht! Es wäre so viel leichter zu vergessen… alle Erinnerungen im Wein zu ertränken, nach Aspio zurück zu kehren… uu Terra… zu Rowen… ihm einfach sagen, was ich ihm schon seid über 10 Jahren sagen will….“ sie hielt kurz inne und wischte sich ihre Tränen weg.

„Aber so einfach ist das alles einfach nicht!“ zischte sie.

„Bei den Göttern, so verflucht einfach ist es eben einfach nicht!“ ihre Stimme wurde erneut lauter.

„Was ihr tut ist FEIGE! Aber SCHÖN!! Wenn Euch ein Schicksal, in dem Ihr Euch in Feigheit und Bedauern suhlen könnt.... so viel lieber ist, dann tut es mir Leid, dass ich Euch in eurem Suff gestört habe....“ Sie gab sich keine Mühe die Enttäuschung, die in ihrer Stimme lang zu vertuschen. Sie griff nach dem Brief, entzündete das Pergament an einer der Kerzen auf dem Tisch und ließ es dann achtlos zu Boden fallen, wo es kurz aufflammte und dann verbrannte.

Sie wendete sich dem Wirt zu.

„Verzeiht, das ich die Ruhe Eures Hauses so rüde gestört habe, so spät in der Nacht...“ sagte sie. Doch der Wirt sah sie immer noch einfach nur verblüfft an und nickte stumm.

Dann wandte sie sich wieder Tiren zu und warf ihm eine Münze zu.

„Für das Bier…. Nicht das Ihr denkt, ich will Euch etwas schuldig bleiben!“ zischte sie ihm zu. Der Alb fing die Münze auf und fixierte sie mit zusammengepressten Lippe.

„Kein Wort zum Abschied...?“ ein grinsen legte sich über ihre Lippen.

„So lebt den wohl, Tiren Arthoras….“ Sie bedachte ihn mit einem gehässigen Lächeln und einer sehr übertrieben unterwürfigen Verneigung.

Ohne sich noch einmal nach im umzuschauen verließ sie die Taverne zum Flohloch. Kaum war sie über die Brücke, die über das Rinnsal führte, das durch das Gefallenenviertel floss, kamen ihr Kirios und Denethor entgegen.

„Im Wilden Eber war er nicht… habt ihr ihn gefunden? Wo is der Kerl?“ rief ihr Denethor schnaubend entgegen.

„Ist schon gut… lass uns nach Hause gehen...“ sagte sie ohne die beiden an zu blicken…

„NACH HAUSE?! Dieser Scherz ist kein Guter, Löwin!“ echauffierte sich Denethor, doch Kirios hob den Arm, um ihn zum Schweigen zu bringen… und schüttelte in Denethors Richtige den Kopf…

„Also GUT! SCHÖN! Nach Hause!“ brummte Denethor.

„Mögen die Aspionischen Söldner stets davor gewahrt, ein launisches Weibsbild ihren Herrn nennen zu müssen!“ knurrte er in sich hinein… Tiriana blieb kurz stehen… sparte sich jedoch eine Antwort darauf und lief einfach weiter.

„Das hat sie gehört, du Tölpel!“ erwiderte Kirios, klappte den Kragen seines Mantel hoch und folgte ihr in die Nacht…

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Als Skali vom Heuboden der Scheune zurückkehrte waren die Blicke aller Abwesenden auf sie gerichtet, doch sie blickte nur betrübt in die Runde und schüttelte wortlos den Kopf und setzte das Tablett mit der unberührt Mahlzeit auf einer Kiste ab.

„Wieder nichts?!“ fragte Ajali. Besorgnis lag in ihrer Stimme. Skali schüttelte erneut den Kopf.

„Nachdem das kleine Mädchen gestorben ist, hat sie ausreden gesucht, aber seid ihrem Zusammentreffen mit dem Alben Arthoras und der persönlichen Besprechung mit dem Ratsherrn Buchenbach hat sie garnichts mehr gesagt… sie sitzt dort oben auf einem Strohballen und schaut einfach nur mit starrem Blick in den Regen hinaus…“

„Gib mir das mal her!! Auch wenn sie die Löwin von Aspio ist, sie muss essen! Launisches Weib!“ knurrte Denethor und stützte sich mit den Armen auf die Oberschenkel um auf zu stehen.

Doch Kirios der neben Skali gesessen hatte, war bereits aufgestanden und zur Treppe gegangen.

„Lasst gut sein Meister Denethor, ich gehe zu ihr… Ich will euch nicht beleidigen, doch ihr besitzt so viel Empathie und Feingefühl wie eine Dose rostiger Nägel. Lasst mich mit ihr reden!“ Kirios lächelte charmant und stieg dann die Treppen hinauf.

„Elender Halunke… will sich doch nur wieder ran schmeißen!“ knurrte Denethor leise, als Kirios am Treppenabsatz verschwunden war.

Skali blickte Denethor nachdenklich an.

„Er ist ihr gegenüber sehr fürsorglich und einfühlsam, ich glaube er fühlt sich ihr eher verbunden, wie es Geschwister tun… Schließlich sind die beiden ja auch Verwandte...“

Denethor stieß ein verächtliches Geräusch aus.

„Mir is völlig egal, was er in ihr sieht… er soll seine Finger von ihr lassen!“ brummte er.

Über die Gesichter der Zwillinge zog sich ein Grinsen.

„Bist du etwa eifersüchtig auf Kirios?“ fragte Ajali mit gehässigen Unterton.

„Vielleicht hättest du dann nicht so ruppig zu ihr sein sollen in Aramat zuletzt?! Frauen wollen umschmeichelt werden!“ fügte Skali hinzu und die Zwillinge lachten.

Denethors Gesichtsausdruck wurde noch grimmiger.

„Naja, verdenken kann ich es dir nicht, mein Freund… wenn du dich in sie verguckt hast?“ sagte Maldur und klopfte Denethor gönnerhaft auf die Schulter.

„Sie ist hübsch und ihre…“ er formte die Hände rundlich vor seiner Brust…

„Sehen ganz und gar entzückende aus!“

„Schluss mit dem Unfug! Wer hat euch denn solche Hirngespinste in die Köpfe gesetzt!“ bellte Denethor und sah mit vor Wut funkelnden Augen in die Runde.

Er erhob sich von der Kiste, die ihm als Stuhl gedient hatte und griff nach seinem Mantel.

„Wo willst denn nun hin?! Wir sind noch mitten inner Runde!“ fragte Maldur und deutete auf die Spielkarten, die auf einem Fass vor ihm lagen.

„Pissen...“ knurrte Denethor zurück und verließ die Scheune. Draußen zog er sich die Kapuze seines Umhangs über den Kopf und ging an der Scheuenwand entlang bis zum Unterstand der Pferde. Die Luft draußen war zwar kühl, tat jedoch gut.

Er trat ein seinen Rappen heran und strich dem Tier einmal am Hals entlang.

„Braver Junge…“ sagte Denethor leise.

Drinnen hörte er seine Gefährten lachen.

„Dummes Volk, da drinnen! Eifersüchtig… verguckt in die Herrin?! Bei Durae! Was ein Quatsch!“ zischte er leise dem Rappen zu, während er noch eine Hand voll Karotten an das Tier verfütterte.

„Es war damals ein kühler, verregneter Tag gewesen genauso wie heute… hab besoffen inner Gasse des Handwerksviertel gelegen und Prügel von Wirt der Taverne Duraes Einkehr bezogen, weil ich versucht hatte die Zeche zu prellen…. Ich sag dir Gaul, das waren noch Zeiten damals! Der alte Haudegen hat einen verdammt guten linken Haken!“

Er klopfte dem Tier sachte gegen die Seite.

„Kann mich nicht mehr gut daran erinnern, aber Plötzlich war sie da, die Herrin… hat den Wirt angeschnauzt, das er mich noch zu Tode schlägt… Ich sags dir, wenns sein muss kann die Herrin wirklich brüllen wie ein Löwe!“

Ein leises Lachen entfuhr ihm.

„Die Stadtwache hat mich dann inne Zelle gesteckt zum ausnüchtern…. Dort hin kam sie… meinte ich hätte mich im Kampf mit dem Wirt gut geschlagen… wollte, das ich in ihre Garde eintrete... Söldner im Dienste Aspios werde… ein verlauster Säufer wie ich…? Kannst du dir das vorstellen Gaul?“ er lehnte sich an den Zaun…

„Beim ersten Auftrag hätte ich es fast versaut… aber auch da hat sie mich verteidigt…. hab sie da zum ersten Mal mit dem Herzog zusammen gesehen… und es verstanden…“

Denethors Blick wanderte zum Wolkenverhangenen Himmel… Der Rappe wieherte laut… Denethor warf dem Tier einen verächtlichen Blick zu.

„Lach nicht so blöd Gaul, was is falsch an dem Wunsch dieses Mädchen zu beschützen?! Ich verdanke ihr alles, jeder der der Wilden Garde angehört tut das… hat das Herz am richtigen Fleck… will das sie Glücklich wird an seiner Seite… darum werd ich keinen anderen Kerl als den Herzog an ihrer Seite akzeptieren!“

Das Pferd trat ein paar Schritte auf ihn zu und stupste ihn an.

„Ich werd auf sie aufpassen…. Egal, was ich dafür tun muss…“ er strich dem Tier noch einmal wohlwollend über den Nüstern und wollte sich grade wieder auf den Weg nach drinnen machen als er eine Gestalt im Dickicht erblickte. Wortlos blickten sie einander an. Dann sah er wie die Gestalt einen Bogen spannte!

 

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„Denethor pass auf!“ hörte er den schrei der Löwin durch das Lager schallen. In dem Moment sauste auch schon ein Pfeil an ihm vorbei und schlug in das an der Scheunenwand gestapelte Feuerholz ein.

Aus dem Augenwinkel sah er wie die Gestalt zusammenfuhr und davon rannte, er blickte hoch und saß die Löwin, die das Seil des Lastenkrans ergriff, daran herunter sauste und wie eine Furie der Gestalt in den Wald folgte.

Perplex sah der Mittelländer der Löwin noch einen Moment lang hinterher, doch dann realisierte sein Verstand was soeben geschehen war.

„Bei allen Schattenwesen…“ knurrte er und rannte los.

Die Löwin war schneller und durch ihre Zierlichkeit auch um einiges wendiger, sodass es ihm schwer fiel sie ein zu holen!

„Löwin! Wartet! Kommt zurück! Halt!“ schrie Denethor so laut er konnte. Seine Schuhe rutschten auf dem weichen, regennassen Waldboden, Äste schlugen ihm entgegen, während er sich im Dickicht vorarbeitete, als er schließlich auf eine Waldlichtung hinausrannte und Tiriana mit gezogenen Waffen mitten auf der Lichtung stehen sah.

„Herrin!“ rief er, zog sein Schwert und lief vor um zu ihr aufzuschließen, doch noch bevor er einen Schritt hatte tun können blickte sie über die Schulter zu ihm.

„BLEIB ZURÜCK!“ brüllte sie. Doch er missachtet den Befehl und schloss zu ihr auf!

„Verfluchter Idiot!“ keifte sie, in dem Moment hörte sie ein Rascheln vor sich, kurz entschlossen nahm sie ihren Dolch, wirbelte herum und versetzte Denethors rechtem Oberschenkel seitlich einen Schnitt.

Er keuchte und stieß einen unterdrückten Schmerzenslaut aus, bevor sein Beim weg knickte und er mit Schmerzverzerrtem Gesicht auf die Knie ging.

„Verzeih...“ haucht sie ihm zu und wollte in den Wald stürmen… um der Gestalt zu folgen. Denethor blickte auf, legte all seine Kraft in das linke Bein und sprang mit einem Hechtsprung nach vorn, sodass er grade noch Tirianas Bein zu fassen bekam. Die Löwin wurde von den Füße gerissen und stürzte auf dem vom Regen weichen Boden. Sie rappelte sich hoch und blickte mit funkelnden Augen Denethor an.

„WAS SOLL DAS?!“ schrie sie.

„Es flieht, Herrin… es hat niemandem geschadet… bei Nacht und diesem Wetter blind in die Wälder zu rennen ist Wahnsinn!?“ antwortete er und klammerte sich fest um ihr Bein.

Tiriana schnaubte wild vor Wut. Ihr Blick fixierte Denethor.

„NEIN! Ich befehle dir mich los zu lassen!“ keifte sie und versuchte sich aus Denethors Klammergriff zu befreien, doch was die Körperkraft betraf, war sie ihm schlicht unterlegen.

„ES IST DOCH SCHON LANGE FORT!“ brüllte er, zog sich zu ihr hoch.

„JA und das ist DEINE SCHULD!“ brüllte sie und versetzt ihm derartigen Faustschlag ins Gesicht, das ihr Fingerknöchel fies knacksten.

Doch Denethor ließ sich nicht beirren und legte seine wuchtigen Arme um sie.

„Ja es ist meine Schuld und meinetwegen prügelt mich zur Strafe grün und blau, aber lasst uns bitte… BITTE….. zu den anderen zurückkehrten.“ sagte er und drückte sie an sich.

In dem Moment brachen die Dämme in Tiriana… die Schluchzte und klammerte sich an Denethor.

„Warum hast du meine Befehl nicht befolgt, du dummer Kerl?!“

„Ich bin Denethor Tagal. Ich bin nicht verpflichtet den Gesetzen Aspios…. Ich beuge mich nicht dem Befehl des Herzogs Rivaas de Mathis! Ich bin Söldner er Wilden Garde von Aspio und nur verpflichtet meiner Herrin! Der Löwin von Aspio…“ er löste die Umarmung und grinste.

„Auch wenn sie ein nörglerisches, launisches Weib ist! Auch wenn sie mir beflieht, ihr nicht weiter zu folgen und mir heimtückisch das halbe Bein aufschneidet… Ich schütze euch! So lange bis ihr zur Vernunft kommt!“

Tiriana berührten Denethors Worte. Denethor war ein rauer und oft ungehobelter Klotz, und was Launenhaftigkeit anbetraf, standen sich die beiden wohl in nicht nach.

„Is ja gut, ich hab verstanden, und jetzt geh runter von mir du Wüstling!“ Sie gab ihm einen Schubs und Denethor kroch erschrocken ein Stück zurück.

Als sie sich hochrappelten, verzog Denethor vor Schmerz das Gesicht und hielt sich das Bein. Tiriana trat an ihn heran.

„Komm stütz dich auf mich...“ sagte sie.

„Geht schon….“ brummte er und humpelte ein paar Schritte vorwärts bis er ein Ächzen ausstieß und sich gegen einen Baumstamm lehnte.

„Oh ja, starker Mann… jetzt komm schon her!“ sie packte seinen Arm und zusammen machten sie sich auf den Weg in Richtung des Lagers.

Tiriana fehlte jede Orientierung wie weit sie sich entfernt hatten zum Lager, doch sie war sich sicher in die richtige Richtung zu laufen. Nach einer Weile sah sie helle Punkte vor sich in der Dunkelheit und vernahm Rufe:

„TIRIANA! DENETHOR! WO seid ihr?!“

Tiriana erkannte die Stimme. Es war Kirios.

„Wir sind hier!“ antworte sie.

Vor ihnen raschelte es und plötzlich stand der Fahlländer zusammen mit Maldur vor ihnen.

„Durae sei Dank!“ stieß er aus. Sein Blick war besorgt und erleichtert zugleich.

„Verzeiht mir…. Denethor is verletzt. Lasst uns schnell zurück gehen.“ sagte Tiriana.

Auf dem Weg zum Lager berichtet Denethor den beiden in knappen Sätzen, was geschehen war.

Als sie das Lager erreichten kamen auch schon Ajali und Skali herbeilaufen um sich um Denethors Wunde zu kümmern.

Unwillkürlich fiel Tirianas Blick auf das gestapelte Feuerholz, wo noch immer der Pfeil stecke, an dem ihr Blick haften blieb… sie schritt darauf zu und zog den Pfeil aus dem Holz heraus…

>> In diesem Winkel hätte der Pfeil ihn niemals treffen können… der Schuss ging mit Absicht vorbei….<< dachte sie…. Und drehte den Pfeil in der Hand. In den Pfeilschaft war etwas eingeritzt worden. Sie drehte sich in das Licht einer der Laternen und las: - Haben verstanden - Dann fiel ihr Blick auf das Wappen auf der Spitze des Pfeils…. Sie spürte wie der Zorn wieder in ihr hochstieg... Eilig schritt sie zum Scheunentor und riss es mit Wucht auf!

Ihr Blick fixierte Denethor, der sich auf einer Kiste niederließ während Ajali sich neben ihn kniete um nach der Wunde zu sehen.

„Ihr solltet euch was trockenes anziehen, Ajali kümmert sich sicher….“ sprach er während er den Blick zu ihr hob. Als er zu ihr sah verschlug es ihm die Sprache…

Tirianas Blick war eiskalt. Unsicher grinste er.

„Ich trag euch den Kratzer nicht nach, Löwin….“ sagte er.

Doch an Tirianas Blick änderte sich nichts.

Sie hob die Hand, die den Pfeil hielt und streckte ihn Denethor entgegen…

„Erklär das!“ sagt sie. Ihre Stimme zittere vor Anspannung. Denethors Gesicht war förmlich anzusehen wie ihm das Herz in die Hose rutschte.

„Nun… das ist… das…. Nun...“ stammelte er.

„Das ist ein Pfeil mit dem Wappen Aspios…. Nur Mitglieder der Eiskalten Garde nutzen solche Pfeile...“ Tiriana zwang sich ruhig und langsam zu sprechen.

Denethor holte Luft um etwas zu sagen, doch er brachte kein Wort heraus. Der erwartungsvolle Blick der Löwin lag auf ihm wie gewaltiger Felsbrocken.

„Ich hab Rollo, Emilia und Björn bereits in Aramat durch die Gassen streifen sehen… Also sag mir was das hier zu bedeuten hat!!“

„Nun… ja… ich...“ begann Denethor.

„NA LOS!“ brüllte sie.

Denethor blickte grimmig auf den Boden vor sich.

„Sie sind auf Befehl des Wolfes hier um auf euch acht zu geben… Ich habe ihnen Informationen gegeben über eure Pläne…“ antworte er. Betretenes Schweigen herrschte.

Tiriana blickte zu Maldur, der unsicher ein grinsen versuchte und zu den Zwillingen die ihrem Blick auswichen.

In dem Moment wurde Tiriana alles klar.

„Ihr habt das alle gewusst?!“ sagte sie fassungslos und blickte von einem schuldbewussten Gesicht zum andern.

„Ich war noch nie in meinem Leben so enttäuscht von Euch…“ sagte Tiriana.

Denethor lachte.

„Wieso?! Weil uns jedes Mittel recht ist, um unsere Herrin zu beschützen?! Jeder hier ist bereit alles dafür zu tun! Egal was es ist. Lügen, betrügen, Verrat? Jedem Mitglied der Wilden Garde ist jedes dreckige Mittel recht… jedes widerliche Verbrechen willkommen, solange es euch schützt! Diesen Willen wird nichts brechen! Egal wie lange und wie lautstark ihr dagegen rebelliert!“

 

 

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Ein lautes Schnauben und schweres Atmen ging durch die Wälder Amramats als die ein: “Bei Duraes Titten!” die nächtliche Ruhe des Wald störte.

Der Steingeborne Björn lehnte sich außer Atem gegen einen Baum

“Emilia du dummes Weib! Was sollte das? Wolltest du den Jungen niederschießen?” Mit ruhiger Stimme sagte Emilia: ”Wenn ich das wöllte, wäre er schon beim Aufstieg zu den Göttern… und die wilde Löwin hätte wohl den Wald niedergebrannt, dummer Winzling!” Mit grimmigen Blick sah sie Björn an. ”Winzling! Pah! Kein Hintern in der Hose und flach wie ein Brett! Werd Erstmal zu ner Frau!“ fluchte er sie an. Gerade spannte Emilie ihren Bogen, um dem Steingeborenen ein neues Piercing zu verpassen, genau zwischen den Augen als auch schon ihr Hauptmann Rollo Tjal sagte: “So ihr Beiden habt ihr es? Dieses mal kam uns die Löwin dazwischen.” Er sah nachdenklich drein, als er einen Brief in der Hand zwischen den Fingern hin und her drückte. ”Aber man muss ja sagen, das diese Gauklertruppe ihren eigenen Charm hat!” Er sah auf den Beif erneut herab.

“Gut Ihr Beiden...” “Ach Chef! Wann gehts endlich nach Hause? Wir haben ja schon gehört, dass in Aspio selbst der Bär gesteppt hat. Wär gern dabei gewesen!” brachte Björn ein. “ Um noch mehr an Schaden. als schon geschehen ist zu verursachen?“ erwiderte Emilia sarkastisch. Die Beiden sahen sich zornig an.

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”Also da kann ich euch beide beruhigen. Das heut war unsere letzte Aktion. Morgen reiten wir heim. Der Herzog hat uns wieder nach Aspio beordert, mit einer deutlichen Begründung!” Nachdenklich sah Rollo durch den Wald! ”Was wieder nach hause? Eine Nacht in meinen Bett ohne einen schnarchenden Steingebornen?“ sagte Emilie begeistert. ”Endlich wieder gutes Bier?” sagte Björn mit gleicher Begeisterung.

“Ja wir machen uns Morgen früh auf den Weg. Die Dokumente werden heute Nacht noch beseitigt!”

“Und was ist mit Arandur, Chef?” “Ja unsere kleine Katze... laut dem Brief zieht diese wohl in naher Zukunft mit ihrem kleinen Haufen von Gefolge in die Kartoffelkammer um dort… hmm ein wenig Buße zu tun!”

Ein Lachen erhalte und die Drei gingen wieder zur Stadt, um ihre Reise  vorzubereiten.

Rollo warf noch einen letzten Blick auf den Brief runzelte die Stirn und warf ihn in eine Feuerschale am Stadttor von Aramat.

 

Edited by Gleanwall

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