Aela

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    ArishaSarin

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  1. Rakash, Besprechung des Dreigestirns im Palast "Wer?", fragte der Geier von Rakash. "Moerwen von Vatheas", wiederholte der Bote. "Er begleitete die Kriegsschamanin Arisha Sarin nach Aldarith." Gal Arazh winkte mit der Hand ab. "Jaja, die Sache mit den geschändeten Schreinen, ich erinnere mich" "Das solltet Ihr auch, das ist keine Kleinigkeit, Gal.", tadelte die Seherin Dhalia. "Unsere Götter sind erzürnt." "Ich weiß, ich weiß.", entgegnete der Nomade genervt. "Dann schickt ein paar Truppen nach Aldarith." Casimir Mudir, der Vorsteher der Gelehrtenkaste, lehnte sich nach vorn, stütze sein Kinn auf die gefalteten Hände. "Das könnte als Kriegshandlung missverstanden werden." Die Augen des Geiers wurden zu schmalen Schlitzen. "Dann schickt einen Brief voraus, dass unsere Krieger zur Unterstützung gesandt werden und unter dem Kommando derer Armeen stehen. Offiziell zumindest." "Und was sollen die dann dort machen? Die Stadt ist riesig. Es gibt derzeit keine Hinweise, wohin dieses Pack mit den Entführten geflüchtet ist.", wandte Casimir ein. "Nicht immer ist Gewalt die Lösung, auch wenn das die Welt wäre, die Ihr gerne hättet.", ergänzte die Seherin. "Vielleicht bieten wir ein Lösegeld an, ein paar Sklaven dazu?", dabei blickte sie grob in die Richtung des Gelehrten. Dieser nickte zustimmend. "Wäre vermutlich das vernünftigste, vielleicht kommen sie so aus ihren Löchern gekrochen. Wir wissen noch nicht einmal was sie wollen." "Außer uns Gefallenen zu schaden", die blinde Albin lächelte bitter. Gal Arazhs Gesicht zierte ein Grinsen. "Dann 50 Sklaven", das letzte Wort sprach er mit einem listigen Tonfall aus. "Ist Sklaverei in den meisten Städten nicht verboten?", fragte Casimir skeptisch. "Ebenso wie Entführung", entgegnete Dhalia. "Es ist einen Versuch wert." "Ich sehe schon, ich bin überstimmt.", seufzte der Gelehrte. "Dann werde ich die Frondienstler zusammen trommeln lassen." Süffisant schmunzelnd schüttelte der Geier den Kopf. "Nicht nötig." Verwirrt runzelte Casimir die Stirn. Die Seherin nickte verstehend. "Eure Idee ist gut, Gal. Ich glaube jedoch nicht, dass sie den Köder schlucken werden. Aber wir müssen es zumindest versuchen." "Die Entführung eines Rakashers darf nicht ungestraft bleiben", Gal Arazh erhob sich. Casimir tat es ihm gleich. "Und.. wie war noch gleich Euer Name?", richtete er seine Worte an den Boten. "Vran, mein Herr". "Gut, Vran. Speist, ruht Euch aus, und morgen reitet Ihr wieder los.", nun an die beiden anderen des Dreigestirns gerichtet: "Ich gebe den Schreiberlingen den Auftrag. Und ich werde Aldarith kontaktieren, irgendwelche Einwände?". Der Geier schüttelte den Kopf, die Seherin verneinte ebenfalls. Mit zischender Stimme fügt sie hinzu: "Erkundigt Euch auch nach dem Stand der Untersuchungen, ich will wissen, wer von der Deligation unsere Schreine entweiht hat." Boten ritten über die Grenzbrücke, in den Satteltaschen Aushänge zum Verteilen.
  2. DatHolzkopf nein nicht alle alten Spieler würden sich freuen, sondern alte Spieler die an PvP interessiert sind oder es gut finden um das eigene Geld fürchten zu müssen! :D ich kann beiden Seiten Argumente abgewinnen, aber wie gesagt, ich sehe eher dass viele Leute dann um 5 in der Früh extra on kommen um die weg zu bringen, was keinen Mehrwert bringt.. Wenn die Münzen alternativ als Glücksdrops fallen gelassen werden wie Pantheon vorschlägt fände ich es hingegen klasse
  3. Ich hab zum Münzhändler ehrlich gesagt kaum eine Meinung, er ist mir schlichtweg egal, wenn ich Geld im Darkroom machen wollen würde, dann würde ich das System umgehen und um Uhrzeiten umtauschen gehen, wo kaum jemand da ist, die Livemap anstarrend, was den Händler wiederum unnütz macht.. Einen Mehrwert sehe ich vorallem für PvPler, die vielleicht dann dort campen und uns etwas weniger beim Bauen umklaschen.. diese Hoffnung hätte ich zumindest, da die meisten aber vermutlich die selbe Umgehungstaktik wie ich anwenden werden, bleibt es vermutlich eine Hoffnung und es ändert sich am PvP nichts, und für viele wird die Geldbeschaffung einfach mühsamer.. ich schließe mich daher Zachers Meinung an, er hat es sehr schön auf den Punkt gebracht..
  4. Ich verstehe natürlich, dass die Performance unabdingbar ist.. Aber das weitere Reduzieren des Tierlimits bringt ein paar Probleme mit sich, für die ich gerne ein paar Lösungsansätze vorschlagen/suchen würde.. ich hoffe ich habe nichts verpeilt, falls doch berichtigt mich gern :) Problem Bauprojekte: Das Bücher Update.. Hach ist das schön, durch die Lesepulte bekommt man richtig Lust eine beeindruckende Bibliothek zu bauen, Bücher zu schreiben und zu sammeln.. Nur wenn ich ehrlich bin würden wir die Bibliothek fertig bekommen wie Kronnos seine Zwergenhallen.. Bei Mapreset.. Fast genauso mühsam zeigt sich das Farmen von Wolle.. Einerseits massig weiße zum craften, anderseits bunte für Dächer, Teppiche, Banner, Zelte, Shulkerkisten, noch mehr Dächer.. Wir brauchen also Wolle in allen erdenklichen Farben in größeren Mengen.. da aber nur ein kleiner Teil um mich herum geladen bleibt bringen mir mehr Farmen nichts.. und so sitze ich wenn ich es richtig bedacht habe mit meinen 5 Schafen einen halben Tag halb AFK herum, nur damit ich eine einzige Farbe farmen kann.. Problem Wirtschaft: (Falls noch aktuell) die Münzdrops der Monster fehlen für viele als Einnahmequelle und der Verkauf von Werkzeugen als übrig gebliebe Möglichkeit wird durch diese Änderung weiter eingeschränkt.. einige Rezepte benötigen Tierdrops.. ergo benötigt man noch mehr unspaßiges ausartendes stumpfes farmen, wo man rum sitzt und wartet, dass die Tiere sich wieder vermehren lassen und auswachsen.. Ich sehe keinerlei Mehrwert, den Prozess noch weiter in die Länge zu ziehen und sehe den Spielspaß dadurch schon recht beschnitten.. Natürlich ist das keine bewusste Entscheidung gewesen sondern aus Performance Gründen notwendig.. Aber eine Lösung um das Problem abzufedern wäre sehr wünschenswert, ein paar Vorschläge meinerseits, un vielleicht hat ja jemand klügere Ideen hinzuzufügen :) -Alternative vegetarische Rezepte für Dekoartikel und/oder Craftingrezepte -Werkzeug für signifikant mehr Tierdrop (auch auf einer Schere für Wolle möglich?) -Ein NPC, der diese Materialien (Bunte Wolle, Leder,..) verkauft oder eintauscht -Belohnung für Tagesquests
  5. Wir waren zwar nur kurz auf Besuch, daher kann ich zum Programm selbst nicht viel sagen (Außer dass der Auftakt schön organisiert gewirkt hat!), aber wir haben auf eigene Faust die Stadt erkundet und angesehen, und können daher zumindest zur Bauweise ein Kompliment da lassen. Eine wirklich sehr imposante Stadt und liebevoll eingerichtet! :)
  6. Aela

    [CB] Arisha Sarin

    Arisha Sarin Kriegsschamanin Anhänger Pyrahs (Vielen Dank an Verbannter für dieses wunderschöne Bild!) Name des Charakters: Arisha Sarin Geschlecht: weiblich Volk: Gefallene - Albin Geburtsjahr: 375 der 3E. (zur Zeit 65 Jahre) Größe: 1,82m Haarfarbe: Pechschwarz Augenfarbe: Gelb Heimat: Die Insel Rakash Wohnort: Tempel Lushrak Stellung: Kriegsschamanin Pyrahs Handwerk: Wilde Magierin in Feuermagie und Heilkunst Eltern: Marla und Azad Sarin Kinder von 8 Jahren werden in Kasten untergebracht und verlieren häufig den Kontakt zu den Eltern. So auch Arisha, die Schamanenkaste ist seitdem ihre Familie. Zu Ranah Khamriga, ihre Mentorin, hatte Arisha aufgesehen und diese als Mutterersatz gesehen. Geschwister: Als älteste Schwester hat sie ihre jüngeren Geschwisterchen nie kennengelernt, da diese erst geboren wurden, nachdem Arisha in der Schamanenkaste unter kam. Kinder: Jamal, 41, Schamanenkaste Karim, 32, Gelehrtenkaste Azra, 32, verbannt Yara, 21, Handwerkskaste Glaube: In Rakash werden Naturgeister als Götter verehrt. Magie wird als Geschenk dieser angesehen, demnach sind Magier in dieser Kultur mit Geistlichen woanders gleichzusetzen, wenn auch viel mächtiger, und sind als Schamanen tituliert. Diese zumeist Gefallenen nutzen Halluzinogene wie das Seherkraut, um mit den Göttern in Kontakt zu treten. Man könnte meinen, man dürfte auf dieser Insel auf keinen Stein treten, ohne einen davon zu erzürnen, so viele Götter werden verehrt. Arisha hat sich Pyrah, dem Flammengreif verschrieben, welcher als Sonne jeden Tag über den Himmel fliegt, er steht nicht nur offensichtlich für das Element Feuer sondern auch für Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit. Aussehen: Als Albin, noch dazu unter der sengenden Wüstensonne, bewegt sie sich meist vermummt und bis auf die gelben Augen vollständig bedeckt. Eine bräunlich-rote Kapuze mit Überwurf über den Rücken und Oberkörper schützt ihre Lichtempfindliche Haut, endet in lange Fransen, die im heißen Wind wehen. Darunter hüllt sie sich in eine dünne Robe, an den Schultern braun und grau getupft wie das Fell einer Hyäne, vom Torso abwärts beige und eierschalenfarben. Vorne endet die Robe knapp unterhalb der Hüfte, hintenrum zieht sie sich spitz bis knapp über den Boden. Die Hände und Füße sind von dünnen schwarzen Wickelstoffen verdeckt, mit Stiefel bis unter das Knie ist sie gut an das sandige Terrant angepasst. Nächtens, in geschlossenen Räumen oder an sehr bewölkten Tagen legt Arisha ihren Überwurf ab und ihre schmächtige Statur mit viel zu kleinen Händen für so eine große Frau zeigt sich überdeutlich. Als Kriegsschamanin trägt sie eine typisch rakashe Kluft, mit Talismanen, Federn und Knöchlein behangen, einige Säckchen am Gürtel vollgepackt mit Ingredienzien,Tinkturen und Kräutern. Der Oberkörper wird von knappen figurbetonten Leinenstoffen in lichten Braun dürftig bedeckt, die Schultern sind ausgespart und rechts von einem Überwurf aus Hyänenfell dekoriert. Ihr brauner Rock wird vorne von einem grün und orange gestreiften Lendentuch verziert. Um ihren Hals baumelt ein Lederband gespickt mit Reißzähnen unterschiedlicher Größen und Formen. Die Haare sind tiefschwarz, zu Filzlocken geformt, einige Haarbündel enden in Goldperlen. Eine einzelne Strähne, purpur eingefärbt und in eine schimmernde Perle eingefädelt, umrahmt die linke Gesichtshälfte. Um ihre Mentorin in Ehren zu halten färbt sie diese immer noch in der außergewöhnlichen Farbe. Als Albin stechen lange spitze Ohren heraus, die mit Ohrringen und Federn geschmückt sind. Als Kind Pyrahs zieren ihre Haut neben dem Stigma etliche Brandnarben aller Variationen, denn als solches experimentierte sie von Klein auf mit dem Feuer. In ihrem Gesicht sind alte Male einiger dieser schief gegangenen Zauber ebenso zu sehen wie verheilte Schnittwunden aus zahlreichen Übungskämpfen und Raubzügen. Diese auffällige Makel verleihen ihrem zierlichen Gesicht etwas raues und grobes. Die Augen sind mit Ruß betont, das Gelb der Iris wirkt dadurch intensiver und stechender. Charakter: Arisha Sarin ist eine stolze Albin, denn sie ist mit dem Göttergift gesegnet. Nicht nur befähigt und bewilligt sie dieses zu ihren magischen Kräften, besonders erfüllt sie die tiefe Verbindung zu den Göttern mit Ehrfurcht. Äußerst neugierig zeigt sie sich gegenüber fremder Kulturen und Gebräuchen, auch wenn sie diese eher betrachtet, als würde sie Makaken in der Savanne beobachten, wie sie sich gegenseitig Läuse aus dem Fell picken. Böse Zungen könnten sie als hochmütig bezeichnen, sie selbst ist der Meinung, wer sich bewährt und so viel Erfahrung angesammelt hat, sollte mit mehr Respekt und Demut behandelt werden, als solche, die sich erst beweisen müssen. Titel und Status auf den Erfolgen der Eltern oder Ehepartners zu stützen ist für sie und die Rakasher unverständlich, nur selbst errungenen Taten zollt sie Respekt. Arishas Gemüt kann schnell von berechnend kühl zu aufbrausend und unüberlegt kippen. Die Schamanin wird auf Außenstehende seltsam und schrullig wirken, denn mit den fremden Gebräuchen ist sie zwar teilweise vertraut, verharrt aber stur auf denen der ihrer Kultur. Eher würde sie sich ihre mühevoll gefilzten Locken abschneiden, als demütig einen Knicks zu vollführen. Trotzdem akzeptiert und respektiert sie ein jedes Lebewesen, solange es einem höheren Zweck dienlich ist, und sei es als Sklave in den Minen von Rakash. Aufgrund ihrer 4 Kinder, die sie die ersten Jahre derer Leben aufgezogen hat, könnte ein liebevoller Charakter erwartet werden, doch liegt der Grund nicht im Wunsch, Mutter zu sein oder gar Liebe zu den Vätern. Um Rakash zu stärken setzte sie die Kinder in die Welt, denn das Göttergift musste weiter gegeben werden. Sie behandelte diese niemals schlecht oder als wären sie ungewollt, aber mit einer Strenge und Disziplin. Früh mussten diese lernen, bestmöglich der übergeordneten Gemeinschaft zu dienen. Freude im Leben bereitet ihr vorallem der Genuss von gutem Essen, Wasserpfeife und Kaffee. Auch im Glücksspiel findet sie einen Reiz und Drogen, ausschließlich bewusstseinsverändernden Substanzen, ist sie nicht abgeneigt. Halluzinogene Kräuter erweitern ihren Horizont und lassen Arisha sich ihren Göttern näher fühlen und mit ihnen in Kontakt treten, als Schamanin hat sie stets ein Bündel des Seherkrauts dabei. An Luxus, unsinnigem Firlefanz, findet sie keinerlei Gefallen, sie steht über dem Drang von Elstern, glitzernden Tand zu sammeln. Als Kriegsschamanin begleitet sie seit vielen Jahren rakasher Truppen bei Plünderungen, dabei zeigt sie sich nicht als unnötig grausam oder sadistisch, doch sieht sie Gewalt seit jeher als notwendiges Mittel zum Zweck an. Was aber nicht bedeutet, dass sie dem Schwert immer der Feder Vorrang gibt. Geschichte: Kurzübersicht über die Kultur Rakashs: Eine neue Familie 383 der 3.E Dicke Krokodilstränen tropften dem kleinen Mädchen vom Kinn, sie umklammerte den Rockzipfel ihrer Mutter fester: "Aber.. aber ich will bei euch bleiben!”. Die schrullig wirkende weißhaarige Frau mit den eingeflochtenen Knöchlein in den Zöpfen lächelte sie milde an, meldete sich noch vor Arishas Mutter zu Wort. “Natürlich liebst du deine Eltern, und sie lieben dich, das wird sich durch nichts ändern. Aber du gehörst nicht hierher.” Kopfschüttelnd wollte das Kind protestieren, doch ihre Mutter Marla strich ihr sanft durch die schwarzen Haare. “Du wirst im Tempel einziehen, mein Schatz. Das ist großartig, du wirst den Göttern näher sein, als wir uns das vorstellen können!” Arisha drückte ihr Gesicht in den Stoff. “Ich scheiß auf die Götter, ich will nicht weg, ich will auch Schneiderin sein!”. Das vorhin so liebende Streicheln in ihrem Haar wurde plötzlich zu einem kräftigen zupacken und eine schallende Ohrfeige traf ihre Wange. Aus strengen Augen blickte Marla sie an. “Niemals wieder sprichst du so über die Götter”, ihre Gesichtszüge wurden wieder mild und freundlich, Nuancen von Traurigkeit ließen sie älter und kraftloser wirken. “Du bist gesegnet mein Kind, nimm das Geschenk an, dass dir die Götter gegeben haben. Mach uns stolz”. Ranah umfasste die kleine Kinderhand. “Lass mich dir dein neues Zuhause zeigen, der Tempel wird dir gefallen!” Sie zog die Symbole mit dem dicken Kohlestift nach und ließ nacheinander die Papierstücke mit den Runen für Stärke, Ehre und eisernem Willen von den züngelnden Flammen der zentralen einnehmenden Feuerschale verschlingen. "Ehrenhafter Pyrah, flammender Lichtbringer, gibt mir deinen Segen und trage meine Worte zu den Göttern." Ranah tat es ihr gleich und warf eigene Blätter hinzu, Arisha konnte nur ein einziges der Zeichen erkennen, es bedeutete über die Welt hinaus sehen. "Du solltest nicht von den Göttern fordern, sondern darum bitten", tadelte die Frau, während sie einige Blätter der Kräuter, die von der Decke hingen, auszupfte und ebenfalls in das zischende Feuer gleiten ließ. Ein scharfer Geruch füllte den Schrein aus und das Mädchen konnte fühlen wie sich ihre Pupillen stechend erweiterten. Einige Atemzüge später schwollen die Flammen an, formten zwei Flügel und streckten sie bis zur Decke empor. Der schrille Schrei des Falken pustete ihr heiße Luft entgegen, Glut prasselte auf die Haut des kleinen Gesichts ein. Ehrfurcht erfüllte ihr Herz, Angst ließ es wie wild pochen. Sie ließ sich auf die Knie fallen, neigte ihr Haupt zu Boden, legte die Stirn auf den orangenen Teppich. So verharrte sie. Erst als die sengende Hitze des Raumes verschwunden war wagte das Kind, sich aufzurichten. Ihre Mentorin saß inzwischen auf dem braunen Teppich neben ihr und lächelte sie freundlich an. "Hat er zu dir gesprochen?". Arisha schüttelte den Kopf, die zersausten fülligen Haare fielen ihr dabei in das Gesicht. "Das wird noch. Vielleicht solltest du ersteinmal etwas anderes erbitten?", sie zeichnete das Symbol für Verstehen auf ein frisches Blatt und hielt es dem Mädchen hin. Die angehende Schamanin blickte beschämt zu Boden, sie musste noch hart an sich arbeiten, ehe die Götter zu ihr sprachen. 384 der 3.E „Es ist die Farbe der Könige“, wiederholte der Alve, sichtbar verkniff er sich ein Schmunzeln. Rahna betrachtete mit gerunzelter Stirn ihr Spiegelbild in einem vollen Fass Wasser: „Und geht die Farbe der Könige wieder ab?“. „Natürlich.“, sein Gesichtsausdruck wirkte dabei alles andere als zuversichtlich. Purpurne Farbspritzer sprenkelten die weißen Zöpfe der geduldigen Schamanin, die Federn und eingeknüpften Knöchlein wurden ebenfalls von der umher gespritzen Farbe erwischt. Arisha starrte schuldbewusst zu Boden, schob die Glasscherben der zerstörten Phiolen mit der Schuhspitze hin und her. Die Frau seufzte und öffnete den Beutel an ihrem Gürtel, Münzen klirrten dabei . „Wie viel für die zerstörte Farbe?“. Der in bunte Tücher gehüllte Mann schüttelte den Kopf. „Bitte, steckt das weg. Ich bitte nur um ein paar gute Worte für meine Frau bei den Göttern, sie erwartet bald ein Kind und ich bete jeden Tag für die Gesundheit der beiden.“ Rahna nickte mit einem aufrichtigen Lächeln. „Ich werde heute Abend ein Opfer für euch darbieten, es wird ein gesundes starkes Kind.“ Der Händler beugte dankbar das Haupt, die Schamanin legte ihm Münzen hin und nahm zwei unversehrte Gläser voller Farbe aus dem Schrank. „Ich kann ja nicht herumlaufen wie eine bunte Tüpfelhyäne“, lachte sie und drehte sich zu Arisha um. Das Mädchen saß im Schneidersitz vor den zahlreichen Scherben und färbte sich die erste Strähne ihrer langen dunklen Haare ein, die Hände voller Farbe und Glassplitter. "Damit du nicht als einzige so komisch aussiehst", erklärte das Kind. "Tut mir leid", fügte sie leise werdend hinzu. Die Schamanin hockelte sich daneben, wischte die Finger des Mädchens ab und betrachtete dann die eigenen Hände. „Ich will mal hoffen, es geht tatsächlich wieder ab“, grinsend tupfte sie Arisha einen purpuren Punkt auf die Nase. 385 der 3.E Rot rann ihren Arm herab und tropfte auf den heißen Sand. Ihre Wut überlagerte den Schmerz. „Ich wurde für den Tempel auserwählt, warum soll ich kämpfen?“, fauchte sie den Soldaten voller Unverständnis an, die leicht brüchige Stimme bewies eine Prise Angst. „Heb es auf“, gab er nur knapp zurück, unbeeindruckt von der schmächtigen Lernenden aus der Schamanenkaste. Sie schüttelte den Kopf, zog die Augenbrauen trotzig zusammen. Mit der Spitze des Säbels stieß er in die Richtung des Mädchens, mit einem hellen Aufschrei taumelte sie zurück und fiel rücklings hin, strampelte von ihm weg. „Genug.“, ein breit gebauter Nomade betrat den Hof, ein metallener Schulterschutz und seidene Stoffe über der Rüstung zeugten von seinem hohen Rang. Der über Arisha stehende Soldat hing seinen Säbel an den Gürtel, deutete eine Verbeugung an und entfernte sich schnellen Schrittens in die Kaserne. „Mädchen, willst du wirklich in eine niedrigere Kaste?“, fragte er mit einer strengen Stimmlage. Er hob ihr Schwert auf. „Würdest du lieber zum Vieh auf die Weide oder in eine Schreinerei zum hobeln geschickt werden?“ Arisha raffte sich auf und hielt sich die Schnittwunde am Oberarm. „Nein, mein Herr.“ Mit dem Griff voran hielt er ihr die Waffe hin. „Deine Meisterin hat sich anders entschieden. Sie sieht zerstörerisches Potential in dir, du sollst Kriegsschamanin werden, keine Heilerin.”, mit auffordernder Stimme fügt er hinzu: “Die Verderbnis droht, du sollst dich mit verschlingendem Feuer und einer scharfen Klinge entgegen stellen. Tar Salief wird nicht fallen!“ Mit geweiteten Augen starrte sie ihn an. „Aber..“, setzte sie unsicher an. Der Mann ließ sie nicht zu Wort kommen: „Geh dir die Wunde verbinden und dann fängst du an zu kämpfen. Für Schwäche ist hier kein Platz“. Er warf das Schwert in den Sand und wandt sich ab. 386 der 3.E Zischend wie Säure waberte die Verderbnis zwischen den Beinen der Schattenwesen hindurch. Flackernd zeigten sich für Bruchteile einer Sekunde entstellte Fratzen mit gebleckten Zähnen im Nebel. Grollendes Knurren und das Zerbersten von allem in derem Weg drangen an die Ohren der ausgedünnten Armee. Stolze Bäume verdorrten in einem Wimpernschlag und brachen durch wie trockene Zweige, donnerten zu Boden. Die Gruppe der befremdlichen Wesen kam zum Stillstand, lauernd, abwartend. Das panische Tröten der Elefanten und drohende Brüllen der Löwen war lange verstummt. Nur noch die Stille einer verstorbenen Welt und der süßlich stechende Gestank nach Verwesung wehte den Männern und Frauen entgegen. Mit einem aufmunternden Lächeln machte Ranah ein paar Schritte auf das sich entfernende Schiff zu. Die Schuhe hatte sie ausgezogen, fühlte ein letztes Mal den warmen Sand zwischen ihren Zehen. Die Hand weit über den Kopf gestreckt winkte sie dem Mädchen zu. Dann wandt sie sich ab und reihte sich zu den Soldaten ein. Arisha hob zögerlich die Hand, dann rutschte sie zitternd zu Boden, kauerte sich zusammen und schlang die Arme um die Knie. Sie konnte nicht mitansehen, was gleich passieren würde, die zurück gebliebenen Krieger sicherten mit ihrem eigenen Leben den anderen Platz auf den Schiffen. “Wir werden im Kampf sterben, mit unseren Waffen in der Hand und dem Stolz in unseren Gesichtern! Zeigt ihnen keine Angst, sie haben keine Macht über unsere Seelen!”, die mutmachende Rede und das begleitende Grölen wurde von der Meeresbrise herangetragen. “Wir reiten zu unseren Göttern!”, brüllte eine Männerstimme, brach damit das Donnern von hunderten Hufen los. Arisha presste sich beide Hände über die Ohren und drückte die Augen zu. Die Todesschreie wurden fast vollständig gedämpft und nach wenigen Sekunden kehrte Stille ein. Die junge Kriegsschamanin ließ ihre Arme langsam auf die Planken sinken, lauschte mit leerem Blick den Möwen und gleichmäßigen Wellen, die den Anschein erweckten, es wäre ein Tag wie jeder andere. 48 der 4.E Arishas Gesicht zeugte von Gefühlskälte und Abscheu, als sie ihre Tochter fixierte. “Tu das nicht, bitte Mutter!”, flehte die junge Frau mit den weißen geflochtenen Zöpfen. “Es geht wieder weg, das ist nur etwas Husten”, versuchte sie verzweifelt zu beschwichtigen. “Du bist nicht mehr meine Tochter. Du hast deine Krankheit vertuscht, hast die ganze Gemeinschaft gefährdet”, gab die Kriegsschamanin gefasst zurück. “Sag das nicht, ich bin in deine Kaste gekommen, Mutter! Ich bin wie du, ich werde dich stolz machen. Verrate mich nicht, bitte!” Fäuste donnerten gegen die Türe, Arisha öffnete und ließ die ungeduldigen Männer herein. Soldaten mit vogelähnlichen Masken schritten von zwei Seiten auf das Mädchen zu. ihre Stimme wurde immer schriller: “Verbannt mich nicht, ich gehe freiwillig! Ich werde wieder gesund und komme zurück! Ich werde dir Ehre machen, ich bringe eine Armee mit!” Arisha schnaubte nur abfällig. “Als Verseuchte wirst du gar nichts mehr..” Die Gerüsteten zerrten die Tobende aus dem Haus, durch die ganze Stadt bis zur Grenzbrücke zum Festland. Am Weg dahin wichen alle Leute, als würden sie die Pest höchstselbst eskortieren. Sie hörten die Wellen gegen den Sandstein und das bewachsene Holz branden, als sie die Brücke erreichten. Die Soldaten hielten an und stießen die junge Frau zu Boden. Arisha sah in die Ferne, beobachtete die Patrouillen am Wehrgang. “Ich werde dir einen unserer Sklaven nachschicken, er bringt etwas zu essen für die ersten Tage und deine Utensilien mit.” “Bitte nicht!”, flehte die junge Frau, während ihr Kopf nieder gedrückt wurde. So sehr sie ihre Tochter dafür verachtete, Rakash gefährdet zu haben, sie konnte die Kennzeichnung nicht mitansehen und drehte sich um, während das glühende Eisen mit der Rune für Seuche in das Gesicht Azras mit einem zischenden Geräusch versenkt wurde. Die Soldaten verbannten die junge Frau, die Tore wurden hinter ihr verschlossen. Arisha sah von der Stadtmauer hinab mit Traurigkeit im Blick. „Rakash über allem.“, hauchte sie mit wässrigem Blick, während die Silhouette ihres Kindes im Wald verschwand. (Design von MangoCake) Der Überfall 52 der 4.E Der Überraschungsangriff ist nicht die Stärke der rakasher Truppen, denn das grollende Donnern der trabenden Hufe kündigen die Büffelreiter schon von weitem an. Ebenso das verräterische jaulende Lachen der Hyänen und die euphorischen Rufe der Krieger und Kriegerinnen. Arisha preschte als Kriegsschamanin auf dem schnelleren agileren Wüstenläufer an der Spitze der chaotischen Formation voran, vorbei an Koppeln, in denen Pferde nervös die Köpfe hoben. Als sie die wogenden Maisfelder durchquerten, trat eine Reihe provisorisch bewaffneter Männer in Arishas Sichtfeld, die sich schützend vor dem Dorf positionierten. Mistgabeln, Äxte, Sensen und Knüppel würden ihnen entgegengehalten, nicht wenige davon im zittrigen schweißnassen Händen. Die Kriegsschamanin hob eine Hand und drosselte ihr Pferd in gemächliches Traben, die behäbigen Büffel schnaubten und verlangsamten das Tempo. Sie zählte 13 Männer und 7 Greise, von den Frauen und Kindern war nichts zu sehen, das Dorf lag in angespannter Stille dar. Arisha langte in eine der Satteltaschen und umfasste etwas klirrendes. Sie zog eine lange Metallkette heraus, dessen Ende in eine Laterne eingefasst war. Die Kette wickelte sie um den Arm bis zu den Handgelenken und ließ sie zwischen der geschlossenen Hand hinab hängen, die Laterne baumelte darunter wie ein Pendel. "Mächtiger Pyrah, flammender Richter des Himmels, wüte mit uns", setzte sie an. Mit einer fließenden Bewegung zog sie eine Linie in der Luft, das Pendel folgte und der Docht entzündete sich. Aus der linken Hand ließ sie die Zügel gleiten als sie so nah an die Verteidiger gelangte, dass sie meinte, deren Angst riechen zu können. Das Pferd blieb aprupt stehen und schüttelte unruhig den Kopf, tippelte schnaubend auf der Stelle. Bevor sie in Reichweite der ausholenden Knüppel kam zeichnete die Linke ein schnelles Zeichen in die Luft, züngelnd schossen Flammen aus der Laterne und wurden mit einer ruckartige Bewegung nach vorn über die Männer ergossen wie ein Schwall Wasser. Schrille und krächzende Schreie dröhnten über die sanfte Hügellandschaft, brennende Männer warfen sich zu Boden oder jagdten davon, versengte Leichname glimmten im Sonnenlicht. Die unversehrten Bewaffneten, die an den äußeren Positionen standen spurteten auf Arisha zu, sie klopfte der Stute mit der linken Ferse in die Seite, sie machte schnellen Schrittens Platz für die heran preschende Horde Rakasher. Die spitz angefeilten Hörner der Büffel durchbohrten die Leiber der Verteidiger, ebenso wie die Speerspitzen der Soldaten, einige Köpfe wurden von scharfen Klingen des Körpers entledigt. Die Kriegsschamanin trabte indes gemächlich unter dem hölzernen Torbogen hindurch, welcher mit Kletterpflanzen verziert und mit einer Laterne behangen Fremde willkommen hieß. Girlanden waren zwischen den Häusern aufgespannt, ebenso wie Wäscheleinen, an denen verschiedenfarbene Stoffe im Wind wogen. "Ein wirklich hübsches Dorf", sagte sie zu ihrem Wüstenläufer, tätschelte dabei das grobe kurze Fell der Stute am Hals, feiner roter Staub umflirrte ihre Hand dabei. Die Tiere der Rakasher sind bemalt und geschmückt wie sie selbst, Runen und Verzierungen verschönern das Fell, verleihen den Pferden und Büffeln etwas befremdliches, dämonisches. Federn, Talismane, Knöchlein und Perlen sind in die Mähne und Schweif eingeknüpft und schützen die wertvollen Gefährten der Krieger. Ein steinerner Brunnen bildete die Mitte eines Platzes umringt von Pferdekarren und verwaisten Marktständen. Klopfen von zahlreichen Hufen auf Steinpflaster war von überall aus dem Dorf zu hören, Soldaten mit Hyänen an Leinen durchsuchten jeden Winkel nach den versteckten Leuten. Einige Reiter polterten den lachenden Aasfressern in die umliegenden Felder hinterher, folgten deren Fährten, schrille Schreie hallten zwischen den Häusern. Am anderen Ende des Platzes hatte sich eine Hyäne in das Bein einer verzweifelt kreischenden Frau verbissen und zerrte sie aus einem Karren voll Gemüse heraus. "Braves Mädchen!", rief die Schamanin dem Tier zu, ehe sie vom Pferderücken rutschte. Ein breit gebauter und ein kleiner zierlich wirkender junger Krieger eilten schnellen Schrittes hinzu, ehe die Frau zerfleischt wurde. "Lass was über, Rikka!", blaffte der ältere. Indes ging Arisha auf ein großes eindrucksvolles Haus zu, das zwischen der einfacheren Bauweise der restlichen Gebäude heraus stach. Sanft legte sie ihre mit Stoffen umwickelte Hand auf das helle glatte Holz der Eingangstür, den fein gearbeiteten metallenen Torklopfer in Form eines Hundekopfes beäugelnd. "Hübsch isse nich", krächzte der Jüngere, der eine unangenehm rauhe Stimme hatte. Die wimmernde Frau umklammerte ihr blutendes Bein. "Vermutlich überlebt sie die Überfahrt eh nicht", stimmte der Stämmigere zu. Ein schneller Stich in die Mitte des Brustkorbs beendete ihr Weinen und Flehen. Die Albin drückte die Türschnalle herab, nichts bewegte sich. "Männer, ich brauch hier Mal Eure Überzeugungskraft". Die Beiden bewegten sich weg vom Leichnam, der gierig vom Aasfresser Stück für Stück verschlungen wurde. Der Speer mit schimmernder roter Spitze wurde an die Hausmauer gelehnt, während der Größere eine Axt hoch hielt. "Überzeugend genug?". Arisha nickte mit einem Schmunzeln. Donnernd ging die Schneide wieder und wieder in das splitternde Holz, bis die Überreste der Tür nachgeben und aufschwangen. "Ich danke, und nun weiter an die Arbeit, wir müssen schließlich den Aufwand der Unternehmung hier decken", sprach die vermummte Frau gedämpft durch den Stoff, bevor sie das stille Haus betrat. Nach einigen Schritten blieb sie stehen und lauschte mit geschlossenen Augen. Nichts. Die freie Hand führte sie zum Gesicht, bahnte sich unter dem Mundschutz einen Weg zur den Lippen und Pfiff laut, kleine Krallen scharrten eilig über das Parkett und Rikka stand mit blutbeflecktem Gesicht neben ihr, sich mit der Zunge über das Maul leckend. "Na, hat's geschmeckt, meine Kleine?", fragte sie sanft. Mit einer Handbewegung deutete zu suchen, zielsicher schoss das getupfte Tier los. "Nur suchen!", rief Arisha ihr scharf hinterher. Währenddessen sah sie sich im großen Raum um, etliche ausgestellte Weinflaschen und Pfeifen zierten die Kommoden. Der abgestandene Geruch von Rauch haftete den schweren dunkelblauen Vorhängen an, am Boden verstreut vor den breiten Ledersesseln lagen Holzklötze mit unterschiedlichen Tiermotiven und ein geschnitztes Pferdchen. Arisha hockelte sich hin und betrachtete das schön gefertigte Spielzeug in der Hand, das hölzerne Ross war mit bunten Linien überzogen. Ein Lächeln umspielte ihr verdecktes Gesicht, eine Erinnerung an die eigenwilligen Zebras aus ihrer Heimat kam ihr in den Sinn. Nicht nur einmal hatte sie versucht, eines zu zureiten. "Störrische Biester", flüsterte sie und erhob sich. Ein schrilles nervös wirkendes Lachen und eine piepsige sich überschlagende Stimme vertrieben die Stille im Anwesen. Die Schamanin hielt die Laterne vor sich und ging schnellen Schrittes dem Lärm nach. Ihre Hyäne stand mit gefletschten Zähnen in der Mitte eines Schlafzimmers, eine große halb geöffnete Garderobe anstierend. Eine zittrige Frauenhand hielt ein Küchenmesser heraus, die Spitze auf das Tier gerichtet. "Nehmt unsere Wertsachen und geht!", presste die Menschenfrau heraus. Arisha näherte sich ihr und blickte in den Schrank hinein. Zwischen Pelzmänteln und Kleidern in allen nur erdenklichen Farben entdeckte sie ein ängstlichen Kindsgesicht. Arisha hockelte sich hin, stellte die Laterne auf den Boden, hielt dem kleinen Mädchen die bemalte Holzfigur entgegen und fuhr mit dem Finger die bunten Linien nach. "Hast du das gemacht?", fragte sie mit einer hellen freundlichen Stimme. Das Kind drückte sich weiter hinter die Kleidung und ihre Mutter. Die Schamanin zog die Kapuze ab und den stoffenen Mundschutz nach unten, blickte mit schief gelegtem Kopf und einem Lächeln auf: "Du musst keine Angst haben, ich will dir nicht weh tun. Mein Name ist Arisha. Und wie heißt du, meine Kleine?" Die Mutter schob ihre freie Hand schützend vor ihre Tochter. "Unter den Dielen in der Speis ist unser Gold, und da drüben, da ist mein Schmuckkästchen", setzte sie mit brüchiger Stimme an und deutete mit dem Messer auf die dekorative Kommode neben dem breiten Bett, die orangene Bettwäsche wirkte samt und wertig. "Keine Sorge. Wir werden jeden Stein in diesem Dorf umdrehen. Wir nehmen alles mit, was sich zu Geld machen lässt, allen voran eure besonderen Pferde. Die Frage ist nur, seid ihr brav und macht was ich sage, oder wollt ihr mit diesem Dorf zu Asche werden?", mit der Linken zeichnete Arisha ein Zeichen in die Luft und schien demonstrativ Flammen aus der Laterne zu ziehen, welche sich zwischen ihren Fingern zu einem zuckende Ball formten. Die Augen der Mutter weiteten sich panisch und sie schüttelte willkürlich den Kopf. Die Kriegsschamanin öffnete die Hand und das Feuer verpuffte, der angenehme Duft von Rauch breitete sich im Raum aus. "Gut, also leg das lächerliche Messer auf den Boden und komm da raus, damit wir uns wie Erwachsene unterhalten können." Die Frau tat widerwillig wie befohlen. Ein ängstlicher Blick auf die blutbefleckte Hyäne bewog sie dazu, die Schranktür zu schließen, nachdem sie dem Kind ein paar unverständliche Dinge zugeflüstert hatte. Die Albin deutete mit dem Kopf Richtung Türe und folgte der Mutter hinaus in den Flur, welche sich im Schneckentempo fortbewegen zu schien. Arisha wurde ungeduldig, sie kannte die Verzögerungstaktiken zu genüge und hatte sie satt. Mit der freien Hand packte sie die Schnürung des Kleides der Frau und drückte sie vorwärts, sichtbar hatte diese Schwierigkeiten dabei nicht zu stolpern. Im Saloon angekommen schubste die Albin sie auf einen der Ledersessel und blieb vornübergebeugt vor ihr stehen, die Laterne vor deren Nase pendelnd. "Sklaverei oder Tod?", fragte Arisha mit einer kalten Strenge in der Stimme. "W.. Was? I..Ich bitte Euch, ich geb Euch alles was Ihr wollt, wir sind gut situiert, ich..". Flammen loderten in der schwingenden Laterne auf, der flackernde Schein tauchte das stellenweise verbrannte Gesicht Arishas in rötliches Licht, das Gelb ihrer Iris spiegelte das Feuer wider. "Sklaverei oder Tod?", wiederholte diese nur ohne Veränderung in Stimme oder Mimik. "N.. Nehmt mich mit oder tötet mich, es ist mir einerlei, aber lasst mein Kind in Ruhe, ich flehe Euch an!", ihre Stimme überschlug sich wieder und wirkte unangenehm schrill. Ein genervt es Seufzen wurde erwidert. "Störrische Sklaven verkaufen sich schlecht.", setzte die Albin an und besiegelte das Schicksal der Mutter mit ein paar Handbewegungen. Das Leder des Sessels war ausgezeichnet verarbeitet, hielt den sengenden Flammen überraschend lange Stand, ganz anders als der zerbrechliche Körper der Frau. Schwindel überkam Arisha, sie torkelte leicht benommen in die Küche und kramte in den Schränken. Das Nutzen ihrer Pyromantie und den Visionen vor dem Angriff laugten sie aus. Dunkelgrüne Glasflaschen standen aneinander gereiht in einem Fach. Sie hob eine mit zittriger Hand heraus und betrachtete skeptisch den Inhalt. Trüb setzten sich unten Segmente und Fasern ab, nach oben hin wurde die Flüssigkeit klarer. Arisha schüttelte das Gefäß und fummelte den Korken heraus. Forschend roch sie an der Flaschenöffnung. Erst als sie sicher war, keine Spur von Alkohol zu riechen nahm sie einen vorsichtigen Schluck. Marille. Sie leerte das Getränk binnen wenigen gierigen Schlucken und machte sich nach Atem ringend daran, weiter zu kramen. Eine Dose aus türkisem Porzellan erlangte ihre Aufmerksamkeit, sie hob neugierig den Deckel. Der Duft nach Minze und Zitronenmelisse stieg ihr in die Nase, sie betrachtete die spiraligen Bonbons und nahm schließlich eine Handvoll in den Mund. Sie rutschte den Rücken gegen den Schrank gepresst zu Boden, kauerte sich einige Momente hin, bis der Schwindel verflogen war. Die Schreie und Rufe aus dem Dorf wurden weniger, das Traben der Büffel hörte sich nicht mehr gehetzt sondern gemächlich an, Gelächter und Trommeln drang nach innen. Sie kaute an den Süßigkeiten und kehrte anschließend mit zufriedenem Gesichtsausdruck in das Schlafgemach zurück, Rikka lag gähnend vor dem Schrank, den breiten Kopf auf den Pfoten ruhend ließ die Türen nicht aus den Augen. Arisha hielt der Hyäne ein Bonbon vor sie Nase, welche vom Geruch angewidert sofort den Kopf anhob. "Du bist ein Banause!", lächelnd tätschelte sie den Kopf des Tieres, ehe sie die Schranktür öffnete und sich davor im Schneidersitz setzte. "Deine Mama hat mir ihre köstlichen Bonbons angeboten als wir uns unterhalten haben", log sie und hielt dem Kind die geöffnete Dose entgegen. Mit einem winzigen Schritt wagte es sich etwas hervor, einen Pelzmantel vor dem Körper haltend, als wäre es ein Schutzpanzer. Knackend ließ Arisha weitere Süßigkeiten verschwinden. "Sind wirklich gut!", bestätigte sie noch einmal mit freundlicher Stimme. Endlich klaubte das Mädchen zögerlich ein Stück heraus und stopfte es in den Mund. "Weißt du, deine Mama hat mir erzählt, wie gern du Pferde hast.", pokerte die Schamanin. Das Gesicht des Kindes hellte sich ein klein wenig auf und es nickte. "Ich darf aber keins haben, ich bin noch zu klein, hat Mama gesagt". Zustimmend nickte nun Arisha. "Weißt du, das sagen Mütter, die ihren Kindern nichts zu trauen. Sie glaubt, du kannst das gar nicht. Ich denke aber, du bist schon groß genug, oder?" Ein Stirnrunzeln verlieh der Kleinen Entschlossenheit. "Das kann ich wohl! Gerhardt hat mich schon mitgenommen zum Stall, ich hab die Pferde gefüttert und gestriegelt.. Und.. Und einmal da hat er mich beim Ausritt mitgenommen!", Die Angst und Vorbehalte schienen wie abgefallen, das Mädchen griff erneut in die Dose und setzte sich mittlerweile Angesicht zu Angesicht vor Arisha. "Das hab ich mir gleich gedacht als ich dich gesehen habe. Weißt du, ich spüre, ob jemand das gewisse Etwas in sich hat, einmal großes zu bewirken, so wie du." Stille, nur das knackende Kauen und das entspannte tiefe Atmen der eingeschlafenen Hyäne war zu hören. "Was willst du denn einmal werden?" Das Kind dachte keine Sekunde darüber nach: "Ich werde Mal die besten Pferde diesseits des Meeres züchten, noch bessere als die von Papa." "Das ist ein tolles Ziel!", Arisha klatschte leise in die Hände und lächelte bis über beide Ohren. Das Mädchen freute sich sichtlich über die Zustimmung. "Weißt du, was noch toller ist, als Pferde?", Eine kaum hörbare Nuance List intrigierte ihre Stimmlage. "Mh-mh", ein Kopfschütteln begleitete das verneinende Geräusch. "Elefanten!", die Schwarzhaarige hielt sich einen Arm wie einen Rüssel vor die Nase und machte ein Tröten nach, das Mädchen und sie fielen in ein ausgelassenes Lachen ein. "Würdest du die gerne sehen?" Das Mädchen staunte aus großen blauen Augen und nickte sofort. "Dann komm", setzte Arisha an, erhob sich und hielt ihr die Hand hin. Die kleinen Fingerchen legten sich in die ihre und sie gingen durch die Küche den Hinterausgang hinaus, damit die noch kokelnde Leiche ihrer Mutter den naiven Geist des Kindes nicht beunruhigte. "Behalt dir diesen Traum, kleines Mädchen. Mit Zielen und Ambitionen wirst du es in Rakash weit bringen". Die Umklammerung ihrer Hand wurde fester, das Kind drückte sich ängstlich an die Schamanin, als sie heraus traten und sie die bekannten Gesichter der Menschen ihres Dorfes sah, die am Hauptplatz aufgereiht standen. Metallene Halsringe, in deren Ösen dicke Ketten eingefädelt waren, die die Reihe miteinander verband, zierten deren angsterfülltes Erscheinungsbild. Menschen und Alven in ähnlich befremdlichen Gewändern wie die Arishas tummelten sich wie Ameisen, schleppten verschiedenste Dinge heran und verluden sie auf Karren. "Wo ist Mama?", fragte das Mädchen kaum hörbar, die Reihe Sklaven, bestehend aus Kindern, Frauen und einigen wenigen leicht verletzten Männern, anstarrend. Die Schamanin lächelte herzlich: "Die hatte keine Ambitionen, so wie du". Die Kapuze und den Gesichtsschutz wieder über die empfindliche Albenhaut ziehend traten die beiden aus dem Schatten des Hauses und gingen auf die anderen Bewohner zu. Das Mädchen blieb immer wieder abrupt stehen und wurde von Arisha weiter voran gezogen. Ein Nomade mit verwittertem Gesicht schnallte ihr ein Halsband um und die Schamanin führte sie in die Reihe, wo sie angekettet wurde. "Die Elefanten werden dir gefallen, das verspreche ich dir!", Die mit Stoffen bedeckten Finger strichen dem Kind sanft über die Wange, ehe sie zurück trat. "Das tollste hab ich dir noch vorenthalten!", Arisha hielt das bunt gestreifte Holzpferd kurz hoch. "Es gibt da auch Zebras, wie das hier." Das dumpfe Dröhnen im Takt von Trommeln ertönte, die Reihe setzte sich langsam in Bewegung. Die nackten Fußsohlen des Mädchens scharrten am Boden, als der Zug an der Kette zunahm. Entsetzt starrte sie die vermummte Frau an, die ihr freundlich zuwinkte, während sie immer weiter in die Ferne rückte.
  7. Super Erklärung, vielen Dank für die Arbeit :)
  8. 48 der 4 E. Schwarzwaldküste, Nahe der Grenzbrücke Vorderwacht Der pampige nasse Sand klebte an Azras nackten Fußsohlen. Sie hockelte sich mit dem Blick gen Himmel hin, die kalte Gischt des Meeres wusch ihre Haut sauber. Sie beobachtete die Geier, die unter den Sternen kreisten, andere hüpften in einigen Schritt Abstand um die beiden herum. "Gal Nazrim.", sprach sie zu den großen Vögeln, welche den stinkenden Unterschenkel nicht aus den gierigen Augen ließen. "Der Unersättliche", dabei leerte sie ihr geronnenes Blut über die Opfergabe. "Der erste Tribut." Sie erhob sich mühsam und trat einige Schritte zurück, die Aasgeier stießen herab und rissen die ersten Stücke nekrotischen Fleisches heraus. Immer mehr tummelten sich, sie zankten sich und schrieen krächzend, beachteten Azra und den Mann mit dem angewiderten Gesichtsausdruck nicht weiter. "Wie versprochen wirst du mehr Tribut erhalten. Bald schon. Mehr als deine tausend Mägen verschlingen können." Mit geballten zitternden Fäusten starrte die Albin die undeutliche Silhouette der Grenzbrücke in der Ferne an. "Ich werde eine Armee bringen, Mutter." Mit der rechten Hand betastete sie die verkrustete Narbe über dem Auge, fuhr den Konturen der Rune mit der Fingerkuppe nach. Mit zittriger Stimme fügte sie hinzu: "Eine verdammte Armee." Mikael legte ihr sanft eine Hand auf die Schulter. "Tut es sehr weh, Herrin?" Azra zog die Finger von der Wunde und schaute ihm in die mitleidig blickenden Augen. "Fass mich noch einmal ungefragt an, und ich schneid dir den Arm ab, den du nicht bei dir behalten kannst. Gal Nazrim ist immer hungrig." Sofort entfernte sich der Mann einen großen Schritt und blickte unterwürfig zu Boden, senkte das Haupt. "Verzeiht, Herrin. Ich dachte, Ihr brauchtet Beistand." "Verwechsel meinen Zorn nicht mit Schwäche.", erklärte sie ihm ruhig. Beide schwiegen, lauschten der kräftigen Brandung der Wellen, dem Knacken und Knirschen der Knochen, dem Schaben der spitzen Schnäbel. Azra bewegte die Zehen, grub sie in den kühlen Sand ein, atmete tief durch und schmeckte das Salz der Meeresluft. Schreie von Möwen waren in der weiten Ferne zu hören und die Albin meinte fast die gewohnten Geräusche aus Rakash zu vernehmen, die über die Meeresenge hierüber getragen wurden. Die in der Wüstenbrise flatternden Tücher und Planen, das Durcheinander an Stimmen am Basar, Trommeln, die aneinander schlagenden Klingen der Soldaten, die knallenden Peitschenhiebe der Sklaventreiber und hin und wieder das dröhnende Trompeten der Elefanten. "Was würd ich jetzt für eine saftige Orange geben, oder eine Hand voll süßer Datteln im Honigmantel". Vorsichtig wägte Mikael die nächsten Worte ab, er wollte die aufbrausende Schamanin nicht erneut verärgern, entschied sich dann zu schweigen. "Oder scharf gegrilltes Kamel, eine Spur Kümmel und Chili, mit Zitrone und Knoblauch.", ein seltener Anblick bot sich, im Mondlicht zeichnete sich ein Lächeln in ihrem Gesicht ab. "Das. Das klingt köstlich, Herrin." Sie hob die Augenbrauen. "Stimmt, du hast so etwas noch nie gegessen, nicht wahr?" "Nein, Herrin.", gab er nur knapp zurück, eine Nuance Missgunst schwang im Tonfall mit. Sie schnaubte belustigt. "Da wirst du schon in ein Land verschleppt, wo Milch und Honig fließen, und dann bekommst du nur die Küchenreste". "Die Küchenreste bekommen die Schweine, wir trockenes Brot und ab und an Brei, Herrin." "Das heißt unsere Schweine haben mehr Ahnung von den kulinarischen Köstlichkeiten des Landes als unsere Sklaven?", fragte sie amüsiert. "Ja, Herrin. Und sie leiden seltener Hunger als wir. Als unsere Kinder.", er unterdrückte eine aufkeimende Wut. Ein halbes Leben der Ungerechtigkeit, der Demütigungen, der Unmenschlichkeit, und nun war er mit dem körperlich schwächlichen jungen Sproß der Familie Sarin allein. Ohne die rakasher Sklaventreiber. Ohne die Soldaten. Ohne ihre Mutter. Er schloss die Augen und schluckte den Hass herunter, zwang sich an seine Hilde zu denken. "Sobald wir zurück in die Heimat dürfen, Mikael.", setzte sie an. Das war das erste Mal, dass er seinen Namen aus ihren Mund hörte. "Sobald wir eine Armee haben. Wir werden solange Köstlichkeiten essen, bis wir es nicht mehr drinnen behalten können!", lachte sie. Überrascht starrte er sie an. Azra hatte "wir" gesagt. 228 der 3 E. Tar Salief, Festung des Skorpions Mit einem hellen Klang stieß der Flaschenansatz auf das Glas, eine dunkle Flüssigkeit ergoss sich darin. Der Skorpion roch genüsslich an dem Getränk und nippte daran. "Schaut mich nicht so vorwurfsvoll an, warum sollte sich die ganze Welt betrinken dürfen, nur wir nicht?", dabei blickte er nacheinander die Bildnisse der Götter an, die mahnend von den Wänden herab starrten. Der Totengott hatte den spitzen Schnabel weit aufgerissen, als würde er widersprechen. Der Mann prostete dem Abbild zu und leerte den Palmenschnappps, welcher angenehm in seiner Kehle brannte und eine Spur Süße in seinem Mund hinterließ. "Sieh es so, vielleicht stolpere ich betrunken und brech mir den Hals, dann bekommst du mein Fleisch und meine Seele früher", lachte er. "Willst du auch einen?", der junge Alve schüttelte den Kopf, wobei die Ketten klirrten, die von seinem Sklavenhalsband bis in die linke Hand des Skorpions führte. "Verpasst etwas. Erstklassiger Schnapps, er schmeckt nach Wärme. Nach Sonne.", er drehte die Flasche vor seinem Gesicht und betrachtete die darin schwappende Flüssigkeit. "Das bleibt doch unter uns, oder?" Der blonde zusammen gekauerte erwiderte nichts, die Angst war ihm deutlich in das Gesicht geschrieben. Der militärische Führer der Stadt riss an der Kette, woraufhin der junge Mann vorn über fiel und einen erschrockenen Aufschrei von sich gab. "Oh seht an ihr Götter, er hat seine Stimme zurück, ein Wunder!", lachend gab er der Kette mehr Spielraum, sodass der Alve wieder auf seine Kniee kam. "Du wirst keinem ein Sterbenswörtchen sagen, dass der große Skorpion, Begünstigter der Götter, tödliche Klinge von Tar Salief, sich der unehrenhaften Schwäche, dem Frewel, dem Alkohol hingibt, ja?" "N.. Nein, kein Sterbenswort." Der Skorpion nahm einen großen Schluck direkt aus der Flasche und stellte sie auf den Beistelltisch ab, erhob sich aus dem breiten gepolsterten Sessel, hockelte sich neben den Puppenspieler, betrachtete dessen feine Gesichtszüge. Er wickelte die Kette um die Hand, bis sie kurz und straff war, der Alve den Kopf heben musste und dem Mann in die braunen Augen sah. "Kein Wort über irgendetwas!", fügte der Skorpion hinzu und küsste sanft die weichen Lippen seines neuen Sklaven.
  9. Ich find, das ist eine echt tolle Idee, Mal andere Projekte anzusehen und rplich Kontakt zu knüpfen, gefällt mir :)
  10. Die Leute wandern in Scharren in den Darkroom. Die Tür schließt sich, Nervosität breitet sich aus. Aglonor: Ich würde euch gerne über Jesus Christus dem einzig wahren Erlöser erzählen
  11. 48 der 4 E. Felsthurn, Dorf östlich der Eisenberge Die schwarzen Stummel, die nur noch entfernt an Zähne erinnerten, bissen fest in das nachgiebige Stück Holz. Das kleine Mädchen drückte fest seine Hand, sie hatte schnell Hilfe geholt, als die Minenarbeiter ihren schreienden Großvater heraus schleppten. Die buschigen Augenbrauen des alten Mannes bildeten zahlreiche Falten über der Nase und die Stirn war gerunzelt. „Ist gleich vorbei“, beschwichtigte Azra, als sie mit einem Ruck die knackende Schulter einrenkte. Gedämpfte Schmerzensschreie drangen an ihre verdeckten Albenohren, sie hob kurz eine Hand. „Das wars schon!“, versuchte sie dabei freundlich zu lächeln und hielt die flache Hand auf. Der Mittelländer rieb sich das pochende Gelenk und langte dann in einen kleinen Beutel, trat widerwillig zwei Münzen an die Albin ab. „Widerlich, jetzt kommen diese Kreaturen schon bis nach Felsthurn und beuten die alten Leute aus“, zetterte ein Kaufmann im Vorbeigehen zu einem ebenso bunt gekleideten Mann zu seiner Rechten. „Ja, vor die Mauern gejagt gehören die“, antwortete dieser abfällig. Die Frau ballte die Fäuste und machte einen Schritt auf das Duo zu, wog in Gedanken ab, ob sich eine Konfrontation lohnen würde. Der Stolz in ihrer Brust wiegelte ihr Temperament auf, lockte mit süßen Phantasien von zertrümmerten Kniescheiben, um den beiden Gockelhähnen Repekt beizubringen. Doch eine leise Stimme der Vernunft hielt sie zurück. Dass ihre Art außerhalb von Rakash verachtet wurde, stieß ihr Sauer auf, doch musste sie es hinnehmen, sie konnte die Menschen nicht mit Gewalt ändern. Und zu ihrem Frust musste sie sich eingestehen, dass sie aus keinem offenen Kampf siegreich hervorgehen könnte. Die Männer waren inzwischen zum Stillstand gekommen und betrachteten sie amüsiert. Azra straffte ihre angespannte Körperhaltung. “Einen schönen Tag den Herrschaften.”, wunsch sie ihnen mit einem falschen Lächeln. Ohne sie einer Antwort zu würdigen setzten sie ihren Weg fort. “Und den Wein würde ich ab jetzt vorkosten la”, rief sie ihnen hinterher, als ein nicht enden wollender Hustenanfall sie beutelte. Mit den Armen auf die Knie gestützt röchelte sie nach Atem, die Lippen färbten sich bläulich. Die Kaufmänner brachen in ein schadenfrohes Gelächter aus, was die japsende Frau aufgrund des sich einengenden Sichtfelds und des dröhnenden Rauschens im Ohr nicht mitbekam. Sie rang nach Luft zwischen dem Husten und kämpfte gegen die drohende Ohnmacht an. Das sorgenvolle Gesicht von Mikael tauchte vor ihr auf, sie fühlte einen Druck auf ihrer Schulter. Einige Minuten vergingen, bis sie sich wieder aufrichten konnte. “Es wird schlimmer, Herrin, nicht wahr?”, sie nickte bloß mit geschlossenen Augen. “Wollt Ihr Euch lieber ausruhen oder..?”, fing er unsicher an. “Nein, schon gut.”, würgte sie ihn ab. “Du hast also noch jemanden gefunden, der meine Dienste in Anspruch nehmen will?”. Er bestätigte und die vermummte Albin folgte ihm in ein altes Haus, bereits beim Betreten fiel ihr der bekannte Gestank auf. Totes Fleisch. Eine junge niedergeschlagen wirkende Steingeborene führte die beiden in einen kleinen Raum, scheinbar das Schlafzimmer der Familie. Mehrere leere Betten standen an der Wand, direkt gegenüber der Tür eines mit einem bewusstlosen Mann darin. Beinah so fahl wie die Albin zeigte sich seine Haut, die Augen waren blutunterlaufen und er wirkte mehr tot als lebendig. Mikael hielt sich eine Hand vor das Gesicht, Azra machte der Geruch längst nichts mehr aus. Sie zog die Bettdecke zur Seite und fand, was sie erwartet hatte. Der linke Fuß und Teile des Unterschenkels waren kohlrabenschwarz und nässend. Die Zehen selbst sahen aus, wie mumifiziert, bei jeder unbedachten Bewegung würden sie brechen wie trockene Zweige. Die Albin hielt ihre Hand auf, Mikael stand wie angewurzelt da, das Bein anstarrend, und reagierte nicht. “Reiß dich zusammen.”, zischte sie mit ungeduldiger Tonlage. “V.. Verzeiht, Herrin”, stammelte der Bärtige und kramte aus seinem Lederranzen Kerzen und ein dickes Bündel Stäbchen hervor, reichte es Azra. Diese entzündete mit geflüsterten Worten die Dochte und die Spitze der Hölzchen, ein intensiver Duft breitete sich sofort im Raum aus. “Gal Nazrim, der mit den tausend Mägen. Der Unersättliche. Der Henker.”, setzte die Frau an, umrundete dabei den Mann, dem Schweißperlen auf der Stirn lagen. Dichter Nebel hüllte das Bett ein, als sie mit dem rauchenden Bündel seinen Konturen folgte. “Verzeih, dass ich dich um dein Mahl betrüge. Ich werde dir einen würdigen Ersatz bieten. Und noch etwas mehr. Das verspreche ich bei meinem eigenen Leben. Ich bitte dich dafür nur, hol dir diesen Mann noch nicht.”, nun stand die Schamanin wieder neben Mikael, legte die Stäbchen in eine Schale auf dem Nachttisch, die dieser vorbereitet hatte. Ebenso wie eine aufgewickelte Lederrolle, in der einige Instrumente und Phiolen eingeordnet waren. Ein Lappen wurde mit dem Inhalt einer dieser beträufelt und über das Gesicht des Steingeborenen gelegt. “Er wird es nicht spüren”, versuchte sie die junge Frau, die sich mittlerweile an die Wand zurückgezogen hatte, zu beruhigen. Der in Lumpen gehüllte Mann führte diese sanft aus dem Raum und zog die Türe zu. In der Zwischenzeit hatte die Albin den Unterschenkel bereits abgeschnürt und die obersten Hautschichten oberhalb des schwarzen Fleisches durchschnitten. Eine Woge Übelkeit stieg in Mikael hoch, er drehte sich um und stützte sich an der Wand ab. Der Kampf gegen den Brechreiz wurde zusätzlich zu den Bildern in seinem Kopf von dem reibenden und schmatzenden Geräusch erschwert, welche die Knochensäge verursachte. Er drückte fest die Augen zusammen und versuchte an etwas anderes zu denken. Das Gesicht seiner geliebten Hilde verdrängte die hässliche Realität und lächelte ihn aufmunternd an. “Dank dir bin ich in Sicherheit, sie wird mir nichts tun. Denn dann hat sie kein Druckmittel mehr gegen dich. Keinen Grund mehr, warum du ihr Töchterchen nicht hintergehen solltest. Bleib stark, mein Liebster! Wenn einer es schaffen kann, dann mein stattlicher Mikael, mein Held, mein Retter!”, säuselte die liebliche Stimme in seinem Kopf. Und nun musste auch er lächeln. “Feuer!”, forderte die mit Blut besudelte Albin, hielt abermals die Hand auf. Überrascht und aus seinen Gedanken gerissen blinzelte er sie irritiert an. “Aber.. Herrin, Ihr könnt doch selbst Feuer..”, die verschmierte Knochensäge prallte an seiner Brust ab und schlug scheppernd auf den Boden auf. Geschockt über den plötzlichen Wutausbruch Azras drückte er sich an die Wand. Sie funkelte ihn voller Zorn an. “Ich brauche dich nicht, um mir zu sagen, was ich kann und was nicht, Sklave!”, das letzte Wort spieh sie aus. Von der Freundlichkeit und Vertrautheit der letzten Wochen, die sie bereits gemeinsam wie Vagabunden reisten, war nichts mehr zu spüren. Er rührte sich nicht, starrte die drahtige Gestalt der Albin mit geweiteten Augen an. Die Schamanin wand ihren Blick schnell ab, streckte die Handfläche wieder aus und wiederholte, dieses Mal sehr viel sanfter, ihre Forderung, die sich fast wie eine Bitte anhörte: “Feuer.”. Mit vorsichtigen Schritten um das Instrument in der Blutlache herum näherte er sich seinem Rucksack, zog eine kleine mit scharf riechendem Harz überzogene Fackel heraus, entfachte sie mit Feuersteinen und reichte sie mit lauerndem Gesichtsausdruck der Frau. Der Gestank nach verbrannten Fleisch verdrängte den Duft der Räucherstäbchen, zischend und brodelnd wurde die Wunde versiegelt. Nachdem der bärtige Sklave alle Utensilien zusammen gepackt und verstaut hatte, drückte Azra der vor der Türe wartenden Steingeborenen den in Stoffen gehüllten abgetrennten nekrotischen Fuß in die Hand und stellte eine kleine bemalte Tonschüssel auf eine Kommode. Mit einem Runen verzierten Dolch und einer Klinge aus Knochen schnitt sie sich selbst ohne eine Gesichtsregung in den Arm, flüsterte dabei sich für die verängstigte Hausbewohnerin fremdartig anhörende Worte. Als das Gefäß bis zur Hälfte gefüllt war, verband sie ihre Wunde provisorisch mit Lumpen und einigen zerstoßenen Kräutern. “Bringt den Fuß zur Küste vor Rakash. Ihr wisst wo die Insel ist?”. “S..Südlich vom Schwarzwald”, stammelte diese verunsichert. Azra nickte. “Also, Ihr bringt den Fuß und mein Blut dahin, lasst es dort für die Geier. Dann wird Euer Vater vielleicht überleben.”, nachdem sie den Satz vollendet hatte, hielt sie abermals die Hand auf. Die junge Frau verstand, lugte in den Raum hinein vorbei an der Albin. Als sie das Heben und Senken des Brustkorbs ihres Vaters sah, überreichte sie einige klimpernde Münzen. “D.. Danke”, die Steingeborene blickte hoch, um Azra in die violetten Augen zu sehen. “Ich weiß, Ihr habt viel riskiert für die paar Dukaten. Und wenn die anderen in Felsthurn sehen würden, was für befremdliches Hexenwerk Ihr hier getan habt.. Sie würden Euch hängen.. Aber..”, ihre Stimme wurde brüchig. Die Albin legte den Kopf schief und wartete geduldig auf eine Antwort. Tränen floßen der Wange der kleinen Frau hinab, sie schluchzte und die Lippen bebten, als sie den abgedeckten Fuß Azra in die Hand drückte. “Ich.. Ich kann das nicht.. Bitte macht Ihr das.. Das .. Das ist nicht rechtens.. Was würden unsere Götter dazu sagen”, brach es aus ihr heraus. Die Albin schnaufte verärgert und rümpfte die Nase, überlegte jedoch einige Augenblicke. Dann nickte sie, und verließ gefolgt von Mikael erst das Haus und dann Felsthurn unter den missbilligenden und verachtenden Blicken der Dorfbewohner. 228 der 3 E. Tar Salief, Festplatz Verstohlen sah er sich um, die Faust vor dem verwitterten Holz der Türe ausharrend, der Halbmond stand hoch am klaren Sternenfirmament und tauchte die Umgebung in schwaches schummriges Licht. Mehrere große Wägen standen am staubigen Platz durcheinander aufgereiht, die Zugpferde grasten an einer provisorischen Koppel das dürftige trockene Gras. Der Skorpion hörte das ausgelassene Gelächter einer Gruppe, er zog schnell die Hand zurück und umrundete die große Kutsche, die wohl als Wohnraum des Puppenspielers diente. Er lugte um die Ecke und sah einige Leute um ein Lagerfeuer sitzen und gemeinsam trinken. Ihm zugewandt und von den flackernden Flammen belichtet befand sich die dicke Steingeborene und der kahle Schwertschlucker. Die anderen erkannte der Skorpion von hinten nicht genauer, aber keiner davon entsprach der Silhouette des blonden Jungen. Für einige Momente lauschte er deren Gesprächen, eine leicht verwaschene Aussprache verriet ihm, dass einige der Flaschen wohl schon geleert sein mussten. Ein Hauch Erleichterung stieg in ihm auf, er schritt zielstrebig zur Türe und überlegte dabei, ob er höflich klopfen oder sich einfach selbst Einlass gewähren sollte. Ein ihm seit langem fremdes Kribbeln stieg vom Magen die Kehle hoch, solch eine Anspannung hatte er zuletzt am Abend vor einer Schlacht gefühlt. Bedacht langsam und vorsichtig schob er die Türe auf. Seine Augen mussten sich einige Sekunden an die Dunkelheit im Inneren des geräumigen Wagens gewöhnen, das einzige dezente Licht fiel durch ein kleines Fenster mit dünnen rissigen Vorhängen. Der blonde junge Mann lag zusammengekrümmt auf dem Bett, Stroh stach an einigen Stellen aus den Laken hervor, eine kratzig aussehende Wolldecke war um seine Beine geschlungen. Der Atem des Alven ging tief und gleichmäßig, trotz des Schlafes wirkte sein zartes Gesicht sorgenvoll und unruhig. Der Skorpion konnte nicht anders, er trat näher heran, beugte sich über das Bett und sog die Luft durch die Nase ein. Der betörende Duft beschleunigte seinen Herzschlag, er hatte den Drang, seine Hände an die Kehle des Schlafenden zu drücken und in die Lippen und den zerbrechlichen Hals zu beißen, mit der Zunge bis zum Ohr zu fahren. Die feinen Härchen in seinem Nacken stellten sich auf, eine Gänsehaut überzog seine Arme. Die Fingerspitzen berührten den blonden Schopf, fühlten die Weiche der Haare. Bedacht strich er den Kopf entlang, an den spitzen Ohren vorbei zum schmalen Hals, gerade fest genug, um ein Kitzeln an den Kuppen zu spüren. Den Mund leicht geöffnet näherte er sich, die Lippen schmeckten sanft die zarte Haut des Alven. Eine Regung des jungen Mannes ließ ihn verharren, der Skorpion zog seinen Kopf ruckartig weg und torkelte einige Schritte rückwärts, bis er den Widerstand der Türe in seinem Rücken fühlte. Der Kopf des Alven bewegte sich, seine Mimik spannte sich an, Falten zogen sich über die Stirn. Bevor der schlaftrunkene junge Mann seine Augen öffnete, eilte der Skorpion bereits nach draußen an die kühle Nachtluft und zog den Eingang hinter sich zu. Er atmete tief durch, Wut auf sich selbst stieg in ihm hoch, die Nase angewidert gerümpft. Der Skorpion von Tar Salief nimmt sich, was er will und stiehlt sich nicht wie ein Mädchen davon. Er drehte auf dem Absatz und hämmerte bestimmt gegen das Holz, stellte sich aufrecht hin, straffte die Schultern.
  12. Da sind auf jeden Fall interessante Ideen dabei.. Bei der hier sehe ich aber ein großes Problem: Man könnte sich einfach von seinen Freunden töten lassen und die Marken Farmen. Die Idee finde ich persönlich klasse, sagen wir man kann sich von den Marken dann Dekoköpfe, hübsche Rüstungen/Waffen/Schilde (gern auch mit schlechten Stats), kleine Gemälde oder ähnliches holen, denke da wäre die Motivation höher, den Nether aufzusuchen. Einen Boss, der zB. Jeden Freitag um 18 Uhr in einem eigenen kleinen Gebiet wie Lager oder Festung im Demora spawnt, der etwas besonderes droppt, fände ich auch sehr cool! Vielleicht hat er ja eine sehr sehr geringe Chance eine epische Waffe/Rüstungsset zu droppen? Das wäre vielleicht sowohl was für PvP als auch PvE :)
  13. Großes Kompliment, eine tolle Idee und Umsetzung! :)
  14. Der süße Duft der Verwesung , "\", "=\=", "=\=", "=\=", "-\-" \ Ein Bashir Kvil Roman "Die Geschichte um den Skorpion spielt viele Jahre vor unserem großartigen Herrscher, Gal Arazh, dem Geier von Rakash. Der hier dargestellte Charakter spiegelt in keinster Weise unseren starken Heeresführer wieder, eventuelle Ähnlichkeiten sind reiner Zufall. Etliche andere Gleichheiten sind genauso zu interpretieren, sie entspringen allein meinem wahnhaften Verstand. Und zu vielen Pilzen." -Bashir Kvill Kapitel 1: Wie Vieh markiert 48 der 4 E. Nordöstliche Wälder über Rakash „Geht es, Herrin?“, fragte der in Lumpen gehüllte Mann mit dem ungepflegten braunen Bart. Ein nicht enden wollender Hustenanfall beutelte die zusammen gekrümmte Albin, die Kapuze über die zahlreichen schneeweißen geflochtenen Zöpfe gezogen. Jedoch nicht tief genug über das Gesicht um die auffällige blutige Rune zu verbergen, welche ihr mit einem Brandeisen über die rechte Augenbraue in das Fleisch gedrückt wurde. Japsend schüttelte sie den Kopf, Tränen bahnten sich einen Weg die Wangen hinab. Er legte ein paar trockene Äste in das knackende Lagerfeuer nach und zog die verdreckte Decke über ihre Schultern. Nachdem sie endlich wieder zu Atem gekommen war betrachtete sie die vorgehaltene Hand. Blut und grünliches Sekret klebte daran. Ein Giemen begleitete das Heben und Senken des Brustkorbs. Besorgt langte der Mensch an ihre Stirn. „Zumindest ist das Fieber nicht wieder gekommen“, versuchte er sie anzulächeln. Eine Weile schwieg sie mit ernstem Gesichtsausdruck. „Warum bist du immer noch hier?“ „Wo sollte ich denn sonst hin? Ich kenn doch nichts anderes, Herrin.“ Azra runzelte die Stirn. „Aber du musst doch einen Hass auf unser Volk haben“ Nachdenklich stocherte der Mensch mit einem Stöckchen im Feuer. „Ich habe mein Schicksal akzeptiert, getan was von mir verlangt wurde, war fleißig und hab mich nie beschwert. Also musste ich nie Hunger leiden, hatte immer Kleidung am Leib und sogar meine liebste Hilde an meiner Seite. Eure Familie hat mich nie grausam behandelt. Warum sollte ich also hassen?“ „Du siehst die Welt wohl anders als wir.“, entgegnete sie nur. Mikael blickte schmunzelnd in den klaren Sternenhimmel. „Darum würdet ihr euch auch nicht als Sklaven eignen“. „Wir wären furchtbare Sklaven“, lachte Azra. „Würden die Brunnen vergiften und Felder abbrennen“. „Und Neugeborene verspeisen, erzählt man sich“, witzelte der Bärtige. Azras Augenbrauen hoben sich und sie blickte ihn überrascht an. „Das hättest du in der Heimat nicht auszusprechen gewagt“. „Eine Konversation mit Euch zu führen hätte ich ebenfalls nicht gewagt, Herrin.“ Nur das Knacken des kokelnden Holzes und das sanfte Säuseln von Wind war zu hören, Azra legte sich auf den kalten Waldboden, wickelte sich selbst in die Decke ein wie eine Raupe im Kokon. Die weißen Haarsträhnen gingen von ihr ab wie Wurzeln, etliche Zweigchen und Blätter verfingen sich darin. Sie vermisste die Baderäume im Tempel. Mikael ließ sich zurück fallen und streckte sich. Kribbelnd machte sich eine Gänsehaut bemerkbar, er robbte näher an das Feuer heran. Gähnend wollte er der Albin eine gute Nacht wünschen, doch ihr tiefer Atem verriet ihm, sie war bereits eingeschlafen. Eulenrufe und Rascheln von Tieren im Unterholz umfingen die beiden. Der Schlaf der Albin war unruhig, sie sah vor geschlossenen Augen das kühle Gesicht ihrer Mutter, welche sich einfach abwandt. Ein Schwall Blut und Eiter schoss aus ihrer Lunge empor, röchelnd sank sie auf die Knie, streckte die rot befleckte Hand nach ihr aus. Sie blickte den Rücken und die schwarze Mähne ihrer Mutter an, während die Verhüllten sie zu Boden drückten und einer das orange glühende Stück Metall in ihr Fleisch drückte. Sie roch den Gestank ihrer eigenen verbrannten Haut, spürte die Hitze und der stechende Schmerz raubte ihr den Verstand. "Mutter, bitte!", presste die Albin nur flehend zwischen ihren schmerzerfüllten Schreien heraus. "Halts Maul!", fuhr sie eine Männerstimme hinter einer vogelähnlichen Maske an. Azra schüttelte nur wimmernd den Kopf und langte mit der beschmutzen Hand nach dem Saum des Rockes der ihr abgewandten Frau. "Sieh mich doch an!", die zarten Finger umklammerten den Stoff, bis ein harter Schlag mit dem Knauf eines Säbels ihr das Bewusstsein raubte. 228 der 3 E. Tar Salief, Stadt im großen Dünenmeer Lyrens Er war wie meist in den letzten Jahren von seinem Dasein gelangweilt. Als junger Mann fühlte er das Leben. Er donnerte auf seinem Büffel in die Schlacht, die eingeknüpften Talismane, Federn und Knöchlein wehten mit dem wallenden Schopf des Tieres, der Säbel glänzte und schimmerte vom Blut seiner Feinde. Die Hyänen rissen Stücke aus Leibern und eine Feuersbrunst verschmolz Rüstungen mit Fleisch. Der Duft des Krieges hing ihm wehmütig in der Nase, stechender Rauch, verbrannte Haut, die eisenhaltige Luft. Der Skorpion seufzte und blickte sein Spiegelbild an. Die Schönheit der Jugend war aus seinem Gesicht verschwunden, erste kleine Fältchen umspielten seine Augenwinkel, der Dreitagebart ließ ihn älter als 42 erscheinen. In seinem fülligen braunem Haar zeigte sich hinter den Ohren ein Graustich. Seine markanten Gesichtszüge wirkten angespannt. Er machte sich nichts aus Oberflächlichkeiten, kämmte sich nur dürftig die Haare nach hinten und schlüpfte in ein weißes Leinenhemd. Es spannte längst nicht mehr wie früher, im Laufe seiner politischen Karriere hat er an Kraft und einschüchterndem Erscheinungsbild eingebüßt. Er war kein Krieger mehr, er führte die Krieger an. Vom Ratsgebäude aus, mit dem Hintern auf einem gepolsterten Sessel, lang nicht mehr an vorderster Front. Natürlich brachte ihm das sehr viel mehr Macht, Reichtum, und Frauen. Diese schienen sehr angetan vom ewigen Junggesellen, wollten sein Herz erobern, einen Platz an seiner Seite. Der Macht und Reichtum wegen, wie er vermutete. Doch sie alle ermüdeten ihn. Er teilte einige Nächte das Bett mit ihnen, hielt deren belanglose Erscheinungen und sinnloses Geplapper nicht länger aus, selbst der Sex war nach Kurzem reizlos. Wann der letzte Frauenbesuch war, konnte er nicht mehr sagen. Waren es Monate oder Jahre? Der Waffenrock wurde um seine Hüften geschlungen, seine Hand lag einige Momente lang auf dem Knauf des Säbels, eher der Skorpion in die hochgeschlossenen Stiefel schlüpfte. Ein weiterer langweiliger Zwangsbesuch eines gesellschaftlichen Ereignisses. Im prachtvollen Juwel Tar Salief inmitten der großen Wüste Lyrens war tatsächlich ein Wanderzirkus hinter den gastunfreundlichen dicken Mauern eingetroffen. Das gab es noch nie, dennoch schnatterten die Bürger davon, als sei diese lächerliche Ansammlung von Irren und Missgebildeten ein Besuch der Götter selbst. Genervt schnaubend stieß er die Türe seines Herrenhauses auf und schritt seiner Verpflichtung entgegen, mit den Gedanken bei vergangenen aufregenderen Tagen. Es sprang schreiend auf. Es hüpfte auf der Stelle und klatsche stupide vor Euphorie. Das einfache Volk. Als einer deren Herrscher sollte er nicht so abfällig von ihnen denken, aber es widerte ihn an. Ebenso wie das, was sie so zum Jubeln trieb. Eine beleibte Steingeborene zertrümmerte mit ihrem riesigen Busen Wassermelonen. Die ersten Reihen an Zusehern klatschte Wasser und Fruchtstücke entgegen, was sie sichtlich erheiternd fanden. Erleichterung ließ den Skorpion kurz aufatmen, er fühlte sich in der Loge über den Seitenrängen sehr wohl. Der Balkon bot auch genug Abstand zum Gestank der ungebildeten Leute. Die kleine Frau verbeugte sich unter dem Beifall wiederholt und machte dem nächsten Missgebildeten Platz. Er hoffte inständig, dass der nächste Darsteller der letzte dieses armseeligen Haufens war, ein gutes Gläschen Palmenschnaps wartete zuhause lockend auf ihn. Ein junger Alve tapste unsicher zur Mitte der Bühne, das feminine Gesicht nach unten geneigt, als würde er es nicht wagen, aufzusehen. Der hellblonde junge Mann, wenn man ihn denn als solchen bezeichnen konnte, setzte ein schwarzes genähtes Bärenpüppchen vor sich auf den Boden. Mit kleinen Schritten trat er in den Hintergrund, hob die Hände in die Höhe und Streckte die Finger vor sich. Das Stofftier wölbte sich, blähte sich auf, die Flickenhaut riss an allen Nähten auseinander. Darunter brach ein Wesen heraus, welches immer weiter anschwoll, bis ein ausgewachsener aufrecht stehender Bär das Parkett der Bühne zum Ächzen brachte. Milchig trübe Augen des Tieres starrten durch die Leute hindruch, als würde er sie nicht wahr nehmen, an einigen Stellen fehlte der Pelz und nackte Knochen und verwestes Fleisch traten darunter zum Vorschein. Die Zunge hing träge aus dem geöffneten Maul heraus, Speichel zog sich in Fäden aus den Lefzen herab. Ein süßlich saurer Gestank erfüllte den großen Raum mit jedem röchelnden Atemzug. Regungslos stand der Bär da. Gebannt starrten die aufgeregten Leute das Tier an, Impressionen von Angst und Euphorie zeichneten deren Gesichter. Nur der Skorpion war mehr am Alven interessiert, beobachtete gebannt jede noch so kleine Bewegung, betrachtete wie dieser immer noch mit gesenktem Blick tief durchatmete. Sein zarter Brustkorb hob und senkte sich, fast spürte er die Aufregung und das hämmernde Pochen dessen kleinen Herzens. Dann sahen die großen blauen Augen das erste Mal auf, fixierten das ausharrende Wesen, die blonden zersausten Haare fielen ihm in die Stirn, er zuckte mit dem Zeigefinger, als würde er an einem Faden ziehen. Brüllend donnerte der Bär seine Vorderläufe auf den Boden, panisch stieben die Besucher in den ersten Reihen auseinander. Maden rieselten durch die Wucht des Aufpralls aus den Löchern im Pelz, wanden sich zwischen den beeindruckenden Pranken des Tieres. Ein Spiel mit den Fingern, als würde der Alve ein Klavier in der Luft bedienen, und das Tier bewegte sich geschmeidig über die Bühne, rollte sich wie ein Hund über den Boden und tänzelte auf den Hinterpfoten einen Ball auf der Nasenspitze balancierend. Makabere Faszination fesselte die Leute, sie reckten schaulustig ihre Hälse und pfiffen. Mitgerissen sprang nun auch der Skorpion auf und klatschte Beifall, fügte sich in die Masse des jubelnden einfachen Volkes ein. Dieser Alve würde ihm gehören.