Aela

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  1. 48 der 4 E. Felsthurn, Dorf östlich der Eisenberge Die schwarzen Stummel, die nur noch entfernt an Zähne erinnerten, bissen fest in das nachgiebige Stück Holz. Das kleine Mädchen drückte fest seine Hand, sie hatte schnell Hilfe geholt, als die Minenarbeiter ihren schreienden Großvater heraus schleppten. Die buschigen Augenbrauen des alten Mannes bildeten zahlreiche Falten über der Nase und die Stirn war gerunzelt. „Ist gleich vorbei“, beschwichtigte Azra, als sie mit einem Ruck die knackende Schulter einrenkte. Gedämpfte Schmerzensschreie drangen an ihre verdeckten Albenohren, sie hob kurz eine Hand. „Das wars schon!“, versuchte sie dabei freundlich zu lächeln und hielt die flache Hand auf. Der Mittelländer rieb sich das pochende Gelenk und langte dann in einen kleinen Beutel, trat widerwillig zwei Münzen an die Albin ab. „Widerlich, jetzt kommen diese Kreaturen schon bis nach Felsthurn und beuten die alten Leute aus“, zetterte ein Kaufmann im Vorbeigehen zu einem ebenso bunt gekleideten Mann zu seiner Rechten. „Ja, vor die Mauern gejagt gehören die“, antwortete dieser abfällig. Die Frau ballte die Fäuste und machte einen Schritt auf das Duo zu, wog in Gedanken ab, ob sich eine Konfrontation lohnen würde. Der Stolz in ihrer Brust wiegelte ihr Temperament auf, lockte mit süßen Phantasien von zertrümmerten Kniescheiben, um den beiden Gockelhähnen Repekt beizubringen. Doch eine leise Stimme der Vernunft hielt sie zurück. Dass ihre Art außerhalb von Rakash verachtet wurde, stieß ihr Sauer auf, doch musste sie es hinnehmen, sie konnte die Menschen nicht mit Gewalt ändern. Und zu ihrem Frust musste sie sich eingestehen, dass sie aus keinem offenen Kampf siegreich hervorgehen könnte. Die Männer waren inzwischen zum Stillstand gekommen und betrachteten sie amüsiert. Azra straffte ihre angespannte Körperhaltung. “Einen schönen Tag den Herrschaften.”, wunsch sie ihnen mit einem falschen Lächeln. Ohne sie einer Antwort zu würdigen setzten sie ihren Weg fort. “Und den Wein würde ich ab jetzt vorkosten la”, rief sie ihnen hinterher, als ein nicht enden wollender Hustenanfall sie beutelte. Mit den Armen auf die Knie gestützt röchelte sie nach Atem, die Lippen färbten sich bläulich. Die Kaufmänner brachen in ein schadenfrohes Gelächter aus, was die japsende Frau aufgrund des sich einengenden Sichtfelds und des dröhnenden Rauschens im Ohr nicht mitbekam. Sie rang nach Luft zwischen dem Husten und kämpfte gegen die drohende Ohnmacht an. Das sorgenvolle Gesicht von Mikael tauchte vor ihr auf, sie fühlte einen Druck auf ihrer Schulter. Einige Minuten vergingen, bis sie sich wieder aufrichten konnte. “Es wird schlimmer, Herrin, nicht wahr?”, sie nickte bloß mit geschlossenen Augen. “Wollt Ihr Euch lieber ausruhen oder..?”, fing er unsicher an. “Nein, schon gut.”, würgte sie ihn ab. “Du hast also noch jemanden gefunden, der meine Dienste in Anspruch nehmen will?”. Er bestätigte und die vermummte Albin folgte ihm in ein altes Haus, bereits beim Betreten fiel ihr der bekannte Gestank auf. Totes Fleisch. Eine junge niedergeschlagen wirkende Steingeborene führte die beiden in einen kleinen Raum, scheinbar das Schlafzimmer der Familie. Mehrere leere Betten standen an der Wand, direkt gegenüber der Tür eines mit einem bewusstlosen Mann darin. Beinah so fahl wie die Albin zeigte sich seine Haut, die Augen waren blutunterlaufen und er wirkte mehr tot als lebendig. Mikael hielt sich eine Hand vor das Gesicht, Azra machte der Geruch längst nichts mehr aus. Sie zog die Bettdecke zur Seite und fand, was sie erwartet hatte. Der linke Fuß und Teile des Unterschenkels waren kohlrabenschwarz und nässend. Die Zehen selbst sahen aus, wie mumifiziert, bei jeder unbedachten Bewegung würden sie brechen wie trockene Zweige. Die Albin hielt ihre Hand auf, Mikael stand wie angewurzelt da, das Bein anstarrend, und reagierte nicht. “Reiß dich zusammen.”, zischte sie mit ungeduldiger Tonlage. “V.. Verzeiht, Herrin”, stammelte der Bärtige und kramte aus seinem Lederranzen Kerzen und ein dickes Bündel Stäbchen hervor, reichte es Azra. Diese entzündete mit geflüsterten Worten die Dochte und die Spitze der Hölzchen, ein intensiver Duft breitete sich sofort im Raum aus. “Gal Nazrim, der mit den tausend Mägen. Der Unersättliche. Der Henker.”, setzte die Frau an, umrundete dabei den Mann, dem Schweißperlen auf der Stirn lagen. Dichter Nebel hüllte das Bett ein, als sie mit dem rauchenden Bündel seinen Konturen folgte. “Verzeih, dass ich dich um dein Mahl betrüge. Ich werde dir einen würdigen Ersatz bieten. Und noch etwas mehr. Das verspreche ich bei meinem eigenen Leben. Ich bitte dich dafür nur, hol dir diesen Mann noch nicht.”, nun stand die Schamanin wieder neben Mikael, legte die Stäbchen in eine Schale auf dem Nachttisch, die dieser vorbereitet hatte. Ebenso wie eine aufgewickelte Lederrolle, in der einige Instrumente und Phiolen eingeordnet waren. Ein Lappen wurde mit dem Inhalt einer dieser beträufelt und über das Gesicht des Steingeborenen gelegt. “Er wird es nicht spüren”, versuchte sie die junge Frau, die sich mittlerweile an die Wand zurückgezogen hatte, zu beruhigen. Der in Lumpen gehüllte Mann führte diese sanft aus dem Raum und zog die Türe zu. In der Zwischenzeit hatte die Albin den Unterschenkel bereits abgeschnürt und die obersten Hautschichten oberhalb des schwarzen Fleisches durchschnitten. Eine Woge Übelkeit stieg in Mikael hoch, er drehte sich um und stützte sich an der Wand ab. Der Kampf gegen den Brechreiz wurde zusätzlich zu den Bildern in seinem Kopf von dem reibenden und schmatzenden Geräusch erschwert, welche die Knochensäge verursachte. Er drückte fest die Augen zusammen und versuchte an etwas anderes zu denken. Das Gesicht seiner geliebten Hilde verdrängte die hässliche Realität und lächelte ihn aufmunternd an. “Dank dir bin ich in Sicherheit, sie wird mir nichts tun. Denn dann hat sie kein Druckmittel mehr gegen dich. Keinen Grund mehr, warum du ihr Töchterchen nicht hintergehen solltest. Bleib stark, mein Liebster! Wenn einer es schaffen kann, dann mein stattlicher Mikael, mein Held, mein Retter!”, säuselte die liebliche Stimme in seinem Kopf. Und nun musste auch er lächeln. “Feuer!”, forderte die mit Blut besudelte Albin, hielt abermals die Hand auf. Überrascht und aus seinen Gedanken gerissen blinzelte er sie irritiert an. “Aber.. Herrin, Ihr könnt doch selbst Feuer..”, die verschmierte Knochensäge prallte an seiner Brust ab und schlug scheppernd auf den Boden auf. Geschockt über den plötzlichen Wutausbruch Azras drückte er sich an die Wand. Sie funkelte ihn voller Zorn an. “Ich brauche dich nicht, um mir zu sagen, was ich kann und was nicht, Sklave!”, das letzte Wort spieh sie aus. Von der Freundlichkeit und Vertrautheit der letzten Wochen, die sie bereits gemeinsam wie Vagabunden reisten, war nichts mehr zu spüren. Er rührte sich nicht, starrte die drahtige Gestalt der Albin mit geweiteten Augen an. Die Schamanin wand ihren Blick schnell ab, streckte die Handfläche wieder aus und wiederholte, dieses Mal sehr viel sanfter, ihre Forderung, die sich fast wie eine Bitte anhörte: “Feuer.”. Mit vorsichtigen Schritten um das Instrument in der Blutlache herum näherte er sich seinem Rucksack, zog eine kleine mit scharf riechendem Harz überzogene Fackel heraus, entfachte sie mit Feuersteinen und reichte sie mit lauerndem Gesichtsausdruck der Frau. Der Gestank nach verbrannten Fleisch verdrängte den Duft der Räucherstäbchen, zischend und brodelnd wurde die Wunde versiegelt. Nachdem der bärtige Sklave alle Utensilien zusammen gepackt und verstaut hatte, drückte Azra der vor der Türe wartenden Steingeborenen den in Stoffen gehüllten abgetrennten nekrotischen Fuß in die Hand und stellte eine kleine bemalte Tonschüssel auf eine Kommode. Mit einem Runen verzierten Dolch und einer Klinge aus Knochen schnitt sie sich selbst ohne eine Gesichtsregung in den Arm, flüsterte dabei sich für die verängstigte Hausbewohnerin fremdartig anhörende Worte. Als das Gefäß bis zur Hälfte gefüllt war, verband sie ihre Wunde provisorisch mit Lumpen und einigen zerstoßenen Kräutern. “Bringt den Fuß zur Küste vor Rakash. Ihr wisst wo die Insel ist?”. “S..Südlich vom Schwarzwald”, stammelte diese verunsichert. Azra nickte. “Also, Ihr bringt den Fuß und mein Blut dahin, lasst es dort für die Geier. Dann wird Euer Vater vielleicht überleben.”, nachdem sie den Satz vollendet hatte, hielt sie abermals die Hand auf. Die junge Frau verstand, lugte in den Raum hinein vorbei an der Albin. Als sie das Heben und Senken des Brustkorbs ihres Vaters sah, überreichte sie einige klimpernde Münzen. “D.. Danke”, die Steingeborene blickte hoch, um Azra in die violetten Augen zu sehen. “Ich weiß, Ihr habt viel riskiert für die paar Dukaten. Und wenn die anderen in Felsthurn sehen würden, was für befremdliches Hexenwerk Ihr hier getan habt.. Sie würden Euch hängen.. Aber..”, ihre Stimme wurde brüchig. Die Albin legte den Kopf schief und wartete geduldig auf eine Antwort. Tränen floßen der Wange der kleinen Frau hinab, sie schluchzte und die Lippen bebten, als sie den abgedeckten Fuß Azra in die Hand drückte. “Ich.. Ich kann das nicht.. Bitte macht Ihr das.. Das .. Das ist nicht rechtens.. Was würden unsere Götter dazu sagen”, brach es aus ihr heraus. Die Albin schnaufte verärgert und rümpfte die Nase, überlegte jedoch einige Augenblicke. Dann nickte sie, und verließ gefolgt von Mikael erst das Haus und dann Felsthurn unter den missbilligenden und verachtenden Blicken der Dorfbewohner. 228 der 3 E. Tar Salief, Festplatz Verstohlen sah er sich um, die Faust vor dem verwitterten Holz der Türe ausharrend, der Halbmond stand hoch am klaren Sternenfirmament und tauchte die Umgebung in schwaches schummriges Licht. Mehrere große Wägen standen am staubigen Platz durcheinander aufgereiht, die Zugpferde grasten an einer provisorischen Koppel das dürftige trockene Gras. Der Skorpion hörte das ausgelassene Gelächter einer Gruppe, er zog schnell die Hand zurück und umrundete die große Kutsche, die wohl als Wohnraum des Puppenspielers diente. Er lugte um die Ecke und sah einige Leute um ein Lagerfeuer sitzen und gemeinsam trinken. Ihm zugewandt und von den flackernden Flammen belichtet befand sich die dicke Steingeborene und der kahle Schwertschlucker. Die anderen erkannte der Skorpion von hinten nicht genauer, aber keiner davon entsprach der Silhouette des blonden Jungen. Für einige Momente lauschte er deren Gesprächen, eine leicht verwaschene Aussprache verriet ihm, dass einige der Flaschen wohl schon geleert sein mussten. Ein Hauch Erleichterung stieg in ihm auf, er schritt zielstrebig zur Türe und überlegte dabei, ob er höflich klopfen oder sich einfach selbst Einlass gewähren sollte. Ein ihm seit langem fremdes Kribbeln stieg vom Magen die Kehle hoch, solch eine Anspannung hatte er zuletzt am Abend vor einer Schlacht gefühlt. Bedacht langsam und vorsichtig schob er die Türe auf. Seine Augen mussten sich einige Sekunden an die Dunkelheit im Inneren des geräumigen Wagens gewöhnen, das einzige dezente Licht fiel durch ein kleines Fenster mit dünnen rissigen Vorhängen. Der blonde junge Mann lag zusammengekrümmt auf dem Bett, Stroh stach an einigen Stellen aus den Laken hervor, eine kratzig aussehende Wolldecke war um seine Beine geschlungen. Der Atem des Alven ging tief und gleichmäßig, trotz des Schlafes wirkte sein zartes Gesicht sorgenvoll und unruhig. Der Skorpion konnte nicht anders, er trat näher heran, beugte sich über das Bett und sog die Luft durch die Nase ein. Der betörende Duft beschleunigte seinen Herzschlag, er hatte den Drang, seine Hände an die Kehle des Schlafenden zu drücken und in die Lippen und den zerbrechlichen Hals zu beißen, mit der Zunge bis zum Ohr zu fahren. Die feinen Härchen in seinem Nacken stellten sich auf, eine Gänsehaut überzog seine Arme. Die Fingerspitzen berührten den blonden Schopf, fühlten die Weiche der Haare. Bedacht strich er den Kopf entlang, an den spitzen Ohren vorbei zum schmalen Hals, gerade fest genug, um ein Kitzeln an den Kuppen zu spüren. Den Mund leicht geöffnet näherte er sich, die Lippen schmeckten sanft die zarte Haut des Alven. Eine Regung des jungen Mannes ließ ihn verharren, der Skorpion zog seinen Kopf ruckartig weg und torkelte einige Schritte rückwärts, bis er den Widerstand der Türe in seinem Rücken fühlte. Der Kopf des Alven bewegte sich, seine Mimik spannte sich an, Falten zogen sich über die Stirn. Bevor der schlaftrunkene junge Mann seine Augen öffnete, eilte der Skorpion bereits nach draußen an die kühle Nachtluft und zog den Eingang hinter sich zu. Er atmete tief durch, Wut auf sich selbst stieg in ihm hoch, die Nase angewidert gerümpft. Der Skorpion von Tar Salief nimmt sich, was er will und stiehlt sich nicht wie ein Mädchen davon. Er drehte auf dem Absatz und hämmerte bestimmt gegen das Holz, stellte sich aufrecht hin, straffte die Schultern.
  2. Da sind auf jeden Fall interessante Ideen dabei.. Bei der hier sehe ich aber ein großes Problem: Man könnte sich einfach von seinen Freunden töten lassen und die Marken Farmen. Die Idee finde ich persönlich klasse, sagen wir man kann sich von den Marken dann Dekoköpfe, hübsche Rüstungen/Waffen/Schilde (gern auch mit schlechten Stats), kleine Gemälde oder ähnliches holen, denke da wäre die Motivation höher, den Nether aufzusuchen. Einen Boss, der zB. Jeden Freitag um 18 Uhr in einem eigenen kleinen Gebiet wie Lager oder Festung im Demora spawnt, der etwas besonderes droppt, fände ich auch sehr cool! Vielleicht hat er ja eine sehr sehr geringe Chance eine epische Waffe/Rüstungsset zu droppen? Das wäre vielleicht sowohl was für PvP als auch PvE :)
  3. Großes Kompliment, eine tolle Idee und Umsetzung! :)
  4. Der süße Duft der Verwesung , "\", "=\=", "=\=", "=\=", "-\-" \ Ein Bashir Kvil Roman "Die Geschichte um den Skorpion spielt viele Jahre vor unserem großartigen Herrscher, Gal Arazh, dem Geier von Rakash. Der hier dargestellte Charakter spiegelt in keinster Weise unseren starken Heeresführer wieder, eventuelle Ähnlichkeiten sind reiner Zufall. Etliche andere Gleichheiten sind genauso zu interpretieren, sie entspringen allein meinem wahnhaften Verstand. Und zu vielen Pilzen." -Bashir Kvill Kapitel 1: Wie Vieh markiert 48 der 4 E. Nordöstliche Wälder über Rakash „Geht es, Herrin?“, fragte der in Lumpen gehüllte Mann mit dem ungepflegten braunen Bart. Ein nicht enden wollender Hustenanfall beutelte die zusammen gekrümmte Albin, die Kapuze über die zahlreichen schneeweißen geflochtenen Zöpfe gezogen. Jedoch nicht tief genug über das Gesicht um die auffällige blutige Rune zu verbergen, welche ihr mit einem Brandeisen über die rechte Augenbraue in das Fleisch gedrückt wurde. Japsend schüttelte sie den Kopf, Tränen bahnten sich einen Weg die Wangen hinab. Er legte ein paar trockene Äste in das knackende Lagerfeuer nach und zog die verdreckte Decke über ihre Schultern. Nachdem sie endlich wieder zu Atem gekommen war betrachtete sie die vorgehaltene Hand. Blut und grünliches Sekret klebte daran. Ein Giemen begleitete das Heben und Senken des Brustkorbs. Besorgt langte der Mensch an ihre Stirn. „Zumindest ist das Fieber nicht wieder gekommen“, versuchte er sie anzulächeln. Eine Weile schwieg sie mit ernstem Gesichtsausdruck. „Warum bist du immer noch hier?“ „Wo sollte ich denn sonst hin? Ich kenn doch nichts anderes, Herrin.“ Azra runzelte die Stirn. „Aber du musst doch einen Hass auf unser Volk haben“ Nachdenklich stocherte der Mensch mit einem Stöckchen im Feuer. „Ich habe mein Schicksal akzeptiert, getan was von mir verlangt wurde, war fleißig und hab mich nie beschwert. Also musste ich nie Hunger leiden, hatte immer Kleidung am Leib und sogar meine liebste Hilde an meiner Seite. Eure Familie hat mich nie grausam behandelt. Warum sollte ich also hassen?“ „Du siehst die Welt wohl anders als wir.“, entgegnete sie nur. Mikael blickte schmunzelnd in den klaren Sternenhimmel. „Darum würdet ihr euch auch nicht als Sklaven eignen“. „Wir wären furchtbare Sklaven“, lachte Azra. „Würden die Brunnen vergiften und Felder abbrennen“. „Und Neugeborene verspeisen, erzählt man sich“, witzelte der Bärtige. Azras Augenbrauen hoben sich und sie blickte ihn überrascht an. „Das hättest du in der Heimat nicht auszusprechen gewagt“. „Eine Konversation mit Euch zu führen hätte ich ebenfalls nicht gewagt, Herrin.“ Nur das Knacken des kokelnden Holzes und das sanfte Säuseln von Wind war zu hören, Azra legte sich auf den kalten Waldboden, wickelte sich selbst in die Decke ein wie eine Raupe im Kokon. Die weißen Haarsträhnen gingen von ihr ab wie Wurzeln, etliche Zweigchen und Blätter verfingen sich darin. Sie vermisste die Baderäume im Tempel. Mikael ließ sich zurück fallen und streckte sich. Kribbelnd machte sich eine Gänsehaut bemerkbar, er robbte näher an das Feuer heran. Gähnend wollte er der Albin eine gute Nacht wünschen, doch ihr tiefer Atem verriet ihm, sie war bereits eingeschlafen. Eulenrufe und Rascheln von Tieren im Unterholz umfingen die beiden. Der Schlaf der Albin war unruhig, sie sah vor geschlossenen Augen das kühle Gesicht ihrer Mutter, welche sich einfach abwandt. Ein Schwall Blut und Eiter schoss aus ihrer Lunge empor, röchelnd sank sie auf die Knie, streckte die rot befleckte Hand nach ihr aus. Sie blickte den Rücken und die schwarze Mähne ihrer Mutter an, während die Verhüllten sie zu Boden drückten und einer das orange glühende Stück Metall in ihr Fleisch drückte. Sie roch den Gestank ihrer eigenen verbrannten Haut, spürte die Hitze und der stechende Schmerz raubte ihr den Verstand. "Mutter, bitte!", presste die Albin nur flehend zwischen ihren schmerzerfüllten Schreien heraus. "Halts Maul!", fuhr sie eine Männerstimme hinter einer vogelähnlichen Maske an. Azra schüttelte nur wimmernd den Kopf und langte mit der beschmutzen Hand nach dem Saum des Rockes der ihr abgewandten Frau. "Sieh mich doch an!", die zarten Finger umklammerten den Stoff, bis ein harter Schlag mit dem Knauf eines Säbels ihr das Bewusstsein raubte. 228 der 3 E. Tar Salief, Stadt im großen Dünenmeer Lyrens Er war wie meist in den letzten Jahren von seinem Dasein gelangweilt. Als junger Mann fühlte er das Leben. Er donnerte auf seinem Büffel in die Schlacht, die eingeknüpften Talismane, Federn und Knöchlein wehten mit dem wallenden Schopf des Tieres, der Säbel glänzte und schimmerte vom Blut seiner Feinde. Die Hyänen rissen Stücke aus Leibern und eine Feuersbrunst verschmolz Rüstungen mit Fleisch. Der Duft des Krieges hing ihm wehmütig in der Nase, stechender Rauch, verbrannte Haut, die eisenhaltige Luft. Der Skorpion seufzte und blickte sein Spiegelbild an. Die Schönheit der Jugend war aus seinem Gesicht verschwunden, erste kleine Fältchen umspielten seine Augenwinkel, der Dreitagebart ließ ihn älter als 42 erscheinen. In seinem fülligen braunem Haar zeigte sich hinter den Ohren ein Graustich. Seine markanten Gesichtszüge wirkten angespannt. Er machte sich nichts aus Oberflächlichkeiten, kämmte sich nur dürftig die Haare nach hinten und schlüpfte in ein weißes Leinenhemd. Es spannte längst nicht mehr wie früher, im Laufe seiner politischen Karriere hat er an Kraft und einschüchterndem Erscheinungsbild eingebüßt. Er war kein Krieger mehr, er führte die Krieger an. Vom Ratsgebäude aus, mit dem Hintern auf einem gepolsterten Sessel, lang nicht mehr an vorderster Front. Natürlich brachte ihm das sehr viel mehr Macht, Reichtum, und Frauen. Diese schienen sehr angetan vom ewigen Junggesellen, wollten sein Herz erobern, einen Platz an seiner Seite. Der Macht und Reichtum wegen, wie er vermutete. Doch sie alle ermüdeten ihn. Er teilte einige Nächte das Bett mit ihnen, hielt deren belanglose Erscheinungen und sinnloses Geplapper nicht länger aus, selbst der Sex war nach Kurzem reizlos. Wann der letzte Frauenbesuch war, konnte er nicht mehr sagen. Waren es Monate oder Jahre? Der Waffenrock wurde um seine Hüften geschlungen, seine Hand lag einige Momente lang auf dem Knauf des Säbels, eher der Skorpion in die hochgeschlossenen Stiefel schlüpfte. Ein weiterer langweiliger Zwangsbesuch eines gesellschaftlichen Ereignisses. Im prachtvollen Juwel Tar Salief inmitten der großen Wüste Lyrens war tatsächlich ein Wanderzirkus hinter den gastunfreundlichen dicken Mauern eingetroffen. Das gab es noch nie, dennoch schnatterten die Bürger davon, als sei diese lächerliche Ansammlung von Irren und Missgebildeten ein Besuch der Götter selbst. Genervt schnaubend stieß er die Türe seines Herrenhauses auf und schritt seiner Verpflichtung entgegen, mit den Gedanken bei vergangenen aufregenderen Tagen. Es sprang schreiend auf. Es hüpfte auf der Stelle und klatsche stupide vor Euphorie. Das einfache Volk. Als einer deren Herrscher sollte er nicht so abfällig von ihnen denken, aber es widerte ihn an. Ebenso wie das, was sie so zum Jubeln trieb. Eine beleibte Steingeborene zertrümmerte mit ihrem riesigen Busen Wassermelonen. Die ersten Reihen an Zusehern klatschte Wasser und Fruchtstücke entgegen, was sie sichtlich erheiternd fanden. Erleichterung ließ den Skorpion kurz aufatmen, er fühlte sich in der Loge über den Seitenrängen sehr wohl. Der Balkon bot auch genug Abstand zum Gestank der ungebildeten Leute. Die kleine Frau verbeugte sich unter dem Beifall wiederholt und machte dem nächsten Missgebildeten Platz. Er hoffte inständig, dass der nächste Darsteller der letzte dieses armseeligen Haufens war, ein gutes Gläschen Palmenschnaps wartete zuhause lockend auf ihn. Ein junger Alve tapste unsicher zur Mitte der Bühne, das feminine Gesicht nach unten geneigt, als würde er es nicht wagen, aufzusehen. Der hellblonde junge Mann, wenn man ihn denn als solchen bezeichnen konnte, setzte ein schwarzes genähtes Bärenpüppchen vor sich auf den Boden. Mit kleinen Schritten trat er in den Hintergrund, hob die Hände in die Höhe und Streckte die Finger vor sich. Das Stofftier wölbte sich, blähte sich auf, die Flickenhaut riss an allen Nähten auseinander. Darunter brach ein Wesen heraus, welches immer weiter anschwoll, bis ein ausgewachsener aufrecht stehender Bär das Parkett der Bühne zum Ächzen brachte. Milchig trübe Augen des Tieres starrten durch die Leute hindruch, als würde er sie nicht wahr nehmen, an einigen Stellen fehlte der Pelz und nackte Knochen und verwestes Fleisch traten darunter zum Vorschein. Die Zunge hing träge aus dem geöffneten Maul heraus, Speichel zog sich in Fäden aus den Lefzen herab. Ein süßlich saurer Gestank erfüllte den großen Raum mit jedem röchelnden Atemzug. Regungslos stand der Bär da. Gebannt starrten die aufgeregten Leute das Tier an, Impressionen von Angst und Euphorie zeichneten deren Gesichter. Nur der Skorpion war mehr am Alven interessiert, beobachtete gebannt jede noch so kleine Bewegung, betrachtete wie dieser immer noch mit gesenktem Blick tief durchatmete. Sein zarter Brustkorb hob und senkte sich, fast spürte er die Aufregung und das hämmernde Pochen dessen kleinen Herzens. Dann sahen die großen blauen Augen das erste Mal auf, fixierten das ausharrende Wesen, die blonden zersausten Haare fielen ihm in die Stirn, er zuckte mit dem Zeigefinger, als würde er an einem Faden ziehen. Brüllend donnerte der Bär seine Vorderläufe auf den Boden, panisch stieben die Besucher in den ersten Reihen auseinander. Maden rieselten durch die Wucht des Aufpralls aus den Löchern im Pelz, wanden sich zwischen den beeindruckenden Pranken des Tieres. Ein Spiel mit den Fingern, als würde der Alve ein Klavier in der Luft bedienen, und das Tier bewegte sich geschmeidig über die Bühne, rollte sich wie ein Hund über den Boden und tänzelte auf den Hinterpfoten einen Ball auf der Nasenspitze balancierend. Makabere Faszination fesselte die Leute, sie reckten schaulustig ihre Hälse und pfiffen. Mitgerissen sprang nun auch der Skorpion auf und klatschte Beifall, fügte sich in die Masse des jubelnden einfachen Volkes ein. Dieser Alve würde ihm gehören.
  5. Ist super hübsch geworden, ich ziehe meinen imaginären Hut! :D
  6. Ansich find ich die Idee ganz cool, aber im Rollenspiel Furz-Emotes zu nutzen würd denk ich die Ernsthaftigkeit bisschen sprengen, hoffe die spammt da niemand
  7. Richtig tolle Änderung, mehrere CBs mit nicks, ich wünschte, das hätte es schon auf der alten Map gegeben *denkt wehmütig an Hans und Franz*
  8. Es ist ein unglaubliches Armutszeugnis für diese Menschen, im Jahre 2019 noch über die Sexualität von Menschen zu urteilen. Ich hab da überhaupt kein Verständnis, wie Paluten nun sagen wurde: " "Whatever floats your boat".. Solang es im legalen Rahmen ist soll doch bitte jeder lieben, wen er oder sie (oder welche Geshlechtsidentität derjenige auch hat) will.. Kenn viele Menschen aller möglicher Orientierungen (auf dem Server und privat), die regelmäßig auf die Regenbogen Parade gehen.. ich bin froh in dieser modernen Zeit zu leben wo nur noch ein paar Höhlenmenschen oder alte Leute der Meinung sind, Liebe muss zwischen Mann und Frau statt finden und alles andere ist wider der Natur.. So ein Bullshit, hab gehofft auf so einem modernen Server gäbe es solche Leute nicht.. Aber aufgrund der Aussagen hier unter deinem Beitrag weißt du nun, dass es sehr viel mehr vernünftige gibt 🤗
  9. Für einiges gibt es ja Dekoköpfe, ich finde deine Vorschläge gut, aber vielleicht könntest du gleich Links dazu stellen zu den passenden Exemplaren :) ps. wir brauchen meehr TEDDYBÄREN!!1!!1
  10. Das hatte ich schon wieder fast vergessen, so lang ist das schon her.. Super coole Sache, schade, dass sie nie fertig wurde :)
  11. Vallira verwechselst du das nicht gerade mit dem Bauern-Essen?
  12. Mein lang verschollener Zwillingsbruder ist wieder aufgetaucht?! <3 oder doch der Dunkelmeister? schön dass du wieder da bist Sanag :)
  13. Echt toll geworden, mal eine Geschichte abseits von "da haben sich 3 Leute getroffen und eine Stadt gegründet", sieht sehr stimmig und schön aus, komm auf jeden Fall mal auf einen Besuch vorbei! :)