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    Die großen Religionen Avaens


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    Die Religionen von Avaen

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    (Weit verbreitetes Emblem des Fünfgötter-Glaubens,)

    Seit des Erscheinens der hohen Götter auf der Welt ist ihr Einfluss in die Leben aller Völker gebrannt. Jene Tage begründeten den Glauben an höhere Mächte, an Existenzen, deren wahres Wesen die einfache Seele nie zu begreifen vermöge und Dinge, deren Existenz nur ein Wunder sein könne. Doch nicht zuletzt weil die Götter zu Fragen über sich selbst schwiegen, war es an den Völkern  selbst, diese unbegreifbaren Dinge in ihre eigenen Weltbilder und Gesellschaften einzubinden.

    Über die Jahrzehnte und Jahrhunderte, selbst lange nach dem Abschied der Götter, formten sich Vorstellungen und Ideen zur Einordnung der weltlichen Geschehnisse in den Kontext einer höheren Ebene der Existenz. Diese regionalen und überregionalen Glaubensvorstellungen schlugen sich auf unterschiedlichster Art im alltäglichen Leben und diversesten Bräuchen fest. Manche vermochten es sogar intervölkische Differenzen  zu überwinden und sich als große Religionen über weite Strecken zu verbreiten, wenn gleich auch immer mal wieder lokale Eigentümlichkeiten hinzu kamen.

     

    Die Geweihten

    Mit ihrem Abzug aus der irdischen Domäne in der ersten Epoche schwand auch der Einfluss der Götter auf die Geschicke der Lebenden. Jahre später trat ein junger Stammesführer, Melkor genannt, auf Oredan vor sein Volk und erzählte von einem Traum, in dem ein glanzloser schwarzer Stein nach ihm gerufen hätte. Über die Tage träumte er mehr und mehr von diesem Stein, bis er schließlich seine Leute in die Berge führte. Im Zentralmassiv Oredans fand man den beschriebenen Stein: ein gewaltiger, schwarzer Obelisk, der wie vom Himmel gefallen in einem ansehnlichen Krater steckte. An diesem werkelte eine große Gestalt mit Hammer und Meißel; Melkor und seinem Gefolge stellte sie sich mit einer Verbeugung als Kratnik vor. Dann wandte er sich wieder dem Obelisken zu und legte eine Hand auf die Fläche, die er fein säuberlich in den Stein gemeißelt hatte.  Das Gestein begann bei der Berührung von innen heraus zu leuchten und erlosch als er seine Hand wieder entfernte. Melkor sollte es ihm gleichtun und auch auf seine Berührung reagierte der Stein - als einziger in der versammelten Menge, wie sich rasch zeigen sollte.
    Kratnik wies ihn an, fortan den Weg zu jenem Stein zu weisen und als Leuchtfeuer für die Gottberührten zu dienen - als Melkor, erster der Geweihten.

     

    Über die Jahrhunderte sah man immer mal wieder Geweihte im Auftrag ihrer Gottheiten die Geschicke der Welt beeinflussen, wenngleich die tatsächliche Zahl der Gottgeweihten und der Einfluss ihres Handelns wesentlich höher zu vermuten sind. Selten hörte man vom einfachen Volk, jedoch auch Edelmännern und -frauen, dass sich ihnen jemand als Geweihter offenbart hatte und ihre Hilfe in einer speziellen Sache brauchte. Manchmal sprachen sie auch nur Warnungen aus, übergaben Dinge, legten ein gutes Wort für jemanden ihnen sonst völlig fremdes ein - in der Regel hinterfragte man ihre Beweggründe nicht. Es war auch egal, denn für gewöhnlich sprachen Geweihte nicht über ihren Auftrag - nur in einer handvoll Ereignissen gaben sie ihre Gründe preis und das auch nur, weil es Teil göttlichen Plans gewesen wäre.

     

    Seit inkrafttreten des göttlichen Vertrags gab sich lediglich ein einzelner Geweihter zu erkennen: der Diener Asthals, welcher die gottgewollte Ordnung verkündete. Gelehrte und Priester sind allerdings gleichermaßen davon überzeugt, dass die Götter - ihrer direkten Einflussnahme behindert - mehr Geweihte auf der Welt erwählen werden und bereits haben.

     

    Das Schicksal des schwarzen Obelisken bleibt ungeklärt; die Erzählung hält sich aber wacker, dass Kratnik zuletzt nach Oredan zurückkehrte, um den Flüchtenden ein Fragment aus dem geweihten Stein zu schlagen.

     

    Der Fünfgötter-Glaube

    Die am weitesten verbreitete Religion war und ist der Fünfgötter-Glaube, der sich der Anbetung der hohen Götter verschrieben hat. In ihrem gütigen Wesen gewähren sie den tugendhaften ihre Gebete und bewahren ihre unsterblichen Seelen vor den Schrecken der Verderbnis. Da der Glaube sich über die verschiedenen Völker erstreckt und durch alle Bevölkerungsschichten zieht, fällt die Form der Anbetung und die Gewichtung der einzelnen Götter oftmals von Ort zu Ort und Kultur zu Kultur unterschiedlich aus. Allerdings hat Arthos’ Handeln im göttlichen Vertrag sein Ansehen und das seiner Anhänger im gesamten Glauben verringert.


    Ein zentraler Faktor bei der Verbreitung des Glaubens war die Abwesenheit einer übergeordneten Struktur oder Figur, die die Ausrichtung der Glaubensgemeinschaft vorgegeben hätte. So inkorporierte der Fünfgötter-Glaube bereits in den ersten Jahren seiner Entstehung diverse regionale Bräuche, Symboliken und Auslegungen aus kleineren Glaubensvorstellungen ohne eine übergreifende Bedeutung und Wertung dieser festzulegen. Mit den Jahrhunderten und dem Wandel der Gesellschaften verschwanden jedoch auch eine Vielzahl dieser Eigenheiten wieder aus dem Glauben.


    Heute geben oftmals die Hohenpriester und vergleichbare Geistliche der einzelnen Gotteshäuser die Bräuche und Riten ihrer lokalen bis regionalen Glaubensgemeinschaften vor, wobei ein paar Vorstellungen überregional von allen geteilt werden. Eine davon ist die Wahrhaftigkeit der Geweihten, deren heiliger Auftrag das Verständnis des einfachen Gläubigen weit übersteigen würde und deshalb nicht infrage gestellt werden solle. Entsprechend frevlerisch ist daher, sich fälschlicherweise als Gottgeweihter auszugeben - ein Frevel, der vielerorts mit dem Tode bestraft wird.

     

    Der Glaube des Einen

    Hervorgegangen aus dem Fünfgötter-Glauben entstand die Vorstellung des einen Gottes mit der Ankunft der Verderbnis auf Avaen und der im resultierenden Götterkrieg sichtbaren Fehlbarkeit jener Wesen, die man bis dahin als “hohe Götter” angebetet hatte. Während viele Gläubige diese Tatsache auf komplexe Faktoren schoben, verbreitete sich in kleineren Kreisen die Vorstellung eines einzelnen Gottes, des Ersten und Schöpfer der Welten.  Dem Glauben nach stieß er die Zeit an und formte, was zu beginn an war. Vom Großen zum Kleinen formte er die Sphären und alles in ihnen. Am Ende dessen schuf er die hohen Fünf: göttliche Wächter, ausgestattet mit einem Bruchteil seiner Macht, freigestellt, über die Welten zu verfügen, wie sie es beliebten. Er selbst beobachtete nur, welche Geschichten seine Schöpfung zu erzählen hatte, interessiert, zu was die Wächter in der Lage waren.  Für eine Ewigkeit schaute er mit an, welche Dinge sie vollbrachten, bis nichts mehr ihm Unterhaltung schenken konnte. Letztendlich entschloss er sich, seinen Blick abzuwenden..

     

    Besonders unter jenen, die die Götterkriege zu Flüchtlingen machten, verbreitete sich der Glaube an den Einen. Doch wo die einen eine Ansicht der Bedeutungslosigkeit des Seins entwickelten und nach dieser frei in den Tag hinein lebten, fassten die anderen - sich selbst “Erwachte” nennend - den Entschluss, jede Sekunde nach Bedeutsamkeit zu streben und den Blick des Einen wieder auf die Welt zu ziehen. Gebete und Tempel widmet man dem Einen nicht, so ist man sich in den beiden bildenden Leitströmungen einig.

     

    Während man die Geweihten des Fünfgötter-Glaubens respektiert, hält man sie und ihr Wirken für zum Scheitern verurteilt, so wie ihre “Götter” einst gescheitert sind. Das grundlegende Prinzip, einem vorgegebenen Plan zu folgen, widerspricht sogar fundamental der Überzeugung der “Erwachten”, dass nur ihre eigenen Taten wirklich von Bedeutung seien.
    Diese verachten außerdem die Anhänger des Ordens, welche dem Pessimismus anheimgefallen sind.

     

    Der Sechste

    Niemand stellte das Wort der Götter in Frage als sie zu Anbeginn die Völker Teile ihres Wissens lehrten - zu ehrfürchtig und dankbar für dieses Geschenk war man. Als die ersten Magieberührten ihre Gaben zu verstehen versuchten, baten sie die Götter vergebens um Rat: diese erhörten keine Fragen zu dem Thema oder untersagten sie sogar gänzlich.
    Entsprechend keimte unter jenen, zu deren Natur die Götter keine Antworten geben wollten, der Gedanke auf, dass ihr Gott verschollen sein und man ihn finden müsste, wollte man sich selbst gänzlich verstehen. Der Grundstein für den Aufstieg eines neuen Glaubens war gelegt.

    Mit dem ersten Einfall von Schattenwesen und der Verderbnis auf Avaen machten die Anhänger des jeher namenlosen Gottes eine ungeahnte Entdeckung: die fremdartige Gefahr war auf irgendeine Weise mit ihrer eigenen magischen Natur verknüpft, man verstand jedoch nicht genau wie.

     

    In den anderen großen Glauben brachte diese Kunde nur weitere Skepsis gegenüber Magiebegabten auf, in den meisten Kulturen gab es aber keine größeren Konsequenzen. Die sich mittlerweile als “die Suchenden” bezeichnenden Gläubigen des Sechsten stürzte diese Erkenntnis in eine innere Krise. Nicht, weil die Vorstellung eines Gottes der Magie sich als falsch herausgestellt hätte, sondern weil dies über die Natur ihrer Gabe zwei unterschiedliche Schlüsse zuließ: die Mehrheit war überzeugt, dass ihr verschollener Gott jenen Kreaturen das selbe Geschenk gemacht hatte, wie sie es erhielten, ihr Wesen sie jedoch dazu verleitete, jene Bedrohung zu erschaffen, die die Verderbnis darstelle. Nicht in der Lage diese Wesen zu retten, verbannten die restlichen Götter sie mitsamt eines Teils der göttlichen Sphäre in ihre eigene Domäne; ohne ihrem Bruder die Zeit zu geben, seinen Fehler rückgängig zu machen. Seine Strafe sollte es sein, über jene Domäne zu wachen und sein Vergehen auszubaden, doch, aus Angst dort selbst korrumpiert zu werden, entfloh er seinen Geschwistern in einem Akt, der seine gesamte Macht als Magie auf die irdische Domäne brachte. Seine Macht - die Magie - sei auch der Schlüssel, der seinen Fehler berichtigen könne.

    Im Kontrast dazu glaubte eine Minderheit, dass die hohen Götter ihren Bruder aus Angst und Eifersucht auf die Früchte seiner Schöpfung ihn und seine Kinder in die Schattendomäne sperrten. Für sie waren die Schatten ihr wahres Schicksal, dass die Götter mit ihrem Schweigen den “Erben des Schattens” zu verweigern versucht hatten. Ihr wahrer Gott würde in seiner Domäne darauf warten, von seinen Erben aus seinem Gefängnis befreit zu werden.

     

    Die Suchenden, einst von Magiebegabten begründet, begrüßen heute auch Nichtmagier in ihre Reihen auf der Suche nach ihrem Gott. Als oftmals magisch begabte Wesen werden auch Gefallene ermutigt, sich dem Orden auf seiner Suche anzuschließen und ihrer Begabung einer höheren Bestimmung zuteil werden zu lassen. Das Studium des Wesens der Magie selbst gilt als erstrebenswerter Weg, obgleich praktischer oder theoretischer Natur. Aber auch die Bergung und Bereitstellung verlorenen Wissens werden als Weg gesehen, dem göttlichen Pfad zu folgen. Die “Erben des Schattens”, hervorgegangen aus den Suchenden nach dem ersten Götterkrieg, sind der Überzeugung, dass die Schattenwesen die nächste Form der Entwicklung darstellen, die die Götter ihnen vorenthalten haben und arbeiten stets daran, das Wirken der Götter auf Avaen zu untergraben. Gefalle, besonders magiebegabte, stellen in ihren Augen nächst höhere Existenzen dar und werden teilweise für ihr Blut gejagt.

     

    Während die Suchenden die anderen hohen Götter nicht ablehnen, lediglich deren vergangenes Handeln als fehlgeleitet bewerten und ihre eigenen Pläne selten im Konflikt  mit dem Fünfgötter-Glauben stehen, so verfolgen die Erben des Schattens oftmals explizit das Ziel, die Götter und ihre Getreuen zu schaden. Insbesondere trachten sie nach den Leben der Geweihten der hohen Fünf, einerseits, um das Wirken der Götter zu stören aber auch, um mit Hilfe ihres Blutes mächtige Schatten in die Welt zu beschwören.
    Ein Geweihter der Magie ist für die Erben des Schattens jeder Magier, der sich dem Ziel der Bruderschaft verschrieben hat, also dem Weg des Schattens folgt.

    Die Suchenden hingegen folgen den Worten der Fünfgötter-Geweihten, akzeptieren jedoch nur solche als ihre eigenen Geweihten, die einem eigens konzipierten Ritual nach dem Blute Altiras abstammen müssen.

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    Natürlich dürft ihr euch auch eigene Religionen ausdenken und besonders kleine Besonderheiten/Riten im Fünfgötter-Glauben dazudenken, jedoch sollte man immer die Geweihten und alle Dinge, die die Götter faktisch getan haben, in seinen Glauben einbinden. Ob das Anerkennung oder eine neue Deutung dessen ist, ist euch überlassen.
    Und seid vorgewarnt, nicht jede Ansicht muss zwangsläufig von den Bewohnern Lyrias akzeptiert oder respektiert werden.

    Edited by Wiki

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